Thema: Sport als gesellschaftliches Phänomen
Folgt man Norbert Elias, so findet Gewalt im sportlichen Wettkampf zwar auch heute einen gesellschaftlich erlaubten Ausdruck, er stellt aber gemessen an den „Augenfreuden vergangener Phasen eine überaus gemäßigte Inkarnation der verwandelten Angriffs- und Grausamkeitsneigungen“ (Elias, 1977) dar. Diese Dämpfung von physischer Gewalt lässt sich am Beispiel der Entstehung und Wandlungen des Regelwerks der Sportarten festmachen, deren Geschichte gleichsam eine Geschichte der wachsenden Dämpfung physischer Gewalt ist. Frühere Formen des Sports waren im Vergleich zu heute erheblich unorganisierter, weniger ausdifferenziert, um ein Vielfaches härter, wilder, brutaler, erlaubten ein erheblich höheres Maß an gesellschaftlich akzeptierter Gewalt. Aber: Im Vergleich zum normalen Alltagsverhalten ist im Sport das Ausmaß an erlaubter körperlicher Gewalt immer noch beträchtlich. Der K.O.-Schlag eines Boxers, der Bodycheck eines Eishockeyspielers oder das Tackling (den Gegner robust, aber fair vom Ball zu trennen) eines Fußballspielers würden einen normalen Bürger ins Gefängnis bringen, wenn er oder sie sich so auf der Straße verhielten. Gewalt hat im Wettkampfsport eine gewisse Normalität.
Definiere den Begriff Aggression.
Ordne den Abbildungen 4 und 5 jeweils eine Variante aggressiven Verhaltens zu und begründe deine Wahl.

Abbildung 4: Klopp verliert die Nerven (links: Fußballtrainer Klopp, rechts: vierter Schiedsrichter Trautmann am Spielfeldrand)

Abbildung 5: Foul des Jahres 2012: Guerreros Turbo-Grätsche mit Anlauf (links: Feldspieler Guerrero, rechts: Torhüter Ulreich an der Eckfahne)
Das Zusammenleben von Menschen wird durch Grundregeln bestimmt. Auch im Sport existieren diese Grundregeln, welche als Normen (z. B. Regelwerk) und Werte (z. B. Solidarität, Fair Play) bezeichnet werden.
Diskutiere vor diesem Hintergrund, ob die im Eingangstext genannten Beispiele (Knockout eines Boxers bzw. das Tackling eines Fußballspielers) Aggressionen darstellen.
Das Fair Play basiert zunächst auf einer Anerkennung und Befolgung der Spielregeln. Demnach werden Handlungen vermieden, welche gegen das Regelwerk verstoßen.
Beschreibe drei Situationen, in denen ein Sportler über die Einhaltung der Regeln hinaus im Sinne des Fair Play agiert.
Erläutere drei Maßnahmen, mithilfe derer Nachwuchstrainer den Wert des Fair Plays bei Spielern entwickeln können.
Neben der Vermittlung von Werten werden dem Sport weitere pädagogische Bedeutungen, wie die der Persönlichkeitsentwicklung, Identitätsfindung oder der Steigerung des Selbstbewusstseins, zugesprochen.
Erkläre anhand einer selbstgewählten Sportart geeignete sportpraktische Beispiele, wie die oben genannten pädagogischen Ziele erreicht werden könnten.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?„Aggression“ definieren:
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normabweichende menschliche Verhaltensweise, die auf Schädigung eines anderen ausgelegt ist
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kann psychisch und physisch sein
Abb. 4 und 5 Art der Aggression zuordnen und begründen:
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instrumentell: bewusste, kontrollierte Aggression, die physisch oder psychisch zum eigenen Vorteil eingesetzt wird
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explizit: Verhalten außerhalb des Regelwerkes zumeist als Reaktion auf eine hoch emotionale Situation
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alternativ Frustrationsaggression: häufigste Form, Reaktion auf sportlichen Misserfolg
Zuordnung der Abbildungen je nach Ursachenbegründung:
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Klopp: instrumentell, indem durch eine Drohgebärde im Nahbereich des Schiedsrichters zukünftige Entscheidungen im Sinne von Dortmund erzwungen werden sollen oder Frustrationsaggression, aufgrund eines Rückstands in einem wichtigen Spiel oder Fehlentscheidungen
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Guerrero: explizit, bewusste Schädigung des Gegners oder Frustrationsaggression
Knockout beim Boxen oder Tackling im Fußball als Aggression diskutieren:
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Pro
– Boxschlag stellt gemäß Definition ein Verhalten dar, das auf Schädigung ausgerichtet ist, das ist das bewusste Ziel dieser Handlung
– Tackling nehmen zur Erreichung des eigenen Vorteils, schwere Verletzung des Gegners, durch Sturz/Zusammenprall, billigend in Kauf -
Kontra
– alle drei Aktionen stellen bei regelkonformer Ausführung kein normabweichendes Verhalten dar
– beruhen auf gegenseitigem Einvernehmen
– müssen nicht zwangsläufig zur Schädigung führen, Eishockey und Fußballbeispiele müssen keine Intention für eine Schädigung haben
drei Beispiele von Fair Play im Sport:
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respektvoller Umgang mit Gegner (angemessener Jubel)
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Anerkennung des Sieges (Teilnahme an Siegerehrung, abklatschen)
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Selbstanzeige bei unabsichtlich regelabweichendem Verhalten (Handspiel, Tor)
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Hilfe bei Verletzungen/Spielunterbrechung (z. B. Ball ins Aus spielen)
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Anerkennung von Schiedsrichterentscheidungen
drei Maßnahmen zur Entwicklung des Fair-Play-Gedankens erläutern:
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Reflexion von Beispielen mit unsportlichem Verhalten in Gruppen- und Einzelgesprächen
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Aufstellen eines Werte- und/oder Sanktionenkatalogs für den Umgang miteinander
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Rituale für den respektvollen Umgang mit dem Gegner nach Sieg/Niederlage einführen
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Abschlussspiele/Wettkampfspiele ohne Schiedsrichter durchführen
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Reflexion zur Stellung und Bedeutung des Sports in der Gesellschaft sowie den Motiven von Sporttreibenden in Gesprächen
Beispiele aus Spezialsportart erklären:
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Persönlichkeitsentwicklung:z. B. Entwicklung von Disziplin (Trainingsumfang Rudern), Anstrengungsbereitschaft (Mittelstreckenläufer) oder Mut (Kür am Hochreck)
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Identitätsfindung:z. B. Zugehörigkeitsgefühl (Vereinszugehörigkeit), Erleben von Einzigartigkeit (sportliches Können), für Werte einstehen (Fair Play im Fußball)
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Selbstbewusstsein:z. B. Vertrauen in sich selbst, überzeugt sein von den eigenen Fähigkeiten (u. a. sportliche Erfolge, sportliches Können)