Thema: Bewegungslehre
Der Sprungwurf ist eine der wichtigsten Wurfarten im Handball. Angewendet wird er, um sich wirkungsvoll gegen eine abwehrende Person durchzusetzen. In der Ausführung gibt es zwei Möglichkeiten:
Der Sprungwurf in die Höhe wird häufig für einen Angriff aus der zweiten Reihe genutzt. Somit kann man den gegnerischen Abwehrblock überwinden und ungehindert auf das Tor werfen.
Der Sprungwurf in den Torraum ist strategisch besonders sinnvoll, nachdem man sich bei einer 1:1-Situation durchsetzen konnte, da sich durch den weiten Sprung in den Torraum die Distanz deutlich verringert. So steigt die Wahrscheinlichkeit eines Treffers erheblich.

Abbildung 4: Sprungwurf im Handball
Der Sprungwurf (Abbildung 4) ist eine azyklische Bewegung. Grenze die einzelnen Phasen voneinander ab.
Bei allen sportlichen Bewegungen gelten mechanische Gesetzmäßigkeiten, die unter Beachtung der biologischen Besonderheiten des menschlichen Körpers berücksichtigt werden müssen. Analysiere die Bedeutung der Vorbereitungs- und Hauptphase anhand je eines biomechanischen Prinzips für einen optimalen Sprungwurf im Handball.
Erkläre drei bedeutsame qualitative Bewegungsmerkmale für den Sprungwurf im Handball.
„Beobachtet man Weltklassespieler bzw. -spielerinnen im Handball, so fällt auf, dass diese einen Großteil ihrer Tore aus dem Stemmwurf erzielen, wobei sie dabei sehr variabel agieren. Umso verwunderlicher ist es, dass diese technischen Grundfertigkeiten im Training zusehends vernachlässigt werden. Gerade innerhalb der Grundschulung ist zu verzeichnen, dass die jungen Handballer bzw. Handballerinnen eher einen Sprungwurf als einen guten Stemmwurf (Abbildung 5) beherrschen. Unser Ansatz geht in eine andere Richtung, da wir der Meinung sind, dass vor der Schulung des Sprungwurfs ein intensives Üben des Stemmwurfes erforderlich ist“ (Hofmann, 1999).
Begründe die Meinung des Kreislehrwartes Jürgen Hofmann.

Abbildung 5: Stemmwurf bzw. Schlagwurf im Handball
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Vorbereitungsphase (VP) zu Hauptphase (HP): zwischen 5 und 6
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Hauptphase (HP) zu Endphase (EP): 7 und 8
Vorbereitungsphase: Prinzip der Anfangskraft
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hohe Endgeschwindigkeit durch eine einleitende entgegengesetzte Bewegung
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durch Abbremsen der Gegenbewegung entsteht Anfangskraft für nachfolgende Beschleunigung, wenn der Übergang ohne Unterbrechung erfolgt
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möglicher Handballbezug:
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Absenken des Körperschwerpunktes (KSP) durch Vorbeugen des Oberkörpers, KSP in tiefster Lage, zu Beginn der Aufwärtsbewegung mit dem Stemmschritt existiert Anfangskraft
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erhöhte Absprunggeschwindigkeit/vergrößerte Sprunghöhe
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Rückführen des Wurfarmes analog
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oder Vorbereitungsphase: optimaler Beschleunigungsweg
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Ziel: Erreichen einer maximalen Endgeschwindigkeit
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geradliniger Beschleunigungsweg, verbunden mit optimalem Vordehnen der Muskulatur
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optimal, nicht maximal (drei Schritte)
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möglicher Handballbezug:
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Anlauf in drei Schritten
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Senken des KSP (Stemmschritt)
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Verwringung Schulter und Oberkörper
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Bogenspannung in der Ausholbewegung
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Hauptphase: Prinzip der optimalen Koordination der Teilimpulse
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Beschleunigungsimpulse einzelner Körperteile müssen optimal koordiniert werden, um ein Wurfgerät maximal weit werfen oder den Gesamtkörper maximal beschleunigen zu können
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möglicher Handballbezug:
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maximale Beschleunigung des Balls nur, wenn Geschwindigkeitsmaxima der beteiligten Kraftimpulse nicht gleichzeitig, sondern direkt nacheinander geschaltet sind
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Körperteilimpulse werden durch Abbremsen von einem Körperteil auf das nächste übertragen: Bogenspannung des Rumpfes, auf Schulter, den Ellenbogen, das Handgelenk, zum Ball in die gleiche Richtung (zum Tor)
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oder Hauptphase: Prinzip der Gegenwirkung
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actio et reactio, jede Kraft bewirkt eine entgegengesetzt gerichtete gleich große Gegenkraft
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Möglichkeiten: Körper in Kontakt mit Boden oder als freibewegtes System
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möglicher Handballbezug:
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frei bewegtes System in der Flugphase: Wurfarmschulter zurück, andere Schulter geht vor, Verwringung in der Hüfte, Beinbewegung gegensätzlich → Erhaltung des Gleichgewichts und Erhöhung der Zielgenauigkeit
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Bewegungskopplung:
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Abstimmung der Teilbewegungen einer sportlichen Aktion zu einem einheitlichen Ganzen
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Handball (HB): Kopplung zwischen Arm- und Beinbewegung (Absprung und Wurf), Bogenspannung Rumpf
Bewegungsfluss:
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Grad der Kontinuität im Ablauf eines motorischen Aktes
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Übergänge zwischen VP, HP und EP möglichst kontinuierlich, glatten bzw. runden Bewegungsverlauf
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HB: fließende Übergänge von stoppen, Springen und Werfen
Bewegungspräzision
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Fähigkeit zu einer genauen Bewegungsausführung
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HB: Ziel- und Treffgenauigkeit (z. B. Wurf ins Toreck)
Bewegungsumfang
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optimale räumliche Ausdehnung einer Bewegung
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HB: Raumgewinn, Schrittlänge Stemmschritt, Rückführung des Wurfarmes, Einhaltung der Regeln (Übertritt am Kreis)
Bewegungstempo
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zeitliche Dauer eines Bewegungsablaufes
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HB: schnelle Ausführung vorteilhaft für Höhe bzw. Überspringen der Abwehr, schneller Armzug
Bewegungsstärke
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Ausmaß des Muskelkrafteinsatzes innerhalb eines Bewegungsablaufes
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HB: kraftvoller Wurf schwerer zu halten aber auch differenzierter Krafteinsatz (z. B. Heber, Dreher)
Bewegungsrhythmus:
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beinhaltet die bewegungsspezifische dynamische Ordnung einer motorischen Aktion
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HB: Anlaufgestaltung (Drei-Schrittrhythmus)
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vom Leichten zum Schweren oder Einfachen zum Komplexen (d. h. Stemmwurf aus dem Stand als Grundlage für den Sprungwurf)
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ggf. geringeres Verletzungsrisiko
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Bewegungsverwandtschaft (Transferenz) zum bekannten Schlagballweitwurf (z. B. Zweifelderball)
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Toreffizienz ähnlich (Textbezug: erfahrene Sportler erfolgreich), Überraschungsmoment
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höhere Wurfkraft möglich