Thema: Bewegungslehre
Das Basketballspiel ist ein offensiv ausgerichtetes Spiel. Überlegt man, dass eine Mannschaft in einem Spiel durchschnittlich bis zu 80 Korbversuche unternimmt und dabei bestrebt ist, möglichst viele Versuche zu verwandeln, dann wird die besondere Bedeutung des Wurfes deutlich. Die Effektivität eines so komplizierten Bewegungsablaufs wie der des Positions- oder Sprungwurfes im Basketball ist u. a. abhängig vom Grad seiner Beherrschung. Er verlangt in seiner Ausführung eine möglichst große Exaktheit, um seine schwierige Zielsetzung erfüllen zu können. Neben der Exaktheit des Bewegungsablaufs entscheiden auch psychische Einflussfaktoren und die vorliegende Spielsituation über Erfolg und Misserfolg eines Wurfes.
Analysiere unter Verwendung der Abbildung 1 die Phasenstruktur des Sprungwurfes im Basketball und stelle die Funktionen der Teilphasen dar.

Abbildung 1: Sprungwurf im Basketball
Für die erfolgreiche Ausführung der Sprungwurftechnik im Basketball ist das biomechanische Prinzip der optimalen Koordination der Teilimpulse und das Prinzip der Gegenwirkung von großer Bedeutung. Begründe diese Aussage.
Koordinative Fähigkeiten ermöglichen einer Person, motorische Aktionen situationsgemäß, sicher und ökonomisch zu beherrschen. Die Qualität der koordinativen Fähigkeiten wird durch die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Analysatoren bestimmt.

Abbildung 2: Argentiniens Luca Vildoza im Spiel gegen die USA
Erläutere das koordinative Anforderungsprofil für die erfolgreiche Lösung der in Abbildung 2 dargestellten Spielsituation.
Erkläre die Bedeutung von drei Analysatoren für die in der Abbildung 2 dargestellten Spielsituation.
Basketball erfreut sich als Freizeitsportart immer größerer Beliebtheit. So wird zum Beispiel Streetball auch auf Spiel- und Freizeitanlagen ausgeübt und Techniken selbst erlernt. Damit ergeben sich bei der Bewegungsausführung mitunter Abweichungen vom technischen Leitbild (Abbildung 1), die man bei der ermittlung als Fehler bezeichnen würde.
Nenne die Phasen des motorischen Lernprozesses und charakterisiere die erste Lernphase genauer.
Beschreibe zwei mögliche Fehlerbilder, die bei der Ausführung des Sprungwurfes im Basketball auftreten können.
Erkläre die allgemeine Vorgehensweise bei der Bewegungs- bzw. Fehlerkorrektur.
Im Rahmen einer Untersuchungsreihe führen die Spieler einer Basketballmannschaft zwei verschiedene beidbeinige Sprünge aus dem Stand auf einer Kraftmessplatte durch. Die gemessenen Werte der Vertikalkraft eines Spielers sind in der Tabelle 1 aufgeführt.
![Tabelle mit Messwerten für Sprung A und Sprung B: Zeit [s] und Kraft [N] in mehreren Zeilen.](https://www.schullv.de/resources/images/mathe/desktop/c21f4293_Bildschirmfoto 2026-06-14 um 13.34.51.png)
Tabelle 1: Messwerte der Vertikalkraft
Zeichne ein Kraft-Zeit-Diagramm anhand der Tabelle 1 für beide Sprünge und kennzeichne für Sprung A in deiner Darstellung die Zeitpunkte folgender Elemente:
a) Ausgangsposition
b) Beginn des Abbremsens der Abwärtsbewegung
c) Beginn der Streckbewegung
d) Absprung.
Beschreibe die Unterschiede in der Ausführung beider Sprünge und begründe aus biomechanischer Sicht, mit welchem Sprung eine größere Höhe erreicht wird.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?- azyklische Bewegung mit Vorbereitungs-, Haupt- und Endphase
- VP 1-4, HP 5-7, EP 8-9
Vorbereitungsphase:
- Schaffung von optimalen Voraussetzungen,
- z. B. Einspringen (KSP senken) Ballaufnahme, Stoppen in der Grundstellung (Bilder 1 bis 3), Positionierung zum Korb
Hauptphase:
- Lösung der Bewegungsaufgabe (=Wurf)
- z. B. beidbeiniger Absprung nach oben wird durch ein schwungvolles Hochführen des Balles in die Wurfauslage unterstützt (Bilder 5 - 7)
- z. B. einhändiger Abwurf des Balles am höchsten Punkt der Flugphase bzw. Umkehrpunkt
Endphase:
- Zurückkehren in eine stabile Position
- z. B. Bereitschaft von Folgeaktionen (vgl. Rebound), Werfer sichert das Gleichgewicht
Prinzip der optimalen räumlichen u. zeitlichen Koordination der Teilimpulse:
- Beschleunigungsimpulse der einzelnen Körperteile müssen zeitlich und räumlich optimal koordiniert werden
- Teilbewegung Sprung: Streckbewegung der Beine und Hochführen der Arme/des Balls
- Teilbewegung Wurf: die Geschwindigkeitsvektoren des (Wurf-)armes müssen in die anvisierte Richtung gehen, Impulsübertragung: Schulter - Ellenbogen - Handgelenk - Finger
- Hauptschwierigkeit in der Ausführung liegt darin, dass (anders als beim Standwurf) der Impuls aus der Streckung der Beine nicht unmittelbar in die Wurfbewegung übergeht (Eindruck der Verzögerung)
Prinzip der Gegenwirkung:
- zu jeder Kraftwirkung besteht eine entgegengesetzt gerichtete, gleich große Kraftwirkung (actio et reactio)
- Sprunghöhe resultiert aus der Krafteinwirkung auf den Boden
- als freibewegtes System: Bogenspannung im Sprung → Stabilisierung des Werfers in der Luft → Erhöhung der Zielgenauigkeit
- Differenzierungsfähigkeit: Sprungwurf aus unterschiedlichen Entfernungen
- Orientierungsfähigkeit: Spieler - Gegenspieler - Feld - Korb - Mitspieler
- Kopplungsfähigkeit: zwischen Arm- und Beinbewegungen, Absprung und Wurf am höchsten Punkt
- Gleichgewichtsfähigkeit: Stoppen aus hohem Tempo mit anschließendem Absprung, Rücklage beim Wurf
- optischer Analysator
o Rezeptoren des Auges
o Auskunft über Umgebung, Eigen- und Fremdbewegung
o Korb-, Gegner- und Mitspielerposition; Entfernung zum Korb
- kinästhetischer Analysator
o Rezeptoren in Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenken
o Auskunft über Stellung der Extremitäten, des Rumpfes und der einwirkenden Kräfte
o Position des Armes und der Handfläche, Abklappen des Handgelenkes
o Krafteinsatz in Abhängigkeit von der Entfernung zum Korb
- taktiler Analysator
o Rezeptoren in der Haut
o Auskunft über Form und Oberfläche berührter Gegenstände
o Lage des Balls in der Hand; Oberfläche des Hallenbodens
- statico-dynamischer Analysator
o Rezeptoren im Innenohr
o Auskunft über Gleichgewicht beim Abstoppen aus der Bewegung und beim Abwurf in der Luft (stabile Körperhaltung)
Phasen nennen:
- Grobkoordination, Feinkoordination, variable Verfügbarkeit
Grobkoordination charakterisieren:
- Bewegung gelingt meist nicht auf Anhieb bzw. nur unter sehr günstigen Bedingungen
- Bewegungsabläufe sind verkrampft, unökonomisch, wenig flüssig und vielfach fehlerhaft
- Anfänger zeigt überschüssige und räumlich-zeitlich schlecht koordinierte Mitbewegungen
- unpräziser Krafteinsatz, Muskeln nicht in richtiger Dosierung
- eckige Bewegungsausführung (fehlender Fluss)
- Bewegungsumfang ungenügend
- geringe Präzision, eher zufällige Treffer
- visuelle Analysatoren überwiegen
- Ball zu weit vor dem Körper geführt → Gefahr der Ballabnahme bzw. Risiko des Ballverlustes durch Gegner
- fehlende Armstreckung → mangelnde Präzision
- Ball wird hinter den Kopf geführt bzw. falsch gehalten → Einfluss auf Flugkurve des Balls möglich,
- Ball wird schon in der Aufstiegsphase geworfen – nicht am höchsten Punkt → Einfluss auf die Flugkurve, Überspielen des Gegners
- Oberkörper ist nicht aufrecht/Hohlkreuzbildung → mangelndes Gleichgewicht etc.
- zu tiefe Ausholbewegung → vgl. Prinzip der Anfangskraft
- fehlerhafte Fußstellung (z. B. beim Rechtshänder links vorn) → Bewegungs- und Krafteinschränkung
- Hauptfehler fokussieren
- sofortige Korrektur (innerhalb 10 s)
- Lerntyp berücksichtigen
- mehrfaches korrektes Wiederholen notwendig
- Anweisungen sind zielorientiert
- motivieren, ermutigen und wertschätzen
- Achsen mit Beschriftung
- Einzeichnen der Kurve
- a, b, c, d sind richtig zugeordnet
IMAGE
Unterschiede beschreiben:
- Sprung A mit Ausholbewegung vorm Absprung
- Sprung B ohne Ausholbewegung
- größere Höhe möglich mit Sprung A
biomechanisch begründen:
- Prinzip der Anfangskraft:
o Abbremsen einer entgegengesetzt gerichteten Bewegung
o abrupte Dehnung der Arbeitsmuskulatur
o Speicherung der kinetischen Energie in den elastischen Komponenten der Muskeln und Sehnen
o zusätzliche Innervation von nicht aktivierten Muskelfasern
o zu Beginn der Zielbewegung ist dadurch schon eine Kraft für die nachfolgende Bewegung vorhanden
o Kraftstoß bei Übergang ohne Unterbrechung insgesamt größer