Thema: Bewegungslehre
Die motorische Entwicklung im Laufe des Lebens ist als ein Teilaspekt der menschlichen Ontogenese, der Gesamtentwicklung eines Individuums von der Geburt bis zum Tod, zu verstehen. Motorik und Entwicklung stehen dabei in enger Wechselbeziehung und beeinflussen sich gegenseitig. Reifungsprozesse und körperliches Wachstum beeinflussen in erheblichem Maße die motorische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Beschreibe die Entwicklung der Maximalkraft von Männern und Frauen mit Hilfe der Abbildung 1 und begründe die unterschiedlichen Kurvenverläufe.

Abbildung 1: Entwicklung der Maximalkraft des Musculus biceps brachii
Bei den sensiblen Phasen handelt es sich um Altersabschnitte des Menschen, in denen der Körper sehr empfänglich auf bestimmte Erfahrungen und Trainingsreize reagiert (erhöhte Trainierbarkeit).

Abbildung 2: Sportliche Entwicklung im Kindes- und Jugendalter nach Martin, 1982
Ordne zu jeder in Abbildung 2 dargestellten Fähigkeit den Altersabschnitt mit der höchsten Trainingssensibilität zu und gib jeweils die motorische Entwicklungsphase des Menschen an.
Begründe die Häufung von sensiblen Phasen im Alter von 8 bis 12 Jahren.
„Sportwettkämpfe sollten in der Altersgruppe 12 bis 13 abgeschafft werden.“ Diskutiere diese Aussage unter Einbeziehung der Abbildung 3.

Abbildung 3: Biologisches Alter von Schülern (graue Säule) und Schülerinnen (weiße Säule) mit einem kalendarischen Alter von 12,9 Jahren
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Maximalkraftentwicklung (mittels Abb.) beschreiben:
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dargestellt ist die Entwicklung der Maximalkraft (des M. biceps brachii) von Männern und Frauen im Alter von 8 bis 18 Jahren
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die Maximalkraft der Männer ist im gesamten Zeitraum größer
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bei Frauen liegt ein annähernd linearer Verlauf vor
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bei Männern bis 12 Jahre und ab 15 Jahre verläuft die Kurve zunächst ebenfalls linear, von 12 bis 15 Jahren exponentiell
Maximalkraftentwicklung begründen:
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Kraftentwicklung steht in enger Abhängigkeit zum geschlechtsspezifischen Hormonspiegel von Testosteron und Östrogen
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Testosteron hat eine doppelt so starke eiweißaufbauende Wirkung
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exponentieller Anstieg mit Eintritt in die Pubertät bei Jungen
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erhöhte Trainierbarkeit der Muskulatur von männlichen Jugendlichen und Erwachsenen
motorische Entwicklungsphase angeben:
Motorische Lernfähigkeit – 10/11 J. – spätes Schulkindalter
Differenzierungsfähigkeit – 10/11 J. – spätes Schulkindalter
Reaktionsfähigkeit – 8/9 J. – frühes Schulkindalter
Orientierungsfähigkeit – 12/13/14 J. – spätes Schulkindalter & Pubeszenz
Rhythmusfähigkeit – 9/10 J. – frühes bis spätes Schulkindalter
Gleichgewichtsfähigkeit – 10/11 J. – spätes Schulkindalter
„sensible Phasen häufig von 8 bis 12 Jahren“ begründen:
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frühes Schulkindalter: starke koordinative Entwicklung durch harmonische Körperproportionen und optimale Kraft-Last-Hebel-Verhältnisse
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spätes Schulkindalter
– beste motorische Lernfähigkeit („Goldenes motorisches Lernalter“)
– Lernen oftmals „auf Anhieb“
– optimale Kraft-Last-Hebelverhältnisse, geringes Körpergewicht, Risikobereitschaft, Konzentrationsfähigkeit, hoher Bewegungsdrang (ideale psychophysische Voraussetzungen)
„Sportwettkämpfe zwischen 12 und 13 Jahren abschaffen“ diskutieren:
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Pro
– kalendarisch sind alle gleich alt (12,9) und treten in einer Altersklasse an
– biologisch gibt es starke Abweichungen (einige sind 9 und andere 15 Jahre alt – Streubreite 7 Jahre)
– biologisch ältere Sportler haben höhere Leistungsfähigkeit als jüngere
– Gewinn- und Platzierungschancen höher
– für biologisch jüngere Sportler demotivierend -
Kontra
– Wettkämpfe haben hohe Bedeutung (Motivation)
– biologisch jüngere Sportler haben vielleicht Vorteile in koordinativ anspruchsvollen Wettbewerben (z. B. Turnen) -
Fazit
– z. B. Wettkämpfe nach biologischen Altersgruppen wären fairer, aber organisatorisch schwer umzusetzen