Inhalt
Smarter Learning!
Inhalt
Bundesland, Schulart & Klasse
Bundesland, Schulart & Klasse
BW, Gymnasium (G9)
Baden-Württemberg
Berufl. Gymnasium (AG)
Berufl. Gymnasium (BTG)
Berufl. Gymnasium (EG)
Berufl. Gymnasium (SGG)
Berufl. Gymnasium (TG)
Berufl. Gymnasium (WG)
Berufskolleg - FH
Gemeinschaftsschule
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Hauptschule
Realschule
Werkrealschule
Bayern
Fachoberschule
Gymnasium
Mittelschule
Realschule
Berlin
Gymnasium
Integrierte Sekundarschule
Brandenburg
Gesamtschule
Gymnasium
Oberschule
Bremen
Gymnasium (G8)
Oberschule (G9)
Hamburg
Gymnasium
Stadtteilschule
Hessen
Berufl. Gymnasium
Gesamtschule
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Haupt- und Realschule
Hauptschule
Realschule
Mecklenburg-Vorpommern
Gesamtschule
Gymnasium
Niedersachsen
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Integrierte Gesamtschule
Kooperative Gesamtschule
Oberschule
Realschule
NRW
Gesamtschule
Gymnasium
Hauptschule
Realschule
Sekundarschule
Rheinland-Pfalz
Gesamtschule
Gymnasium
Saarland
Gemeinschaftsschule
Gesamtschule
Gymnasium
Realschule
Sachsen
Gymnasium
Oberschule
Sachsen-Anhalt
Fachgymnasium
Gesamtschule
Gymnasium
Sekundarschule
Schleswig-Holstein
Gemeinschaftsschule
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Thüringen
Berufl. Gymnasium
Gemeinschaftsschule
Gesamtschule
Gymnasium
Regelschule
Klasse 13
Klasse 13
Klasse 12
Klasse 11
Klasse 10
Klasse 9
Klasse 8
Klasse 7
Klasse 6
Klasse 5
Fach & Lernbereich
Fachauswahl: Deutsch
Mathe
Deutsch
Englisch
Bio
Chemie
Physik
Geschichte
Geo
Lernbereich
Lektürehilfen
Digitales Schulbuch
Abitur
VERA 8
Abitur
Prüfung
wechseln
Abitur
VERA 8
Smarter Learning!
Schneller lernen mit deinem SchulLV-Zugang
  • Zugang zu über 1.000 Original-Prüfungsaufgaben mit Lösungen von 2004-2019
  • Alle Bundesländer und Schularten, empfohlen von über 2.300 Schulen in Deutschland
  • Digitales Schulbuch: Über 1.700 Themen mit Aufgaben und Lösungen
  • Monatlich kündbar, lerne solange du möchtest
Jetzt Zugang freischalten!
Inhaltsverzeichnis
Lernbereich Lektürehilfen
Übersicht
Agnes
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Romanstruktur
Intertextualität
Handlung
Kapitel 1
Kapitel 2-8
Kapitel 9 - 17
Kapitel 18 - 23
Kapitel 24 - 29
Kapitel 30 - 35
Kapitel 36 Schluss
Charaktere
Agnes
Erzähler
Louise
Themen und Orte
Fiktion und Wirklichk...
Bildnis und Identität...
Isolation und Anonymi...
Motive und Symbole
Punkte und Glück
Kälte
Tod
Wärme
Spuren
Schöpfung
Erzählweise
Prüfungsaufgaben zur ...
Corpus Delicti
Übersicht
Handlung
Kap. 1 - 10
Kap. 11 - 16
Kap. 17 - 22
Kap. 23 - 33
Kap. 34 - 40
Kap. 41 - 50
Aufbau
Charakterisierung
Mia Holl
Moritz Holl
Heinrich Kramer
Die ideale Geliebte
Anwalt Rosentreter
Richterin Sophie
Richter Hutschneider
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Erzählperspektive
Kontext
Moderne
Zukunftsliteratur
Persönliche Einflüsse
Rezeption
Interpretation
Diktatur - Die Method...
Körper höchstes Gut
Gericht ohne Recht
Totale Überwachung
Kampf um Freiheit
Science Fiction oder ...
Prüfungsaufgaben zur ...
Dantons Tod
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Handlung
Akt 1
Akt 2
Akt 3
Akt 4
Personen
Figurenkonstellation
Danton
Die Dantonisten
Robespierre und der W...
Interpretation
Der politische Aspekt
Der weltanschauliche ...
Fazit
Realismus in Dantons ...
Prüfungsaufgaben zur ...
Das Fräulein von Scud...
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Handlung
Die Geheimnisse der M...
Paris, die Stadt des ...
Die Herkunft des Käst...
Ein weiterer Mord
Oliviers Erzählung
Tugend siegt am Ende ...
Charaktere
Magdaleine von Scuder...
René Cardillac
Das Paar Olivier Brus...
Der Hofstaat - Ludwig...
Das Gesetz - la Regni...
Themen
Der Mensch - zum Gute...
Schuld, Unschuld und ...
Illusion und Wirklich...
Motive und Symbole
Tag und Nacht, Himmel...
Der Schmuck und die J...
Prüfungsaufgaben zur ...
Das Parfum
Handlung
Erster Teil
Zweiter Teil
Dritter Teil
Vierter Teil
Formaler Aufbau
Charakterisierungen
Grenouille
Pater Terrier
Madame Gaillard
Grimal
Baldini
Marquise
Antoine Richis
Laure Richis
Druot
Stil
Erzählperspektive
Sprache
Rhetorische Mittel
Kontext
Epoche
Parfüm-Geschichte
Interpretation
Grenouille als Monste...
Genie-Gedanke
Innere Duftwelt
Duft als Macht
Bildungsroman
Schauerroman
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Besuch der alten ...
Kontext und Einordnun...
Handlung
Charaktere
Claire Zachanassian
Alfred Ill
Der Lehrer
Der Pfarrer
Der Polizist
Familie Ill
Die Güllener
Interpretation
Themen
Symbole
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Bürgermeister
Der goldne Topf
Handlung
1. Vigilie
2. Vigilie
3. Vigilie
4. Vigilie
5. Vigilie
6. Vigilie
7. Vigilie
8. Vigilie
9. Vigilie
10. Vigilie
11. Vigilie
12. Vigilie
Kontext
Epoche
Entstehung und Rezept...
Modernes Märchen
Personen
Aufbau
Antithetik
Erzähltechnik
Stil und Sprache
Sprache
Mythen
Interpretation
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Proceß
Entstehung und Einord...
Inhalt
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
Figuren
Josef K.
Onkel K.
Advokat Huld
Kaufmann Block
Gerichtsmaler Titorel...
Die Frauenfiguren
Einführung
Fräulein Bürstner
Frau des Gerichtsdien...
Leni
Struktur
Sprache und Stil
Erzählperspektive
Interpretation
Einführung
Das Gericht
Die Türhüterparabel
Verschiedene Interpre...
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Sandmann
Handlung
Personen
Kontext und Einordnun...
Motive
Doppelgängermotiv
Augenmotiv
Sprache
Interpretation
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Steppenwolf
Handlung
Zusammenfassung
Vorwort des Herausgeb...
Harry Hallers Aufzeic...
Tractat vom Steppenwo...
Harry Hallers Aufzeic...
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Vorwort des Herausgeb...
Harry Hallers Aufzeic...
Tractat vom Steppenwo...
Charaktere
Hauptperson
Kontrast- und Spiegel...
Hermine
Pablo
Maria
Nebenfiguren
Die Bürger
Die unsterblichen Kün...
Stil und Sprache
Vorwort des fiktiven ...
Harry Hallers Aufzeic...
Tractat vom Steppenwo...
Motive, Symbole und B...
Der Steppenwolf
Der Spiegel
Die Ewigkeit und der ...
Die Unsterblichen
Die Musik
Der Tanz
Der Humor
Die Bedeutung des Mag...
Interpretation
Zeit- und Kulturkriti...
Entwicklung der Persö...
Parallelen zu Goethes...
Autobiographische Sel...
Die Marquise von O...
Übersicht
Handlung
Abschnitt 1
Abschnitt 2
Abschnitt 3
Abschnitt 4
Abschnitt 5
Aufbau
Charakterisierung
Die Marquise von O...
Herr von G...
Frau von G...
Graf F...
Stil
Erzählperspektive
Stilmittel
Kontext
Zeitgeschichte
Das Frauenbild um 180...
Interpretation
Gesellschaftskritik
Emanzipation
Tiefenpsychologie
Die Verwandlung
Kontext und Einordnun...
Inhalt
1. Teil
2. Teil
3. Teil
Struktur
Sprache und Stil
Figuren
Der Vater
Die Mutter
Die Schwester
Gregor
Interpretation
Die biographische Int...
Die psychoanalytische...
Die sozialkritische I...
Motive
Welche Verwandlung?
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Faust I
Kontext und Einordnun...
Autor
Epocheneinordnung
Inhalt der Vorspiele
Inhalt der Gelehrten-...
Nacht
Vor dem Tor
Studierzimmer (I)
Studierzimmer (II)
Brückenszenen
Auerbachs Keller in L...
Hexenküche
Inhalt der Gretchen T...
Straße I
Abend
Spaziergang
Der Nachbarin Haus
Straße II
Garten
Ein Gartenhäuschen
Wald und Höhle
Gretchens Stube
Marthens Garten
Am Brunnen
Zwinger
Nacht
Dom
Walpurgisnacht
Walpurgisnachtstraum
Trüber Tag, Feld
Nacht, offen Feld
Kerker
Figuren
Figurenübersicht
Faust
Gretchen
Mephisto
Nebencharaktere
Struktur
Sprache und Stil
Interpretation
Faust und die Konzept...
Faust und Gretchen
Der Pakt mit dem Teuf...
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Hamlet
Übersicht
Handlung
Akt 1
Akt 2
Akt 3
Akt 4
Akt 5
Aufbau
Charakterisierung
Hamlet
Gertrude
Claudius
Polonius
Ophelia
Laertes
Horatio
Geist
Figurenkonstellation
Stil
Sprache
Stilmittel
Monologe
Motive
Kontext
Epoche
Rezeption
Geschichtlicher Hinte...
Interpretation
Schein
Wahnsinn
Rache
Machtgier
Mutter-Problematik
Liebe
Krimi
Homo Faber
Kontext und Einordnun...
Gliederung
Erste Station
Zweite Station
Handlung
Erste Station
Zweite Station
Figuren
Walter Faber
Hanna Piper
Elisabeth Piper
Ivy
Formales und sprachli...
Ein Bericht? Formaler...
Sprechende Namen
Sprache und Stil
Interpretation
Themen
Orte
Motive und Symbole
Frischs Kritik am Typ...
Prüfungsaufgaben zur ...
Irrungen, Wirrungen
Übersicht
Handlung
Kapitel 1 - 15
Kapitel 16 - 26
Aufbau
Charakterisierung
Lene Nimptsch
Botho von Rienäcker
Frau Nimptsch
Frau Dörr
Käthe von Sellenthin
Gideon Franke
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Erzählperspektive
Motive
Kontext
Epoche
Rezeption
Geschichtlicher Hinte...
Interpretation
Entwicklungsroman
Gesellschaftskritik
Zeitroman
Psychologischer Roman
Kabale und Liebe
Kontext und Einordnun...
Inhalt
Auf einen Blick
Akt I
Akt II
Akt III
Akt IV
Akt V
Struktur
Sprache und Stil
Figuren
Auf einen Blick
Miller
Millers Frau
Luise
Sekretär Wurm
Ferdinand von Walter
Präsident von Walter
Hofmarschall von Kalb
Lady Milford
Interpretation
Auf einen Blick
Sozialkritik in Kabal...
Elemente des Sturm un...
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Klein Zaches genannt ...
Kontext und Einordnun...
Inhalt
Figuren
Allgemeines
Balthasar
Zaches
Struktur
Interpretation
Klein Zaches und das ...
Klein Zaches - eine S...
Fazit
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Landnahme
Übersicht
Handlung
Prolog
Thomas Nicolas
Marion Demutz
Peter Koller
Katharina Hollenbach
Sigurd Kitzerow
Epilog
Aufbau
Charakterisierung
Bernhard Haber
Thomas Nicolas
Marion Demutz
Peter Koller
Katharina Hollenbach
Sigurd Kitzerow
Stil
Erzählperspektive
Stilmittel
Kontext
Geschichtlicher Hinte...
Rezeption
Interpretation
Heimat
Fremdenfeindlichkeit
Gesellschaftskritik
Lenz
Übersicht
Handlung
Gebirgswanderung
Leben im Pfarrhaus
Treffen mit Kaufmann
Oberlins Abwesenheit
Selbstmordversuche
Aufbau
Charakterisierung
Lenz
Oberlin
Kaufmann
Stil
Sprache
Erzählperspektive
Interpretation
Motive
Lenz' Weltanschauung
Prüfungsaufgaben zur ...
Maria Stuart
Handlung
1. Aufzug
2. Aufzug
3. Aufzug
4. Aufzug
5. Aufzug
Kontext
Epoche
Rezeption
Geschichtlicher Hinte...
Personen
Charakterisierungen
Personenkonstellation
Aufbau des Dramas
Stil und Sprache
Stilmittel
Metrum und Reim
Interpretation
Prüfungsaufgaben zur ...
Medea
Übersicht
Handlung
Prolog
Einzugslied
1. Aufzug
1. Standlied
2. Aufzug
2. Standlied
3. Aufzug
3. Standlied
4. Aufzug
4. Standlied
5. Aufzug
5. Standlied
Auszug
Aufbau
Charakterisierung
Medea
Jason
Amme
Kreon
Aigeus
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Figurenrede
Kontext
Euripides' Werk
Mythos Medea
Interpretation
Rachsucht aus Liebe
Patriarchale Welt
Vergleich mit Medea. ...
Medea. Stimmen
Übersicht
Handlung
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Aufbau
Charakterisierung
Medea
Jason
Leukon
Akamas
Agameda
Presbon
Glauke
Kreon
Lyssa
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Erzählperspektive
Kontext
Zeitgeschichtlicher H...
Mythos Medea
Interpretation
Autobiografisch
Sündenbock-Thematik
Feminismus
Vergleich mit Euripid...
Woyzeck
Handlung
Zusammenfassung
Szene 1 - 2
Szene 3 - 7
Szene 8 - 10
Szene 11 - 15
Szene 16 - 21
Szene 22 - 26
Szene 27
Aufbau des Dramas
Charakterisierungen
Franz Woyzeck
Marie Zickwolf
Nebenfiguren
Stil und Sprache
Kontext
Epoche
Geschichtlicher Hinte...
Interpretation
Woyzecks Motive
Armut und Arbeit
Das Erbsenexperiment
Zurechnungsfähigkeit

Danton

Lektürehilfen
Download als Dokument:PDF

Danton

Da das Drama nach ihm betitelt ist und es um die Geschehnisse um seinen Tod herum geht, ist Danton die Schlüsselfigur von Büchners Werk. Für seine Bedeutung sprechen auch die Komplexität seines Charakters und die Entwicklung, die er im Dramenverlauf macht. Manche Wissenschaftler vermuten, dass Büchner den Charakter Danton zum Teil das aussprechen ließ, was er selbst dachte, dass Danton also einerseits eine historische Person, andererseits aber auch das literarische Sprachrohr Büchners ist. Dies wird damit begründet, dass Danton an vielen Stellen seine nihilistische Sicht auf das Leben und die Idee des Geschichtsfatalismus darlegt. Danton muss daher nicht nur als Charakter, sondern auch als Träger der Bedeutung des Dramas bewertet werden.
Danton ist ein extrem vielschichtiger und teilweise auch widersprüchlicher Charakter. Er ist zwar die wichtigste Person, aber nicht der Held des Dramas. Die Ikone der Revolution wird von Büchner nicht idealisiert, sondern mit ihren Schwächen und Stärken gezeigt. Zur Übersichtlichkeit und aufgrund des erheblichen Unterschieds konzentriert sich diese Charakterisierung auf die zwei wesentlichen Facetten von Dantons Charakter: Er tritt uns als Privatmann und als Politiker gegenüber.
Der Privatmann Danton liebt den Genuss über alles. Die Zeit vertreibt er sich mit Kartenspielen
(Akt 1, Szene 1) oder in der Anwesenheit von Prostituierten (Akt 1, Szene 5); Alkohol trinkt er zwar im Verlauf des Dramas keinen, doch die Tatsache, dass er Robespierre vorwirft, sich niemals betrunken zu haben (vgl. S. 25), beweist, dass er auch den Alkoholrausch genießt. Ein Moralempfinden fehlt Danton. Für ihn gibt es nichts grundsätzlich Gutes oder grundsätzlich Schlechtes, sondern er sieht die Lust und den Spaß als die wahren Beweggründe menschlichen Handelns. Er ist somit ein Anhänger der Philosophie Epikurs, der im Vergnügen den Sinn des menschlichen Lebens verankert sah. Korruption und Prasserei sind für ihn nicht verwerflich, sondern legitime Wege zum eigenen Vergnügen (vgl S. 26)}. Die Untreue zu seiner Frau – die Aufforderung „Du könntest deine Lippen besser gebrauchen“ (S. 19), die er der Grisette Marion gegenüber äußert, ist eindeutig ein sexuelles Angebot – erzeugt keinerlei Schuldgefühle in Danton. Tatsächlich kommt diese niemals zur Sprache. Danton denkt gar nicht über diese nach, seine Frau weiß wohl nichts davon. Von Tugend und Sitte hält Danton gar nichts, das Laster hält er für ebenso wertvoll. Er stellt die Tugend als Mittel zum Lustgewinn dar (sie gibt ein „ganz behagliches Selbstgefühl“ (S. 79)), womit sie letztlich demselben Ziel dient wie das Laster.
Danton lebt also mit einem gewissen Stolz und mit einem Gefühl der Rechtmäßigkeit ein dekadentes, auf Genuss abzielendes Leben außerhalb der geltenden gesellschaftlichen Moral. Er begründet seine Ausschweifungen mit der philosophischen Ansicht, dass es keine Moral gebe. Da jeder Mensch nach seiner Natur handele, verachtet er keinen, der für seinen Spaß lebt, egal, wie er diesen gewinnt. Die einzige Regel, die es bei ihm im gesellschaftlichen Leben gibt, ist, dass man den anderen nicht den Spaß verderben dürfe. So entzieht er sich selbst jeglichem sozialen Verantwortungsgefühl – während er sich die Zeit mit Prostituierten und Kartenspiel vertreibt, hungert das Volk auf den Straßen, muss sich prostituieren, um zu überleben. Danton ist der Nutznießer dieses Zwangs zur Prostitution, denn die Grisetten, mit denen er sich umgibt, sind nichts als Angehörige der Unterschicht, die sich zusätzliches Geld durch den Verkauf ihres Körpers verdienen.
Überaus merkwürdig mag es erscheinen, dass ein ehemaliger Held der Französischen Revolution sich aus der Politik zurückgezogen hat und nur noch seinen Genüssen frönt. Der Grund für Dantons Ansichten lässt sich auf einen psychologischen Konflikt zurückführen, denn Danton war nicht immer so wenig interessiert an der Politik. Es muss einen Bruch in seinem Leben gegeben haben, der ihn zu dem gemacht hat, der er nun ist. In der Tat zeigt sich hinter der Fassade des frohen Lebemanns, die sich umso weiter auflöst, je mehr Danton mit seinem baldigen Tod konfrontiert wird, eine verletzte und enttäuschte Seele. Die erheblichen Selbstzweifel offenbaren sich im wohl intimsten Moment des Dramas: beim nächtlichen Gespräch Dantons mit Julie. Die Vergangenheit belastet ihn so sehr, dass er sich erst des Nachts an sie erinnert und in einer Halluzination denkt, dass jemand „September“ schreie. Die Erinnerung bringt den sich sonst so selbstsicher und stark gebenden Danton zum Zittern. Im September 1793 tolerierte er als Justizminister die willkürliche Hinrichtung von etwa 1300 Gefangenen. Auf diese Tat ist er nicht stolz, sie bereitet ihm ein schlechtes Gewissen, mit dem er meint, nicht leben zu können (vgl. Akt 2, Szene 4). Die Verunsicherung und die Schuldgefühle möchte er verdrängen, im Gespräch mit Julie stellt er sie als „Notwehr“ (S. 42) dar.
Die Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit löst Danton also auf inkonsequente Art und Weise. Die Rechtfertigung als Notwehr ähnelt der Rhetorik Robespierres, der die zahlreichen Exekutionen ebenfalls als Notwehr betrachtet. Anstatt sich seinem Gewissen zu stellen und die Schuld durch politisches Engagement zu bewältigen, geht Danton den direkt entgegengesetzten Weg. Er verdrängt sein Gewissen, zieht sich aus der Politik zurück, lebt nur noch im Genuss, um sich die Zeit zu vertreiben und nicht mehr an die Politik denken zu müssen. Lieber verneint er die Moral, als sich als unmoralischen Menschen zu sehen. Sein Lebenswandel ist in Wahrheit also die Verarbeitung seines schlechten Gewissens. Da er für die Septembermorde verantwortlich ist und er nicht helfen konnte, möchte Danton lieber in Ruhe leben, als sich einzumischen. Aus der Erfahrung als Mörder und als inkompetenter Politiker speist sich auch sein Weltbild.
Danton strebt nach der Ruhe und dem Genuss, um sich vom Leid der Welt abzulenken. Er hat keine Hoffnung, die Geschichte ändern zu können, denn er sieht sich als ein Instrument an, wie ein Automat, der nur den Zweck erfüllen kann, für den er geschaffen wurde. Danton ist demnach ein Geschichtsfatalist: Der Lauf der Welt ist für ihn unabwendbar, der Einzelne kann sein Schicksal nicht ändern. Als Politiker muss ihm diese Erkenntnis andauernd bewusst gewesen sein, weshalb er sich aus ihr zurückzog, um mit seiner eigenen Unwichtigkeit nicht konfrontiert zu werden. In der Ruhe und im Genuss will er sein Leben verbringen, wenn er schon in ihm keinen höheren Sinn entdecken kann. Die Sinnsuche und das Scheitern beim Erlangen eines Lebenssinns macht zudem die psychologische Krise Dantons aus. Das Gespräch mit der Grisette Marion verdeutlicht sein Lebensgefühl, begeistert stimmt er dieser zu und will sich in ihr auflösen, eins mit ihr werden. Sie formuliert seine Ansicht aus, dass der Mensch seiner Natur gemäß nach dem Wohlbefinden strebt. Marion ist von einem „ununterbrochene[n] Sehnen“ (S. 20) erfüllt. Einerseits bedeutet dies ihre unstillbare Leidenschaft, andererseits aber auch ihre Sehnsucht nach Erfüllung. Dantons genussvolles Leben erhält zusätzlich die Bedeutung einer Suche nach dem Sinn des Lebens.
Dantons Sehnsucht nach einem Sinn wird aber nicht erfüllt, er sieht sich als Nihilist. Daher verneint er die Moral wie auch den höheren Sinn des Lebens. Er äußert sich an vielen Stellen abfällig über den Menschen und die Existenz. Bereits zu beginn des Dramas sieht er den Menschen als einsames Wesen, das auf sich selbst beschränkt bleibt (vgl. Akt 1, Szene 1). „Es wurde ein Fehler gemacht, wie wir geschaffen worden, es fehlt uns was“ (S. 32), meint er. Dies verdeutlicht seine Sinnsuche und das Scheitern derselben. Der Mensch hat ein grundsätzlich unbefriedigendes Leben. Wie ein Schauspieler möchte er sich selbst darstellen, wobei das Leben nur wenig wirkliche Substanz hat und nicht wertvoll genug ist, um es mit aller Kraft zu erhalten (vgl. S. 33). Aufgrund des unabänderlichen Schicksals ist jede Aktivität also sinnlos. Der nach eigenen Aussagen atheistische Danton hat keine Hoffnung auf eine Erlösung. Den Tod wünscht er sich – zumindest aus der Ferne, wie er in der vierten Szene des zweiten Akts zugibt –, um von seinem Gewissen und der Sinnlosigkeit des Daseins befreit zu werden. Doch der Tod ist für ihn auch ein Teil der Welt, einer großen Fäulnis, in der jeder sterben muss. Letztlich bedeutet auch der Tod Unterwerfung unter das Prinzip des Lebens, an dessen Ende nun mal der Tod steht.
Die Todessehnsucht Dantons scheint widersprüchlich zu seinem sonst von Genuss erfüllten Leben zu sein, doch dem ist nicht so. Epikur, sein geistiges Vorbild, betrachtete den Selbstmord durchaus als legitim, wenn er angenehmer sei als das Leben. Für Danton bedeutet der Tod in erster Linie ebenfalls Befreiung vom Leid der Welt. Dabei ist Danton nicht so todessehnsüchtig, wie er sich darstellt. In der bereits erwähnten vierten Szene des zweiten Aktes vermutet er, dass er den Tod nur deshalb als angenehm betrachtet, da er nicht kurz vor ihm steht. Zudem kann er es sich noch nicht vorstellen, zu sterben. Später, kurz vor seiner Hinrichtung, zeigt sich, dass Danton durchaus Angst vor dem Tod empfindet. Er fühlt die Wände auf sich zukommen, vom Tod immer mehr umfasst. Er bekundet, dass es „elend“ sei, sterben zu müssen (S. 73). Auch empfindet er so etwas wie Torschlussangst: „Ich lasse alles in einer schrecklichen Verwirrung. Keiner versteht das Regieren.“ (S. 77)
Danton steht seinem Tod in Wahrheit unentschlossen gegenüber. Einerseits wünscht er ihn sich, andererseits hat er Angst vor ihm und will noch nicht sterben. Der eigentlich feste Charakter Dantons wird in der psychischen Ausnahmesituation vor der eigenen Hinrichtung brüchig. Damit entwickelt sich die Person Danton sehr stark: Der Lebemann wird zum Todessehnsüchtigen, der die Ambition aufgegeben hat. Dann jedoch erwacht die Angst vor dem Tod und der Drang, doch noch etwas zu bewirken. Durch alle Veränderungen hindurch bleibt aber Dantons Verachtung für das Leben gleich, sodass er am Ende schließlich feststellt: „Die Welt ist das Chaos. Das Nichts ist der zu gebärende Weltgott …“ (S. 80)
Der Politiker Danton scheint dagegen ein völlig anderer Mensch zu sein. Der Politiker zweifelt nicht an sich und seiner Wichtigkeit, er ist stets selbstsicher, eloquent und verwendet eine aggressive Rhetorik. Eigentlich ist Danton entzweit mit seinem politischen Leben. In der ersten Szene des ersten Aktes will er mit der Politik „der anderen“ nichts zu tun haben, sein Konflikt mit Robespierre entspringt nicht aus politischer Opposition, also der Ablehnung der Konzepts Robespierres, sondern aus der Verachtung von Robespierres Moralaposteltum. Ein politisches Bewusstsein besitzt er dennoch. Er verteidigt sich auch deshalb nicht, weil er denkt, dass sein Name und sein Ruf beim Volk Robespierre von einer Anklage abhielten. Nur durch die Aufforderung seiner Freunde wird er wieder politisch aktiv, indem er sich Robespierre in einem Gespräch stellt. Wohl fließt darin die Sorge ein, seine Freunde mit sich in den Tod zu reißen.
In der Öffentlichkeit und gegenüber seinen politischen Gegnern stellt sich Danton als ein Mensch dar, der von jeglicher Unsicherheit befreit ist. Das Gewissen stellt Danton im Gespräch mit Robespierre als etwas Lächerliches dar, „vor dem ein Affe sich quält“ (S. 25). Im Gegensatz dazu quält ihn sein Gewissen, wenn er allein ist, doch zeigt er dies nur seinen Freunden und seiner Frau. Der eher defensive und auf Fröhlichkeit und Ruhe bedachte Danton wird in der Konfrontation mit seinen Gegnern zu einem aggressiven Redner. Robespierre unterstellt er Mord und behauptet in sarkastischen und verletzenden Worten, er habe Robespierre „die Absätze […] von den Schuhen“ (S. 26) getreten, womit er dessen Tugend meint, mit der er sich als edler Mensch profilieren möchte. Vor dem Revolutionstribunal kehrt er die Anklage um. Statt sich zu verteidigen, beruft er sich auf seine heldenhaften Taten, bezeichnet sich als den Retter des Vaterlandes und beschimpft seine Ankläger als Verleumder und Diktatoren (vgl. Akt 3, Szene 4 und Szene 9). Das Bild von sich als Helden hält er aufrecht, auch wenn er privat das Heldentum verneint. Dies tut er, um das Volk auf seine Seite zu bringen und gegen Robespierre aufzuwiegeln. Es gelingt ihm letztlich aber nicht, da sich sein Lebensstil erheblich von dem des Volkes unterscheidet und so dessen Zorn erregt.
Sein Widerwillen gegenüber der Politik und sein gänzlich anderer Charakter weisen darauf hin, dass der Politiker Danton in Wahrheit nur eine Rolle seiner selbst ist. Er stützt sich auf das Bild, das das Volk von ihm hat, beruft sich auf seine frühere Taten. In Wahrheit hat sich der Mensch Danton aber weiterentwickelt, sieht sich nicht mehr als Helden an. Er benutzt seinen Ruf, um seine Hinrichtung hinauszuzögern oder um seine Ankläger zumindest zu verunsichern. Als Politiker ist er geschickt, er weiß es, seine Sprache einzusetzen, um sich als einen Helden und den Wohlfahrtsausschuss als Schurken darzustellen. Aufgrund des Geschichtsverlaufs kommt sein Einsatz aber zu spät, sodass er am Ende doch hingerichtet wird.
Kurz vor seinem Tode erwacht noch einmal der Politiker in ihm, also der Willen, auf die Politik einzuwirken. Die bereits erwähnte Torschlussangst zeigt, dass er leben möchte, um Frankreich nicht seinen Henkern, die er für unfähig hält, zu überlassen. Auch tröstet er sich mit der Vorstellung, dass er selbst im Tod durch sein Andenken den Despotismus auslöschen könne. Danton, der seinen Tod kommen sieht, versucht, einen Sinn in seinem Leben zu erkennen, er rechnet damit, Robespierre mit in den Tod zu ziehen. Der Zweifel bricht sich aber wieder Bahn, sodass ihn der Gedanke erschreckt, er leide und sterbe für das Schicksal.
Als Fazit lässt sich sagen, dass Danton ein Charakter mit vielen Facetten ist, die sich teilweise widersprechen. Diese Widersprüche entspringen dem schlechten Gewissen, das er wegen seiner früheren Taten empfindet. Er ist weder gut noch böse. Zwar ist er untreu und genusssüchtig, doch auch friedlich, er will keinen Menschen töten und sein Lebenswandel ist schließlich die Konsequenz einer Identitätskrise. Das widersprüchliche Verhalten kurz vor seinem Tod demonstriert nicht seine Charakterschwäche, sondern wie der Gedanke an den Tod den Menschen verändert. Danton wird von Büchner nicht als eine außergewöhnliche Person gezeigt, die das Schicksal der Welt verändert, sondern als Mensch.
#dantonstod
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
Jetzt freischalten
Infos zu SchulLV PLUS
Ich habe bereits einen Zugang
Zugangscode einlösen
Login
Folge uns auf
SchulLV als App