Thema: Bewegungslehre
Es war eine der Szenen des Spiels und wird sicherlich in vielen EM-Rückblicken nicht unerwähnt bleiben: Im ersten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft (2016) gegen die Ukraine rettet sich Jérôme Boateng kurz vor der Halbzeitpause artistisch selbst vor einem Eigentor.
Als Yarmolenko und Konoplyanka im deutschen Strafraum kombinieren und der Ball ins Zentrum gelangt, kommt Jérôme Boateng zwar vor einem Ukrainer an den Ball, lenkt diesen dabei aber direkt auf das eigene Tor. Manuel Neuer ist bereits geschlagen, Boateng schafft es aber, spektakulär im Rückwärtslaufen den Ball noch vor der Torlinie zu erreichen und die Mannschaft in letzter Sekunde vor dem Ausgleich zu bewahren.
Möglich war die Aktion nicht nur durch die körperliche Konstitution des deutschen Innenverteidigers, sondern vor allem auch durch seine koordinativen Fähigkeiten. Die Kontrolle, die er nicht nur im Rückwärtslaufen, sondern auch im Rückwärtsfallen über seinen Körper hat und die Motorik, mit der er den auf das Tor zuspringenden Ball noch klären kann, ohne dass dieser die Torlinie überquert, zeugt von einer koordinativ sehr guten Grundausbildung.

Abbildung 1: Jérôme Boateng rettet den Ball kurz vor der Torlinie
Definiere den Begriff koordinative Fähigkeiten.
Erkläre die Bedeutung der koordinativen Fähigkeiten für die sportliche Leistungsfähigkeit anhand von zwei Aspekten.
„Spektakulär, artistisch, überragend: Nicht viele Spieler auf der Welt hätten diesen Ball noch so klären können, wie es Jérôme Boateng gemacht hat.“ Stelle drei koordinative Fähigkeiten unter Einbeziehung der im einleitenden Text beschriebenen Bewegung des Fußballers kurz dar.
Im Mittelpunkt der Schulung der koordinativen Fähigkeiten steht das Erlernen und Beherrschen neuer, vielseitiger Bewegungsfertigkeiten. Durch die Variation und Kombination der Übungen entstehen neue bzw. ungewohnte Übungsverbindungen, die ein höheres koordinatives Leistungsvermögen fördern.
Erläutere Variations- und Kombinationsmöglichkeiten zur Verbesserung der koordinativen Fähigkeiten anhand praktischer Übungsbeispiele.
Der Kopfball ist ein wichtiges technisches Element im Fußball. Analysiere, unter Verwendung der Abbildung 2, die Phasenstruktur des Kopfballs.

Abbildung 2: Kopfball mit einbeinigem Absprung aus dem Lauf
Erläutere drei bedeutende biomechanische Prinzipien für die Ausführung des Kopfballs.
Erkläre die Bedeutung der Antizipationsfähigkeit für die Ausführung des Kopfballs und grenze diese gegenüber der Reaktionsfähigkeit ab.
In der Leistungsdiagnostik hat der sportmotorische Test zur Erfassung koordinativer Fähigkeiten eine große Bedeutung für den Trainingsprozess.
Damit ein Test als ein wissenschaftlich begründetes Untersuchungsverfahren bezeichnet werden kann, muss er den so genannten Testgütekriterien genügen. Charakterisiere kurz die Hauptgütekriterien Reliabilität, Objektivität und Validität.
Beim Tennis, Baseball oder Hockey sind Ballmaschinen längst selbstverständliche Trainingspartner. Nun zieht der Fußball nach: Der Footbonaut, entwickelt vom Berliner Tüftler Christian Güttler, kann jeden erdenklichen Schuss simulieren.
Beurteile die Zweckmäßigkeit des Footbonauten als Testgerät im Fußball. Nutze Anlage M 1.
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Diese Maschine haut Spielern die Bälle um die Ohren
Christian Güttler hat für die Entwicklung seiner Maschine so ziemlich alles gelesen, was es über Trainingsmethoden gibt. Er diskutierte mit Trainern, Spielern und Experten – und ließ die auf diese Weise gewonnenen Erkenntnisse in den Footbonaut einfließen. Dessen Software bietet nun nahezu grenzenlose Situationsvarianten: Der Ball kann flach, halbhoch oder hoch und mit variabler Geschwindigkeit aus der Ballmaschine kommen. Auch die Wiederholungszahl ist individuell einstellbar. Winkel, Geschwindigkeit, Schnitt und Zeitabstände – jedes noch so kleine Detail kann eingestellt werden, damit jeder Spieler an seinen individuellen Schwächen arbeiten kann. Bis zu zwei Sekunden schneller könne ein Spieler mithilfe des Footbonaut werden, verspricht Erfinder Güttler. Im Profi-Fußball ist das eine halbe Ewigkeit.
Acht Wurfmaschinen werden dazu an den Seiten eines 14 mal 14 Meter großen, von einem Gitter umgebenen Kunstrasen-Spielfeldes platziert. Ein kurzer Piepton kündigt an, von welcher der Maschinen ein Ball abgeschossen wird. 72 Felder umgeben den Platz, jedes zwei Quadratmeter groß und von roten Lichtleisten umrandet. Der Spieler muss den Ball annehmen und in das Feld schießen, das aufleuchtet. Durchquert das Spielgerät die Lichtschranke, piept es wieder und der nächste Ball kommt angeflogen.
Ein Schnäppchen ist der Trainingsroboter nicht: Gut eine Million Euro mindestens muss in die Hand nehmen, wer ihn erwerben will. Für so manchen kleineren Verein ist das zu viel. Außerdem braucht man natürlich eine Trainingshalle der entsprechenden Größe – allein die Grundfläche der Trainingsmaschine beträgt schließlich 196 Quadratmeter.

Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?„koordinative Fähigkeiten“ definieren:
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durch Prozesse der Bewegungssteuerung und -regelung bestimmt
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motorische Aktionen werden situationsgemäß, sicher und ökonomisch beherrscht und sportliche Bewegungen rasch erlernt
zwei Bedeutungen werden erklärt:
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verbesserte Lernfähigkeit: je höher das Niveau der koordinativen Fähigkeiten, desto schneller und effektiver können neue bzw. schwierige Bewegungen erlernt werden, auch im späteren Alter
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Ökonomie: Perfektion bzw. Präzision der Bewegungssteuerung, geringerer Aufwand an Muskelkraft und damit energiesparend
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Unfall- bzw. Verletzungsprophylaxe: Vermeidung von Kollisionen, Stürzen
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Transferenz: hohes Niveau gestattet eine problemlose Übertragung von sporttechnischen Fertigkeiten aus anderen Sportarten (z. B. im Ausgleichstraining)
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Realisierung einer hohen Bewegungsfrequenz (z. B. Sprint)
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Sicherung des zeitlich genauen Muskeleinsatzes (Timing)
drei koordinative Fähigkeiten werden genannt und Bezug zum Text hergestellt:
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Differenzierungsfähigkeit: Feinabstimmung der Muskelgruppen für die Rettung des Balls
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Orientierungsfähigkeit: räumliche Einschätzung und Rettung des Balls noch vor der Torlinie
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Gleichgewichtsfähigkeit: Kontrolle im Rückwärtslaufen/-fallen
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Reaktionsfähigkeit: schnelle Ausführung der Bewegung
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Umstellungsfähigkeit: Situationsveränderung (während des Vollzuges wird das Handlungsprogramm verändert, Rettung des abgelenkten Balls)
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Kopplungsfähigkeit: Teilkörperbewegungen optimal aufeinander abstimmen, Wegschießen des Balls
Variations- und Kombinationsmöglichkeiten werden anhand praktischer Beispiele erläutert:
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Variation der Bewegungsausführung
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Veränderung der äußeren Bedingungen
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Kombinieren von Bewegungsfertigkeiten
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Üben unter Zeitdruck
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Variation der Informationsaufnahme
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Üben nach Vorbelastung
Bewegungsanalyse des Kopfballs:
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azyklische Bewegung mit drei Phasen
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Grenzen: VP Bild 1 bis 4, HP Bild 5, EP Bild 6 bis 7
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Vorbereitungsphase
Schaffung optimaler Bedingungen um Bewegungsaufgabe auszuführen
– mit Tempo anlaufen
– Absprung mit Stemmschritt und Armschwungeinsatz
– Bogenspannung (Bild 4) -
Hauptphase
Ausführen der eigentlichen Bewegungsaufgabe
– Spielen des Balls mit dem Kopf (Bild 5)
– aktives Auflösen der Bogenspannung, Oberkörper und Beine werden nach vorne gebracht -
Endphase
– Füße schnell zurückführen, Landung auf beiden Füßen (stabiles Gleichgewicht, Verletzungsprophylaxe)
– Bereitschaft für die nächste Spielsituation
drei biomechanische Prinzipien für die Ausführung erläutern:
z. B.Prinzip des optimalen Beschleunigungsweges
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Erreichen der maximalen Endgeschwindigkeit durch möglichst langes Einwirken der beschleunigenden Kraft durch Körperschwerpunktsenkung, Verwringung und/oder Bogenspannung
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kurzer explosiver Anlauf
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durch Beugung der Knie erfolgt beim Absprung eine Absenkung des KSP
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Aufbau der Bogenspannung (Bild 4)
z. B.Prinzip der Anfangskraft
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um eine hohe Endgeschwindigkeit zu erreichen, muss eine entgegengesetzte gerichtete Bewegung eingeleitet werden
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Vorspannung in den gebeugten Beinen verbessert die Absprungkraft
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Abbremsen des Anlaufes und nahtlose Übertragung des Kraftstoßes durch den Stemmschritt
z. B.Prinzip der optimalen Koordination der Teilimpulse
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um den Gesamtkörper maximal beschleunigen zu können, müssen die dabei auftretenden Beschleunigungsimpulse der Körperteile optimal zeitlich und räumlich koordiniert werden
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Beinstreckung bewirkt einen nach oben gerichteten Impuls auf den Körper und wird durch den Doppelarmschwung in die gleiche Richtung verstärkt (Bild 2)
z. B.Prinzip der Gegenwirkung
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zu jeder gerichteten Kraft tritt eine entgegengesetzte gleich große Kraft auf (actio et reactio)
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durch den explosiven Absprung erhält der Sportler eine reactio vom Boden (abhängig von der Bodenfestigkeit) – erhöht den Absprung
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durch Vorbeugen des Oberkörpers werden die Beine nach vorne gebracht, um das Gleichgewicht zu halten (Bild 6)
Begriffsklärung und Abgrenzung:
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Antizipationsfähigkeit (kombiniert Reaktionsfähigkeit und Umstellungsfähigkeit) als gedankliche Vorwegnahme einer fremden Bewegungshandlung
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Reaktionsfähigkeit ermöglicht die schnelle Einleitung und Ausführung adäquater motorischer Aktionen
Bedeutung beim Kopfball:
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aufgrund der eigenen Bewegungs- und Spielerfahrung kann ein Fußballer einschätzen, wie die Flugbahn des Balles ist, und sich auf den Kopfball vorbereiten – Vorteil für die Bewegungsausführung
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im Gegensatz zur Reaktionsfähigkeit ist noch keine Aktion des Gegners eingetreten
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Ball fliegt zum Beispiel als Abpraller auf den Spieler zu und er köpft ihn als Reaktion
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Antizipations- und Reaktionsfähigkeit relevant für erfolgreichen Kopfball
Gütekriterien charakterisieren:
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Objektivität
– Grad der Unabhängigkeit der Testleistung von der Person des Untersuchers, des Auswerters und des Beurteilers
– messbare Leistungen, mit Hilfe von Stoppuhr bzw. Maßband erfasst -
Validität
– Gültigkeit eines Tests
– in welchem Ausmaß erfasst der Test, was er entsprechend seiner Fragestellung erfassen soll -
Reliabilität
– Zuverlässigkeit des Tests
– Grad der Genauigkeit, mit der ein Test ein bestimmtes Merkmal bzw. eine Fähigkeit misst
– Genauigkeit und Beständigkeit der Testleistungen einer Person bei wiederholter Durchführung
Zweckmäßigkeit des Footbonauten mittels Text beurteilen:
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Ballmaschine – präzise Flanken, konstante Pässe besser als jeder Partner/Gegner
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„nun nahezu grenzenlose Situationsvarianten“
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exakt messbare Daten, sehr objektiv
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„jeder Spieler an seinen individuellen Schwächen arbeiten kann“
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„bis zu zwei Sekunden schneller könne ein Spieler mithilfe des Footbonaut werden“
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vergleichbar mit Ergebnissen anderer Spieler
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durch diverse Einstellungen hohe Zuverlässig- und Gültigkeit
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hohe Kosten und viel Platz nötig – lohnt sich die Investition?