Personen: Veit Kolbe, Johann Kolbe, Margot, Trude Dohm, ein Offizier, Robert Raimund Perttes
Inhalt
Onkel Johanns gesundheitlicher Zustand verschlechtert sich von Tag zu Tag, allerdings bringt er es nicht übers Herz, mit dem Rauchen aufzuhören
Die „Quartiersfrau“ (S. 310, Z. 6) Trude Dohm gibt Veit unmissverständlich zu verstehen, dass sie ihn für einen „Drückeberger“ (S. 310, Z. 8) hält, der sich seiner militärischen Pflichten entzieht
Salzburg wird angegriffen und in großen Teilen zerstört
Veit begibt sich erneut zur Musterung nach Vöcklabruck, da ihn sein schlechtes Gewissen, seine Genossen an der Front mit seinem Wegbleiben im Stich zu lassen, quält
Angekommen in der Kaserne fasst der Protagonist kurzerhand den Entschluss, seine Dokumente in einem unbeobachteten Augenblick eigenhändig zu stempeln und erklärt sich somit erfolgreich abermals selbst als „feldunfähig“
Veit wünscht sich, er könnte selbst schwanger werden und somit zukünftige Musterungen umgehen. Margot, die über diesen Wunsch lachen muss, schenkt er eine neue Garnitur Unterwäsche, welche er mit Kleidermarken im Ort Vöcklabruck ersteht
An der Schreibmaschine seines Onkels verfasst der junge Kolbe einen Brief an die Wehrmacht, in welchem er sich mit „Lähmungserscheinungen“ (S. 317, Z. 2) diagnostiziert, aufgrund derer er nicht länger kampftauglich sei
Johann Kolbe kehrt aufgelöst von einem Spaziergang zurück und berichtet, Nanni Schaller sei „in der Drachenwand“ (S. 317, Z. 15) gefunden worden
23. Kapitel
Infos
Seite: 318-329
Ort: Drachenwand, Friedhof in Mondsee
Zeit: Herbst 1944
Personen: Veit Kolbe, Nanni Schaller, Johann Kolbe,
Inhalt
Der Leichenfund der Nanni Schaller versetzt den gesamten Ort in Unruhe und Schock. Laut den Obduktionsberichten war das Mädchen schon längere Zeit tot, weshalb der Verwesungsgrad der Leiche bereit fortgeschritten ist
Veit erinnert sich an Nanni Schaller und lässt den Tag ihres Todes vor seinem inneren Auge Revue passieren. Der Protagonist geht davon aus, es handele sich bei dem Tod um einen Unfall und das Mädchen sei „im schwer begehbaren [...] Gestein des Grates“ (S. 321, Z. 6ff) gestürzt
Es wird eine große Trauerfeier zu Ehren Nanni Schallers ausgerichtet, an welcher der gesamte Ort teilnimmt
Die Beerdigung endet mit einem kalten, starken Regenschauer und daraufhin „hörte der Regen drei Tage lang nicht auf“ (S. 329, Z. 24)
24. Kapitel
Infos
Seite: 330-340
Ort: Mondsee
Zeit: Spätherbst 1944
Personen: Veit Kolbe, Margot, Trude und Max Dohm, Robert Raimund Perttes
Inhalt
Margots Kind Lilo geht ihre ersten eigenen Schritte und dieser Meilenstein wird nicht nur ausgiebig gefeiert, sondern auch die Familie Margots wird über die Neuigkeit informiert
Der Ehemann Margots schickt seiner Frau nach wie vor Briefe und Geld von der Front, und Veit schafft es, sein schlechtes Gewissen gegenüber dem Genossen zu verdrängen, da er selbst seit langer Zeit wieder einmal glücklich lebt
Max Dohm kehrt für einen kurzen Urlaub heim nach Mondsee zu seiner Frau Trude. Der gelernte „Lackierermeister“ (S. 332, Z. 16) äußert sich wohlwollend über Adolf Hitler, weshalb Veit seine Gegenwart als „unbehaglich“ (S. 333, Z. 10) empfindet
Das Verhältnis zwischen dem Brasilianer, welcher auch der Bruder der Gastgeberin Trude Dohm ist, und Max Dohm spitzt sich zunehmend zu und die beiden geraten regelmäßig in einem „Schreiduell“ (S. 337, Z. 8) aneinander. Dieses Mal artet der Streit zwischen den beiden Herren jedoch aus, sodass Herr Dohm am Ende Robert mit dem einer Pistole bedroht
Nachdem Max Dohm nach der lautstarken und heftigen Auseinandersetzung wegfährt, kündigt der Brasilianer an, dass es für ihn an der Zeit sei, zu flüchten
25. Kapitel
Infos
Seite: 341-355
Ort: Mondsee
Zeit: November 1944
Personen: Veit Kolbe, Margot, Johann Kolbe, die Lagerlehrerin Bildstein
Inhalt
Das Zuhause des Brasilianers durchsucht Veit nach dessen Weggangs nach Essbarem und verwendbaren Gegenständen, die er jedoch mit aller Vorsicht entwenden muss, sodass niemand es bemerkt
Als Schutz vertraut Margot ihrem Liebhaber eine Pistole an, deren „Anblick [Veit] sofort beruhigte“ (S. 342, Z. 16)
Bevor Max Dohm wieder einbezogen wird, nimmt er Veit beiseite und bittet ihn darum, sich um seine Frau Trude zu kümmern. Sie sei zwar eine schwierige Persönlichkeit, doch würde ihm sehr viel an seiner Gattin liegen
Die Unterkunft Roberts wird kurz darauf an die Flüchtlinge abgegeben. Veit besucht seinen Onkel Johann und im Zuge des Besuchs wird dem Protagonisten bewusst, wie sehr der Krieg inzwischen von seiner Persönlichkeit Besitz ergriffen hat: „Etwas vom Krieg gehörte auf immer zu [ihm], [er] konnte es nicht mehr ändern.“ (S. 347, Z. 28f)
Im November spaziert der Protagonist nach Schwarzindien, um der Lehrerin einen Karton mit Habseligkeiten der verstorbenen Nanni Schaller zu bringen. Obwohl Veit „so etwas wie Nähe“ (S. 351, Z. 21) gegenüber der Lehrerin empfindet, gesteht er zurück in Mondsee Margot ungewohnt offen seine Liebe
26. Kapitel
Infos
Seite: 356-369
Ort: Mondsee, Breitenseer Kaserne
Zeit: Ende November 1944
Personen: Veit Kolbe, Margot, Johann Kolbe, Robert Raimund Perttes
Inhalt
Aus Wien erreicht Veit der Befehl, sich für eine Musterung in der Breitenseer Kaserne einzufinden
Unruhig, da er in Sorge ist, seine gefälschten Papiere würden auffliegen, verhält sich Veit sehr angespannt entgegen seiner sonst ruhigen Natur
Bei einem Besuch bei seinem Onkel Johann, welchen er um eine „Fahrbewilligung“ (S. 359, Z. 5) bittet, erfährt Veit, dass der Brasilianer gefasst und verhaftet werden soll
Eines Nachts schleicht sich der Protagonist mit Margots Pistole zum Gasthaus in Schwarzindien, wo er Johann und den Brasilianer sieht, die sich in der Gaststube einander gegenüber sitzen
Veit begreift die aussichtslose Lage des Brasilianers und weiß sich nicht anders zu helfen, als Johann zu erschießen. Zusammen mit Robert versteckt er ihn „hinter dem Wirtschaftsgebäude auf der anderen Straßenseite“ (S. 366, Z. 25f)
Der Brasilianer verschwindet nach ein paar Worten des Dankes wieder in der Dunkelheit und Kolbe begibt sich auf den Heimweg nach Mondsee, dabei „machte [er] mehrere Pausen und weinte“ (S. 368, Z. 1f)
Zum ersten Mal seit geraumer Zeit übernachtet Veit wieder in seinem eigenen Zimmer und „deckte [sich] mit [seinem] Militärmantel zu“ (S. 368, Z. 24f)
Im Traume erscheinen Veit zwei ehemalige Genossen, es ist ihm jedoch nicht möglich, die Bewandnis des Traums aufzuklären
Margot scheint zu ahnen, dass hinter dem Mord an Johann Kolbe Veit steckt, allerdings wird nicht direkt über den Vorfall gesprochen
27. Kapitel
Infos
Seite: 370-383
Ort: Darmstadt
Zeit: November 1944
Personen: Lore Neff
Inhalt
! Perspektivenwechsel: Lore Neff schreibt an ihre Tochter Margot in Mondsee.
Die Mutter Margots berichtet ihrer Tochter von dem anhaltenden Notstand, welcher im zerbombten Darmstadt herrscht und wie einsam sie sich inmitten der auseinandergerissenen Familie fühlt
Die Briefe ihrer Tochter treffen alle verspätet und auf ein Mal ein, sodass sie sich inzwischen sicher sein kann, dass Margot und Lilo wohlauf sind
Tante Käta stirbt nach ihrem langen Leidensweg an ihrem Herzleiden und bei den gefundenen Knochenüberresten wird es sich höchstwahrscheinlich um die Gebeine von Tante Helen und Helga handeln
Lore empfängt Besuch von Margots Schwester Bettine, leider verpassen sich jedoch Tochter und Vater, der wenig später nach ihrer Abreise zu Hause eintrifft
Allem Anschein nach hat Margot ihrer Mutter gestanden, ihren Mann nicht länger zu lieben. Mutter Neff rät ihrer Tochter davon ab, sich mit jemand anderen einzulassen und weißt daraufhin, dass auch die Ehe mit Justus zwar nicht perfekt ist, sie es mittlerweile jedoch „akzeptiert habe“ (S. 380, Z. 25f)
Margots Mutter endet ihren letzten Brief mit den Worten, dass sie hofft, sie würden sich bald wiedersehen und dass sie dann einen Hasen zubereiten wird, damit [Margot sich] mal satt essen [kann] (S. 383, Z. 12)
28. Kapitel
Infos
Seite: 384-398
Ort: Wien, Hainburg
Zeit: Winter 1944
Personen: Kurt Ritler
Inhalt
! Perspektivenwechsel: Kurt Ritler verfasst mehrere Briefe an seinen Freund Ferdl.
Kurt schreibt Ferdl in seinem ersten Brief, dass er sich gerade mit dem Zug von Wien nach Hainburg befindet und mit seinen Genossen dort neu stationiert wird
Obwohl es in Hainburg zahlreiche Frauen gibt, vermisst Kurt seine Nanni schmerzlich und kann noch nicht begreifen, dass sie tatsächlich tot sein soll
Den Sinn hinter dem strengen Drill im Lager sieht Kurt bisher nicht, er hält sich jedoch bedeckt. Der Alltag sei in Hainburg um einiges anstrengender als im Lager in Schwechat, wo die beiden Freunde zusammen arbeiteten
Trotz der trostlosen Situation und den monotonen Alltag im Lager gibt Ritler seine Wünsche und Träume nicht auf. Allerdings hat ihn der Krieg auch gelehrt, im Hier und Jetzt zu leben, da bereits morgen alles vorbei sein könnte
Inzwischen sind zahlreiche Bekannte Kurts gefallen, so auch der „Stranzberger Franz“ (S. 396, Z. 15) und „Hübsch Bubi“ (S. 396, Z. 16) und die grausame Realität des Krieges macht Kurt zu schaffen. Der letzte Besuch Ritlers in Wien ist bereits „drei Jahre verflossen“ (S. 397, Z. 18)