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Adel vs. Bürgertum

Mit seinem Werk Michael Kohlhaas übt Heinrich von Kleist Kritik an der Gesellschaft. Dies wird an der Darstellung der Bürger und des Adels ersichtlich.

Bürger

  • Michael Kohlhaas wird als gerechter, ehrwürdiger Bürger vorgestellt
  • Kohlhaasenbrück als Heimatort des Protagonisten ist Symbol für die Lebenswelt des Bürgertums: Arbeit, Familie und Glaube sind dort vereint
  • Als typischer Bürger hat sich Kohlhaas mit Fleiß, Sparsamkeit und Frömmigkeit ein gesichertes und gutes Leben aufgebaut
  • Seine Familie erscheint als Inbegriff der Harmonie und Liebe
  • Auch die weiteren Bürger werden von Kleist positiv dargestellt: der ehrliche und treue Knecht Herse; der fair handelnde Nachbar von Kohlhaas; die hilfsbereite Zigeunerin
  • Kohlhaas wird vom Staat bzw. den herrschenden Adligen nicht geschützt und hat das Gefühl, seine Sache selbst in die Hand nehmen zu müssen

Adel

  • Den Adel zeichnet Kleist im Gegensatz zu dem Bürgertum in seinem Werk negativ
  • Junker Wenzel von Tronka wird als fauler, hochnäsiger und vergnügungssüchtiger Mann dargestellt
  • Dessen Verwandten gab der Autor mit Hinz und Kunz lächerlich klingende Namen
  • Auffallend ist auch, wie krank und körperlich schwach Kleist seine adligen Charaktere beschreibt; vor allem den sächsischen Kurfürsten mit seinen Ohnmachten
  • Außerdem ist die Adelsschicht in der Handlung von Korruption und Willkür geleitet
  • Anstatt als oberste Schicht den Staatsvertrag zu wahren und die Rechte der Bürger zu sichern, denkt der Adel nur an sich selbst und den eigenen Vorteil
  • Amtsmissbrauch: Geltendes Recht wird bewusst gebrochen; so schon als der Junker Wenzel von Tronka unrechtmäßig einen Passschein von Kohlhaas fordert, um sich selbst zu bereichern

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