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Inhaltsverzeichnis
Lernbereich Lektürehilfen
Übersicht
Agnes
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Romanstruktur
Intertextualität
Handlung
Kapitel 1
Kapitel 2-8
Kapitel 9 - 17
Kapitel 18 - 23
Kapitel 24 - 29
Kapitel 30 - 35
Kapitel 36 Schluss
Charaktere
Agnes
Erzähler
Louise
Themen und Orte
Fiktion und Wirklichk...
Bildnis und Identität...
Isolation und Anonymi...
Motive und Symbole
Punkte und Glück
Kälte
Tod
Wärme
Spuren
Schöpfung
Erzählweise
Prüfungsaufgaben zur ...
Corpus Delicti
Übersicht
Handlung
Kap. 1 - 10
Kap. 11 - 16
Kap. 17 - 22
Kap. 23 - 33
Kap. 34 - 40
Kap. 41 - 50
Aufbau
Charakterisierung
Mia Holl
Moritz Holl
Heinrich Kramer
Die ideale Geliebte
Anwalt Rosentreter
Richterin Sophie
Richter Hutschneider
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Erzählperspektive
Kontext
Moderne
Zukunftsliteratur
Persönliche Einflüsse
Rezeption
Interpretation
Diktatur - Die Method...
Körper höchstes Gut
Gericht ohne Recht
Totale Überwachung
Kampf um Freiheit
Science Fiction oder ...
Prüfungsaufgaben zur ...
Dantons Tod
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Handlung
Akt 1
Akt 2
Akt 3
Akt 4
Personen
Figurenkonstellation
Danton
Die Dantonisten
Robespierre und der W...
Interpretation
Der politische Aspekt
Der weltanschauliche ...
Fazit
Realismus in Dantons ...
Prüfungsaufgaben zur ...
Das Fräulein von Scud...
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Handlung
Die Geheimnisse der M...
Paris, die Stadt des ...
Die Herkunft des Käst...
Ein weiterer Mord
Oliviers Erzählung
Tugend siegt am Ende ...
Charaktere
Magdaleine von Scuder...
René Cardillac
Das Paar Olivier Brus...
Der Hofstaat - Ludwig...
Das Gesetz - la Regni...
Themen
Der Mensch - zum Gute...
Schuld, Unschuld und ...
Illusion und Wirklich...
Motive und Symbole
Tag und Nacht, Himmel...
Der Schmuck und die J...
Prüfungsaufgaben zur ...
Das Parfum
Handlung
Erster Teil
Zweiter Teil
Dritter Teil
Vierter Teil
Formaler Aufbau
Charakterisierungen
Grenouille
Pater Terrier
Madame Gaillard
Grimal
Baldini
Marquise
Antoine Richis
Laure Richis
Druot
Stil
Erzählperspektive
Sprache
Rhetorische Mittel
Kontext
Epoche
Parfüm-Geschichte
Interpretation
Grenouille als Monste...
Genie-Gedanke
Innere Duftwelt
Duft als Macht
Bildungsroman
Schauerroman
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Besuch der alten ...
Kontext und Einordnun...
Handlung
Charaktere
Claire Zachanassian
Alfred Ill
Der Lehrer
Der Pfarrer
Der Polizist
Familie Ill
Die Güllener
Interpretation
Themen
Symbole
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Bürgermeister
Der goldne Topf
Handlung
1. Vigilie
2. Vigilie
3. Vigilie
4. Vigilie
5. Vigilie
6. Vigilie
7. Vigilie
8. Vigilie
9. Vigilie
10. Vigilie
11. Vigilie
12. Vigilie
Kontext
Epoche
Entstehung und Rezept...
Modernes Märchen
Personen
Aufbau
Antithetik
Erzähltechnik
Stil und Sprache
Sprache
Mythen
Interpretation
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Proceß
Entstehung und Einord...
Inhalt
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
Figuren
Josef K.
Onkel K.
Advokat Huld
Kaufmann Block
Gerichtsmaler Titorel...
Die Frauenfiguren
Einführung
Fräulein Bürstner
Frau des Gerichtsdien...
Leni
Struktur
Sprache und Stil
Erzählperspektive
Interpretation
Einführung
Das Gericht
Die Türhüterparabel
Verschiedene Interpre...
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Sandmann
Handlung
Personen
Kontext und Einordnun...
Motive
Doppelgängermotiv
Augenmotiv
Sprache
Interpretation
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Steppenwolf
Handlung
Zusammenfassung
Vorwort des Herausgeb...
Harry Hallers Aufzeic...
Tractat vom Steppenwo...
Harry Hallers Aufzeic...
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Vorwort des Herausgeb...
Harry Hallers Aufzeic...
Tractat vom Steppenwo...
Charaktere
Hauptperson
Kontrast- und Spiegel...
Hermine
Pablo
Maria
Nebenfiguren
Die Bürger
Die unsterblichen Kün...
Stil und Sprache
Vorwort des fiktiven ...
Harry Hallers Aufzeic...
Tractat vom Steppenwo...
Motive, Symbole und B...
Der Steppenwolf
Der Spiegel
Die Ewigkeit und der ...
Die Unsterblichen
Die Musik
Der Tanz
Der Humor
Die Bedeutung des Mag...
Interpretation
Zeit- und Kulturkriti...
Entwicklung der Persö...
Parallelen zu Goethes...
Autobiographische Sel...
Die Marquise von O...
Übersicht
Handlung
Abschnitt 1
Abschnitt 2
Abschnitt 3
Abschnitt 4
Abschnitt 5
Aufbau
Charakterisierung
Die Marquise von O...
Herr von G...
Frau von G...
Graf F...
Stil
Erzählperspektive
Stilmittel
Kontext
Zeitgeschichte
Das Frauenbild um 180...
Interpretation
Gesellschaftskritik
Emanzipation
Tiefenpsychologie
Die Verwandlung
Kontext und Einordnun...
Inhalt
1. Teil
2. Teil
3. Teil
Struktur
Sprache und Stil
Figuren
Der Vater
Die Mutter
Die Schwester
Gregor
Interpretation
Die biographische Int...
Die psychoanalytische...
Die sozialkritische I...
Motive
Welche Verwandlung?
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Faust I
Kontext und Einordnun...
Autor
Epocheneinordnung
Inhalt der Vorspiele
Inhalt der Gelehrten-...
Nacht
Vor dem Tor
Studierzimmer (I)
Studierzimmer (II)
Brückenszenen
Auerbachs Keller in L...
Hexenküche
Inhalt der Gretchen T...
Straße I
Abend
Spaziergang
Der Nachbarin Haus
Straße II
Garten
Ein Gartenhäuschen
Wald und Höhle
Gretchens Stube
Marthens Garten
Am Brunnen
Zwinger
Nacht
Dom
Walpurgisnacht
Walpurgisnachtstraum
Trüber Tag, Feld
Nacht, offen Feld
Kerker
Figuren
Figurenübersicht
Faust
Gretchen
Mephisto
Nebencharaktere
Struktur
Sprache und Stil
Interpretation
Faust und die Konzept...
Faust und Gretchen
Der Pakt mit dem Teuf...
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Hamlet
Übersicht
Handlung
Akt 1
Akt 2
Akt 3
Akt 4
Akt 5
Aufbau
Charakterisierung
Hamlet
Gertrude
Claudius
Polonius
Ophelia
Laertes
Horatio
Geist
Figurenkonstellation
Stil
Sprache
Stilmittel
Monologe
Motive
Kontext
Epoche
Rezeption
Geschichtlicher Hinte...
Interpretation
Schein
Wahnsinn
Rache
Machtgier
Mutter-Problematik
Liebe
Krimi
Homo Faber
Kontext und Einordnun...
Gliederung
Erste Station
Zweite Station
Handlung
Erste Station
Zweite Station
Figuren
Walter Faber
Hanna Piper
Elisabeth Piper
Ivy
Formales und sprachli...
Ein Bericht? Formaler...
Sprechende Namen
Sprache und Stil
Interpretation
Themen
Orte
Motive und Symbole
Frischs Kritik am Typ...
Prüfungsaufgaben zur ...
Irrungen, Wirrungen
Übersicht
Handlung
Kapitel 1 - 15
Kapitel 16 - 26
Aufbau
Charakterisierung
Lene Nimptsch
Botho von Rienäcker
Frau Nimptsch
Frau Dörr
Käthe von Sellenthin
Gideon Franke
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Erzählperspektive
Motive
Kontext
Epoche
Rezeption
Geschichtlicher Hinte...
Interpretation
Entwicklungsroman
Gesellschaftskritik
Zeitroman
Psychologischer Roman
Kabale und Liebe
Kontext und Einordnun...
Inhalt
Auf einen Blick
Akt I
Akt II
Akt III
Akt IV
Akt V
Struktur
Sprache und Stil
Figuren
Auf einen Blick
Miller
Millers Frau
Luise
Sekretär Wurm
Ferdinand von Walter
Präsident von Walter
Hofmarschall von Kalb
Lady Milford
Interpretation
Auf einen Blick
Sozialkritik in Kabal...
Elemente des Sturm un...
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Klein Zaches genannt ...
Kontext und Einordnun...
Inhalt
Figuren
Allgemeines
Balthasar
Zaches
Struktur
Interpretation
Klein Zaches und das ...
Klein Zaches - eine S...
Fazit
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Landnahme
Übersicht
Handlung
Prolog
Thomas Nicolas
Marion Demutz
Peter Koller
Katharina Hollenbach
Sigurd Kitzerow
Epilog
Aufbau
Charakterisierung
Bernhard Haber
Thomas Nicolas
Marion Demutz
Peter Koller
Katharina Hollenbach
Sigurd Kitzerow
Stil
Erzählperspektive
Stilmittel
Kontext
Geschichtlicher Hinte...
Rezeption
Interpretation
Heimat
Fremdenfeindlichkeit
Gesellschaftskritik
Lenz
Übersicht
Handlung
Gebirgswanderung
Leben im Pfarrhaus
Treffen mit Kaufmann
Oberlins Abwesenheit
Selbstmordversuche
Aufbau
Charakterisierung
Lenz
Oberlin
Kaufmann
Stil
Sprache
Erzählperspektive
Interpretation
Motive
Lenz' Weltanschauung
Prüfungsaufgaben zur ...
Maria Stuart
Handlung
1. Aufzug
2. Aufzug
3. Aufzug
4. Aufzug
5. Aufzug
Kontext
Epoche
Rezeption
Geschichtlicher Hinte...
Personen
Charakterisierungen
Personenkonstellation
Aufbau des Dramas
Stil und Sprache
Stilmittel
Metrum und Reim
Interpretation
Prüfungsaufgaben zur ...
Medea
Übersicht
Handlung
Prolog
Einzugslied
1. Aufzug
1. Standlied
2. Aufzug
2. Standlied
3. Aufzug
3. Standlied
4. Aufzug
4. Standlied
5. Aufzug
5. Standlied
Auszug
Aufbau
Charakterisierung
Medea
Jason
Amme
Kreon
Aigeus
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Figurenrede
Kontext
Euripides' Werk
Mythos Medea
Interpretation
Rachsucht aus Liebe
Patriarchale Welt
Vergleich mit Medea. ...
Medea. Stimmen
Übersicht
Handlung
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Aufbau
Charakterisierung
Medea
Jason
Leukon
Akamas
Agameda
Presbon
Glauke
Kreon
Lyssa
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Erzählperspektive
Kontext
Zeitgeschichtlicher H...
Mythos Medea
Interpretation
Autobiografisch
Sündenbock-Thematik
Feminismus
Vergleich mit Euripid...
Woyzeck
Handlung
Zusammenfassung
Szene 1 - 2
Szene 3 - 7
Szene 8 - 10
Szene 11 - 15
Szene 16 - 21
Szene 22 - 26
Szene 27
Aufbau des Dramas
Charakterisierungen
Franz Woyzeck
Marie Zickwolf
Nebenfiguren
Stil und Sprache
Kontext
Epoche
Geschichtlicher Hinte...
Interpretation
Woyzecks Motive
Armut und Arbeit
Das Erbsenexperiment
Zurechnungsfähigkeit

Verschiedene Interpretationen

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Verschiedene Interpretationen des Processes

Biographische Interpretation
  • Wertet den Proceß als Verarbeitung individueller Lebensumstände Kafkas
  • Parallelen zwischen dem Proceß und Kafkas Trennung von seiner Verlobten Felice Bauer: Fräulein Bürstner wird wie Felice Bauer mit F. B. abgekürzt, Felice Bauer war wie Fr. Bürstner Stenotypistin $\rightarrow$ F. B. sprach sich vor der Trennung zusammen mit Kafka und ihrer Freundin Grete Bloch aus, Kafka empfand dieses Treffen als eine Gerichtsverhandlung, bei der seine Schuld bereits festgestanden habe
  • Auch K.s Schuld scheint von Anfang an festzustehen, das Gericht lässt sich nicht von seiner Meinung abbringen; sehr häufig findet sich das Motiv, dass zwei Personen über K.s Kopf hinweg über ihn entscheiden (vgl. 1. u. 10. Kapitel)
  • K.s Schuld scheint mit Fräulein B. zusammenzuhängen; sein Verhältnis zu ihr schwankt „entsprechend dem Prozess“ (S. 137) $\rightarrow$ Der Proceß entstand nach der Trennung Kafkas von F. B.; kurz, bevor sie wieder zusammenfanden, beendete er seine Arbeit am Roman
  • Der Proceß kann daher als die „Eingabe“ K.s im Roman verstanden werden: Er diente womöglich als Rechtfertigung und als Abrechnung mit der eigenen Schuld, wie die Eingabe wurde er aber nie fertig
  • Parallelen zwischen K. und Kafka: Beide sind Juristen, distanziert gegenüber anderen Menschen, haben ein kompliziertes Verhältnis zu Frauen (man vermutet, dass Kafka und Grete Bloch ein Verhältnis hatten, was zur Auflösung der Verlobung mit F. B. führte)
  • Thematisierung von Voyeurismus und der Verletzung der Privatsphäre im Proceß: Das Gespräch mit F. B. in Dasein der Grete Bloch empfand Kafka als Bloßstellung und Demütigung
  • Darstellung des Verhältnisses von Macht und Ohnmacht, Distanz und Intimität – hier verarbeitet Kafka eventuell seine Beziehung zur Familie, v. a. zu seinem Vater, der sich gleichermaßen autoritär wie reserviert gegenüber Kafka verhielt (Kafka'scher Vaterkomplex); der Vater kann als Vorbild für dominante männliche Figuren wie den Direktor-Stellvertreter und Advokat © SchulLV 2015Huld gedient haben
  • Verarbeitung des für Kafka schwierigen, nicht bewusst gesteuerten Schreibprozesses: K. grübelt endlos und hat oft Tagträume, Kafka schrieb häufig im Halbschlaf; die Eingabe kann für die endlose Arbeit des Schreibens stehen (s. o.)
  • Die Türhüterparabel steht hier für das Recht, das Kafka vermeintlich verwehrt wurde, von der Schuld an der Trennung von F. B. wurde er nicht freigesprochen, stattdessen erfolgt im Roman die Überwindung der Schuld durch deren Akzeptanz und der Mithilfe an der eigenen Hinrichtung (Symbol für die Abrechnung mit der Schuld)
Psychoanalytische Interpretation
  • Der Prozess K.s als Prozess des Unterbewussten gegen das Bewusste, als Selbstfindungsprozess oder als Bewusstwerden einer Verdrängung
  • Das Gericht entspricht der Psyche K.s: Alles gehört zum Gericht (S. 163); es befindet sich auf Dachböden, also verborgen, in abgelegene Räumlichkeiten verdrängt; widersprüchliche Aussagen über das Gericht entsprechen der eigenwilligen Logik der Psyche, die sich dem rationalen Verstand entzieht, daher auch die endlose, verschachtelte Hierarchie des Gerichts, denn die Psyche des Menschen ist extrem komplex
  • Das Gericht ist für K. nicht greifbar $\rightarrow$ das Unterbewusstsein entzieht sich dem bewussten Zugriff, es befindet sich auf Dachböden und steht damit „über“ dem Bewusstsein
  • Das Unterbewusstsein rebelliert gegen K., indem ihn das Gericht immer mehr vereinnahmt, sodass er es nicht mehr zu ignorieren versucht, sondern die Anklage durch das Unterbewusstsein mit seiner Verteidigung abwehren will
  • Das Unterbewusstsein tritt immer deutlicher zutage, es schränkt K. auf seiner Arbeit ein, da er nur noch an seinen Prozess denken kann (S. 137-146); in Tagträumen bricht K.s Beschäftigung mit seinem inneren, psychischen Prozess hervor; zahlreiche absurde Begebenheiten (der Prügler prügelt K.s Wächter tagelang in einer Rumpelkammer auf K.s Arbeitsplatz, K. verteidigt Fräulein Bürstner, ohne sie zu kennen, etc.) lassen sich psychoanalytisch gut erklären, denn unwahrscheinliche Geschehnisse können als Einbildungen K.s gedeutet werden
  • Die gebückte Körperhaltung von Personen, die mit dem Gericht in Verbindung stehen (vgl. S. 46, S. 93 u. S. 101) steht für eine Verdrängung K.s
  • Der Prozess als Bewusstwerdung der verdrängten Sexualität: K. begehrt mehrere Frauen gleichzeitig und lässt sich schnell, ja fast gedankenlos von ihnen verführen; diese Frauen stehen zudem mit dem Gericht und dem Prozess in Verbindung $\rightarrow$ Triebhaftigkeit, Schuld und Strafe werden so in einen Zusammenhang gebracht, am Ende wertet K. Fräulein Bürstner als „Mahnung“ (S. 241), was für ein Bewusstwerden der eigenen zügellosen Sexualität spricht
  • Das Gericht stößt K. durch seine Unmoral ab, er selbst handelt aber auch abseits von moralischen Prinzipien und gegen seine eigentlichen Absichten, er tritt also dem Gericht und damit seinen verdrängten Neigungen entgegen
  • Das Gericht ist oft mit dem Motiv des Bettes verknüpft (S. 9, S. 110, S. 161), hier wird verhandelt und über den Prozess gesprochen – das Bett steht für Privatsphäre, Isolation von der Welt, das Unterbewusstsein, da dieses sich in Träumen offenbart und für die Sexualität
  • Das verdrängte, stets vorhandene Schuldbewusstsein K.s bricht hervor: Zuerst verdrängt er den Prozess, dann fühlt er sich für ihn verantwortlich (S. 137), streitet seine Schuld bewusst ab, was als absichtliche Verdrängung gewertet werden kann (S. 138), bis er seine Schuld zugibt (S. 241) – K. wird am Ende zum Richter seiner selbst, der Prozess geht also in Wahrheit von ihm aus; somit erklärt sich auch das Wesen des Gerichts: K.s Schuld steht fest, er muss sich ihr nur bewusst werden, daher flieht er auch nicht und stellt sich dem Gericht
  • Die Türhüterparabel verdeutlicht die Hierarchie der Psyche und symbolisiert die Hoffnung auf Erlösung durch Befreiung von der Schuld (jedoch nur durch Akzeptanz dieser möglich) bzw. den Prozess der Beschäftigung mit der Schuld
Religiöse und existenzialistische Interpretation
  • Der Proceß als Thematisierung des allgemeinen Zustands des Menschen in Anbetracht religiöser und existentieller Probleme
  • Kafka interessierte sich für jüdische Religion und Mystik, zudem wird seiner Weltsicht Nähe zum Existenzialismus nachgesagt (philosophische Richtung, die sich mit der Sinnhaftigkeit des Lebens, der individuellen Freiheit und Grundfragen wie Liebe, Angst, Leid, Verantwortung und Vergänglichkeit beschäftigt), obwohl Kafka selbst diese Zuordnung ablehnte
  • Existenzialistische Deutung: Der Prozess behandelt K.s Selbstfindung. Er geht in die Welt, trifft auf die universelle menschliche Schuld, der er sich stellen muss, das Gericht steht für den verwirrenden Charakter und die Widrigkeiten einer unlogischen Welt, gegen die das Individuum ankämpft – K. erlebt die Problematik von Freiheit und Verantwortung, Macht und Ohnmacht in täglichen Leben
  • Pessimistischer Zug von Kafkas Weltsicht: K. scheitert am Ende an der Welt, diese drängt ihm das Schuldbewusstsein auf, er kann sich nicht gegen sie behaupten, die Eingabe als Rechtfertigung der eigenen Existenz misslingt
  • Das Gericht kann aber auch als Darstellung jüdischer Mystik gesehen werden: An ihm lassen sich Züge der jüdischen Strömung der Kabbala aufweisen – einer der wichtigsten kabbalistischen Weisheiten ist die Ähnlichkeit von Mensch und Gott. Gott offenbart sich im Menschen, das Gericht und K.s inneres Wesen haben Parallelen (indem es z. B. seine verdrängten Gedanken widerspiegelt). Die Welt ist eine Verkörperung Gottes, daher gehört auch „alles zum Gericht“ (S. 163)
  • Das Gericht ist wie Gott nicht mit dem Verstand greifbar; das Gericht steht zudem für einen strafenden Gott: Die Schuld des Menschen steht fest, weshalb die Göttin der Gerechtigkeit von Titorelli als Göttin der Jagd gemalt wird (S. 159), das kann ein Verweis auf die Vorstellung von der Erbsünde sein
  • Verbindung von Gott und Gericht zeigt exemplarisch am Gefängniskaplan
  • Die Türhüterparabel steht für die Sinnsuche des Menschen oder die Suche nach Gott (laut der Kabbala ist die Schöpfung hierarchisch und die Aufgabe des Menschen ist die Suche nach Gott, die immer weiter, nämlich stufenweise, hinaufführt!), die K. aber misslingt; es gibt nur eine minimale Aussicht auf Erlösung, der Ausblick auf diese ist aber immer gegeben (daher der stete Glanz des Gesetzes)
  • Der Tod K.s kann im religiösen Kontext als Erlösung vom sündhaften Dasein – der Kaplan kritisiert K.s Beziehung zu den Frauen – gedeutet werden
Der Proceß als Kritik an der Moderne
  • Das Gericht ist eine satirische Überspitzung der modernen Bürokratie (der auch heute noch Unvernunft und Anonymität bei gleichzeitiger willkürlicher Macht vorgeworfen werden); dafür spricht der oft absurd-komische Charakter des Werks, denn bei aller Düsternis ist das Geschehen derart unlogisch und mit dem Verstand nicht vereinbar, dass es auch eine humoristische Komponente hat – zudem behauptete Max Brod, dass Kafka beim Vortrag seines Werks oft lauthals lachen musste
  • Die willkürlich ausgeübte Allmacht des Staats wird kritisiert: Sie beengt K. privat, schränkt sein Leben ein, ist von ihm nicht angreifbar, da undemokratisch und autoritär, darüber hinaus korrupt; selbst die Beamten verstehen das Wesen des Gerichts nicht, dessen Hierarchie unendlich ist (S. 130)
  • K. kommt unter die Räder der Bürokratie und wird abgefertigt, die Schuld wird ihm eingeredet oder durch den zwangsläufigen Kontakt mit dem Gericht aufgedrängt, sodass er am Ende bei seiner Hinrichtung mithilft; die Türhüterparabel steht für den ganzen Unsinn des Gerichtswesens
  • Das geheime Gericht ist dem gewöhnlichen Gericht fast direkt entgegengesetzt (s. o.), es geht nicht um Gerechtigkeit, sondern um Strafe
  • Besonders in Anbetracht des Nationalismus, Imperialismus und des ersten Weltkriegs kann das Werk als eine Abrechnung mit staatlichem Totalitarismus gewertet werden, gegen den das Individuum nicht bestehen kann, es wird auf menschenverachtende, grausame und barbarische Weise hingerichtet
  • Kafka zeigt die Triebhaftigkeit auf, die trotz der angeblichen Zivilisiertheit der Moderne weiterhin besteht und in unmoralischen, aber unantastbaren Institutionen vorherrscht (das Gericht steht durch den Gefängniskaplan im Zusammenhang mit der Religion, sodass es „dem menschlichen Urteil entrückt“ ist (S. 236))
  • Durch typisch moderne Erscheinungen wie die Bürokratie wird das Individuum von sich und der Welt entfremdet: K.s Selbstbild wird gestört, er gibt alles für den Prozess auf und bewertet seine Beziehung zu anderen Menschen anhand ihrer Nützlichkeit
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