Thema: Bewegungslehre
„Je mehr ein Sportler in der Lage ist, seine eigene Bewegung sowie die Umweltsituation analysatorisch zu erfassen, desto besser wird er sich auf veränderte Gegebenheiten einstellen und die Bewegungsaufgaben im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten motorisch lösen können.“ (Glatzfelder & Rohner, 2006)
„Für die motorische Koordination sind im Wesentlichen fünf Analysatoren wichtig. Sie beeinflussen ganz wesentlich die Güte eines Bewegungsablaufs und wirken meist eng zusammen, bzw. ergänzen sich. Die Bedeutung der einzelnen Analysatoren kann dabei von Sportart zu Sportart stark differieren.“ (Meinel & Schnabel, 1998)
Bewerte die Bedeutung des kinästhetischen Analysators bei den sportlichen Handlungen in Abbildung 3 bis 5.

Abbildung 3: Speerwurf- Olympiasieger Thomas Röhler

Abbildung 4: Marcel Nguyen turnt eine Schwalbe an den Ringen

Abbildung 5: Ariane Friedrich beim Hochsprung
„Der Lernprozess hängt nicht nur von einer Reihe interner und externer Faktoren, sondern auch von der richtigen Lehrmethode ab.“ (Weineck & Weineck, 2007)
Charakterisiere die Zergliederungsmethode.
Erstelle eine dreiteilige Übungsreihe gemäß der Zergliederungsmethode zum Erlernen der Hochsprungtechnik (siehe Abb. 6).

Abbildung 6: Fosbury Flop
Wähle jeweils eine Sportart aus, die einen positiven bzw. negativen Übertragungseffekt beim Erlernen des Fosbury Flop hat und erkläre die Entscheidung.
Erkläre drei bedeutsame qualitative Bewegungsmerkmale für den Hochsprung.
2.1Bewertung der Bedeutung des kinästhetischen Analysators
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die Rezeptoren des kinästhetischen Analysators ("Muskelsinn") befinden sich in allen Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenken
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sie geben Auskunft über die Stellung der Extremitäten bzw. des Rumpfes sowie über die auf sie einwirkenden Kräfte
Bezug zu Beispielen
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Speerwurf: Gefühl für Position des Speers, Streckung des Arms, Muskelspannung, Stellung der Gelenke (z.B. Ellenbogen)
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Schwalbe: Streckung der Beine und Füße, Muskelanspannung (horizontale Position), Stellung der Gelenke
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Flop: Gefühl für Brückenposition bei der Lattenüberquerung (Überstreckung), Einsatz der Beine, Position des Kopfes
2.2Charakterisierung der Zergliederungsmethode (=analytisch-synthetische Methode)
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einzelne Teile der Gesamtbewegung werden isoliert geübt (meist in der Form einer methodischen Übungsreihe) und anschließend zusammengesetzt
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Vereinfachung der Bewegungen: zeitlich, räumlich, dynamisch (vom Einfachen zum Schwierigen bzw. vom Einfachen zum Komplexen)
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Anwendung bei v. a. schwierigen Bewegungen wie z. B. dem Fosbury Flop
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Problematik: beim Zusammensetzen treten oft Zusatzbewegungen auf, die mit der eigentlichen Zielübung nichts zu tun haben bzw. diese sogar verändern können
2.3mögliche Darstellung dreiteilige Übungsreihe für die Hochsprungtechnik
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kurvenförmiger Anlauf (mit Hütchen markiert)
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einbeinigem Vertikalsprung vor der Matte mit akzentuiertem Schwungbeineinsatz/ Vertikalsprung mit Unterstützung durch Sprungbrett
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Übung der Überstreckung mittels „Brücke“ am Boden
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beidbeinigem Absprung vor der Matte über ein Gummiband/ Landung in L-Position am Boden
2.4positiver Übertragungseffekt:
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z. B. Korbleger im Basketball (einbeiniger Absprung, Rhythmisierung beim Anlauf, Anheben des Schwungbeins)
negativer Übertragungseffekt:
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z. B. Handstützüberschlag über Sprungtisch im Turnen (durch beidbeinigen Absprung, Schwungbeineinsatz nicht vorhanden)
2.5Erklärung dreier qualitativer Bewegungsmerkmal:
Bewegungsrhythmus
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bewegungsspezifische zeitlich-dynamische Ordnung einer motorischen Aktion
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z.B. Anlaufrhythmus, Absprungrhythmus („TA-TAMM“)
Bewegungsumfang
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optimal räumliche Ausdehnung
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z. B. des Schwungbeineinsatzes oder der Überstreckung bei der Lattenüberquerung;
Bewegungskopplung
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Verknüpfung der Teilbewegungen, Zusammenspiel der Muskeln, Schwungübertragung
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z. B. Arm- und Beineinsatz beim Anlauf und Absprung