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Thema: Sport als gesellschaftliches Phänomen

3

Folgt man Norbert Elias, so findet Gewalt im sportlichen Wettkampf zwar auch heute einen gesellschaftlich erlaubten Ausdruck, er stellt aber gemessen an den „Augenfreuden vergangener Phasen eine überaus gemäßigte Inkarnation der verwandelten Angriffs- und Grausamkeitsneigungen“ (Elias, 1977) dar. Diese Dämpfung von physischer Gewalt lässt sich am Beispiel der Entstehung und Wandlungen des Regelwerks der Sportarten festmachen, deren Geschichte gleichsam eine Geschichte der wachsenden Dämpfung physischer Gewalt ist. Frühere Formen des Sports waren im Vergleich zu heute erheblich unorganisierter, weniger ausdifferenziert, um ein Vielfaches härter, wilder, brutaler, erlaubten ein erheblich höheres Maß an gesellschaftlich akzeptierter Gewalt. Aber: Im Vergleich zum normalen Alltagsverhalten ist im Sport das Ausmaß an erlaubter körperlicher Gewalt immer noch beträchtlich. Der K.O.-Schlag eines Boxers, der Bodycheck eines Eishockeyspielers oder das Tackling (den Gegner robust, aber fair vom Ball zu trennen) eines Fußballspielers würden einen normalen Bürger ins Gefängnis bringen, wenn er oder sie sich so auf der Straße verhielten. Gewalt hat im Wettkampfsport eine gewisse Normalität.

3.1

Definiere den Begriff Aggression.

3.2

Ordne den Abbildungen 4 und 5 jeweils eine Variante aggressiven Verhaltens zu und begründe deine Wahl.

Zwei Männer im Sportgespräch in Nahaufnahme.Zwei Männer im Sportgespräch in Nahaufnahme.

Abbildung 4: Klopp verliert die Nerven (links: Fußballtrainer Klopp, rechts: vierter Schiedsrichter Trautmann am Spielfeldrand)

Fußballszene am Tor mit einem Spieler und Torwart im EinsatzFußballszene am Tor mit einem Spieler und Torwart im Einsatz

Abbildung 5: Foul des Jahres 2012: Guerreros Turbo-Grätsche mit Anlauf (links: Feldspieler Guerrero, rechts: Torhüter Ulreich an der Eckfahne)

3.3

Das Zusammenleben von Menschen wird durch Grundregeln bestimmt. Auch im Sport existieren diese Grundregeln, welche als Normen (z. B. Regelwerk) und Werte (z. B. Solidarität, Fair Play) bezeichnet werden.

Diskutiere vor diesem Hintergrund, ob die im Eingangstext genannten Beispiele (Knockout eines Boxers bzw. das Tackling eines Fußballspielers) Aggressionen darstellen.

3.4

Das Fair Play basiert zunächst auf einer Anerkennung und Befolgung der Spielregeln. Demnach werden Handlungen vermieden, welche gegen das Regelwerk verstoßen.

3.4.1

Beschreibe drei Situationen, in denen ein Sportler über die Einhaltung der Regeln hinaus im Sinne des Fair Play agiert.

3.4.2

Erläutere drei Maßnahmen, mithilfe derer Nachwuchstrainer den Wert des Fair Plays bei Spielern entwickeln können.

3.5

Neben der Vermittlung von Werten werden dem Sport weitere pädagogische Bedeutungen, wie die der Persönlichkeitsentwicklung, Identitätsfindung oder der Steigerung des Selbstbewusstseins, zugesprochen.

Erkläre anhand einer selbstgewählten Sportart geeignete sportpraktische Beispiele, wie die oben genannten pädagogischen Ziele erreicht werden könnten.

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