Thema: Trainingslehre und sportbiologische Grundlagen
„Die Situation ist zum Ritual geworden: Nach einem läuferischen oder spielerischen Aufwärmen versammelt sich die Klasse im Kreis und beginnt nach den Vorgaben der Lehrkraft mit systematischen Dehnübungen; diese waren in der Regel immer aus dem Katalog der Stretchingübungen und sind dies zum Teil nach wie vor; allerdings kann man seit etwa 10 Jahren auch wieder zunehmend dynamische Übungen beobachten. Begründungen für diese Struktur einer Stundeneinleitung gab und gibt es viele, und dennoch sind einige der Hauptargumente, wie etwa das der Verletzungsprophylaxe, in den letzten Jahren ins Wanken geraten – auch wenn keine einzige Untersuchung dabei den Schulsport im Fokus ihrer Forschungsinteressen hatte.“ (König & Gesehl, 2009)
Definiere den Begriff Beweglichkeit und erläutere zwei Aspekte ihrer Bedeutung anhand sportpraktischer Beispiele.
Beschreibe kurz zwei physische Faktoren, welche die Beweglichkeit beeinflussen.
Bewerte, unter Zuhilfenahme der Tabelle 1, die Anwendung der Dehnmaßnahmen im einleitenden Text.

Tabelle 1: Akute, kurzfristige und langfristige Effekte unterschiedlicher Dehnmaßnahmen auf verschiedene Parameter (mod. Klee & Wiemann, 2005)
Beschreibe jeweils eine Übungsform zur Steigerung der Beweglichkeit des Brustmuskels und des großen Gesäßmuskels und erkläre die dabei verwendete Dehnmethode.
Die Kombination aus CR-Stretching (CR=Contract-Relax) und AC-Stretching (AC=Antagonist-Contract) ist erwiesenermaßen die effizienteste Dehnungsmethode.
Erkläre die CR-Stretching-Methode und begründe den häufigen physiotherapeutischen Einsatz nach Gelenksverletzungen.
2.1Definition Beweglichkeit
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konditionelle Fähigkeit/Eigenschaft
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Bewegungen mit großer Schwingungsweite selbst bzw. durch Einfluss äußerer Kräfte ausführen
mögliche Ergänzungen:
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in einem oder mehreren Gelenken auszuführen
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Synonyme sind: Flexibilität, Biegsamkeit auch
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Gelenkigkeit: Struktur des Gelenks betreffend oder Dehnungsfähigkeit: Muskeln, Sehnen und Bänder betreffend
Erläuterung der Bedeutung an zwei Beispielen
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Steigerung der qualitativen/quantitativen Bewegungsausführung wie z. B. dem Spagat oder dem Hürdenschritt
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Optimierung der konditionellen motorischen Hauptbeanspruchungsformen da Agonisten einen geringeren Widerstand der Antagonisten überwinden müssen (ökonomischer bei Ausdauersportarten wie dem Schwimmen)
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bei Kraft- und Schnelligkeitsübungen dient eine vermehrte Vordehnung dazu, reflektorisch mehr Muskelfasern in die Bewegung einzubeziehen (mehr Kraft, Tempo beim Diskuswurf)
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Haltungsprophylaxe durch Vermeidung muskulärer Dysbalancen nach einem Krafttraining
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Optimierung der Wiederherstellung nach Belastung durch Senkung des Muskeltonus-Durchblutungssteigerung
2.2kurze Beschreibung zweier physischer Einflussfaktoren
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Muskeltonus
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Muskelmasse, Anzahl der Sarkomere
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Erwärmungszustand
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Gelenkstruktur
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Wassergehalt
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Alter und Geschlecht
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Muskelfaszien und Muskelhüllen
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Titin- und Nebulin-Filamente
2.3kritische Bewertung der Beweglichkeitssteigerung
Pro + Bezug zur Sportstunde
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akut, kurzfristig und langfristig zeigen sich bei unterschiedlichen Dehnmaßnahmen positive Effekte auf die Gelenkreichweite
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kurz- und langfristig auch auf das Wohlbefinden
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langfristig erhöhen sich auch die Muskellänge und die Kontraktionskraft
Contra + Bezug zur Sportstunde
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allerdings können kurzfristig die Kontraktionskraft und die Schnellkraftleistung herabgesetzt werden, sodass unmittelbar vor entsprechenden Belastungen nicht oder nicht zu intensiv gedehnt werden sollte (vgl. Text)
2.4Bsp.: passiv-statische Dehnungsübung für großen Gesäßmuskel
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im Stehen das Knie mit beidem Armen Richtung Oberkörper ziehen
Bsp.: passiv-statische Dehnungsübung für Brustmuskel
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angewinkelten Arm nach hinten führen und gegen Wand drücken
2.5Beschreibung CR-Stretching (= Contract-Relax-Stretching)
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maximale Anspannung des zu dehnenden Muskels (bis zu 10 s)
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unmittelbar danach dehnen
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Ausnutzung der hemmenden Wirkung der Sehnenspindeln
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→ Muskel wird nach Kontraktion entspannt und es kann eine erweiterte Dehnstellung eingenommen werden
physiotherapeutischer Einsatz: mit einfachen Mittel (z. B. Druck gegen Therapeuten möglich) erweiterte Dehnstellung ausführbar und hilft Vernarbungen und Verklebungen zu lösen