Personen: Effi Briest, die Mutter, Bertha, Hertha, Hulda
Inhalt
Effi verbringt einen sommerlichen Mittag im heimatlichen Garten zusammen mit ihrer Mutter. Die beiden erledigen Handarbeiten, wobei Effi „von Zeit zu Zeit die Nadel nieder [legt], [...] um unter allerlei kunstgerechten Beugungen und Streckungen den ganzen Kursus der Heil- und Zimmergymnastik durchzumachen.“ (Z. 37 ff.), „während die Mutter kein Auge von der Arbeit“ (Z. 35 f.) lässt
Drei Freundinnen Effis treffen ein und die vier Mädchen lassen sich auf dem „Rondell“ (Z. 76) im Garten nieder. Die Protagonistin erzählt ihren Vertrauten, dass sie einen Besuch vom Baron von Instetten erwarten würde. Der Herr, welcher im selben Alter ihrer Mutter ist, hat einst um die Hand ihrer Mutter Luise Briest angehalten. Allerdings weist ihn Effis Mutter jedoch ab, da Herr Briest zum damaligen Zeitpunkt „schon Ritterschaftsrat [ist] und Hohen-Cremmen“ (Z. 185) besitzt
Gegenüber Hertha, Bertha und Hulda merkt die kleine Briest an, dass sie Geert von Instetten schon „in Schwantikow drüben“ (Z. 178 f.) gesehen hat und beschließt ihre Erzählung mit den Worten „er ist Landrat, gute Figur und sehr männlich.“ (Z. 107 f.)
Nach ihrem Plausch steigen die vier Grazien in ein Boot, um die Stachelbeerschalen auf dem Grunde des Teiches zu versenken. Währenddessen bemerkt Effi, dass „früher auch arme unglückliche Frauen versenkt worden sein [sollen], natürlich wegen Untreue“ (Z. 249 f.)
Kapitel 2
Infos
Zeile: 2-119
Ort: Herrenhaus in Hohen-Cremmen
Zeit: Mittag/Nachmittag im Sommer
Personen: Effi Briest, Hertha, Bertha, Hulda, die Mutter
Inhalt
Der angekündigte Besucher von Instetten erreicht das Herrenhaus in Hohen-Cremmen etwas früher als antizipiert. Effi unterbricht das Beisammensein mit ihren Kameradinnen und eilt zu ihrer Mutter, um sich für den Baron frisch zu machen
Luise Briest teilt ihrer Tochter „beinahe vertraulich“ (Z. 86 f.) mit, dass Geert von Instetten indes bereits um Effis Hand angehalten hat. Die Mutter scheint stolz auf ihren jungen Schützling zu sein und deutet darauf hin, dass Effi „mit zwanzig Jahren da[stehen könnte], wo andere mit vierzig stehen.“ (Z. 101 f.)
Das kleine Fräulein Briest sieht Geert zum ersten Mal aus der Ferne und verfällt vor lauter Aufregung in „nervöses Zittern“ (Z. 110)
Kapitel 3
Infos
Zeile: 2-172
Ort: Herrenhaus in Hohen-Cremmen, das Hotel du Nord und die Innenstadt in Berlin
Zeit: Ende August
Personen: Effi Briest, die Mutter, der Vater, Geert von Instetten, Hulda, Bertha, Hertha, Pastorin Niemeyer, „der alte Niemeyer“ (Z. 43), Dagobert Briest
Inhalt
Am selben Tag des Antrags verloben sich Effi Briest und Geert von Instetten miteinander und der Baron wird im Rahmen eines gemeinsamen Mahls herzlich von der Familie Briest in ihren Kreis aufgenommen
Nach dem gemeinsamen Essen mit Effis frisch Verlobten besucht diese ihre Freundin Hulda, um ihr von der freudigen Kunde zu berichten. Allerdings reagiert die Familie Niemeyer skeptisch und auch ihre beiden anderen Freundinnen Bertha und Hertha nehmen eine eher verhaltene Stellung zu den großen Neuigkeiten ein
Um Effi für ihre Hochzeit mit den prächtigsten Brautkleidern auszustatten, reist das junge Mädchen mit ihrer Mutter nach Berlin und verbringt ein paar erholsame und angenehme Tage in der Hauptstadt und mit ihrem Vetter Dagobert Briest
Baron von Instetten, der vor seiner Abreise verspricht, „jeden Tag schreiben zu wollen“ (Z. 95 f.) und erweist sich als verlässlich. Er lässt seiner jungen Verlobten täglich einen Brief zukommen, gibt sich jedoch im Gegenzug „allwöchentlich nur einmal [mit] einem ganz kleinen Antwortbrief“ (Z. 107) zufrieden
Kapitel 4
Infos
Zeile: 2-353
Ort: Herrenhaus in Hohen-Cremmen
Zeit: Ende August, Anfang September
Personen: Effi Briest, die Mutter, der Vater
Inhalt
Mutter und Tochter Briest kehren von ihrem schönen Aufenthalt in Berlin mit Dagobert Briest wieder nach Hohen-Cremmen zurück und der Vater, welcher „sehr froh [ist], Frau und Tochter wieder zu Hause zu haben“ (Z. 25 f.), lässt sich über den Trip in die Hauptstadt berichten. Seinerseits erzählt er davon, dass er dem „Inspektor Pink“ (Z. 30) kündigen muss, da dieser eine Affäre mit der Gärtnerin hat
Für die junge Protagonistin ist Kessin, die Heimat ihres Verlobten, dem Baron, weit entfernt und sie geht davon aus, dort sogar „Nordlichter“ (Z. 132) sehen zu können
Inzwischen steht das Hochzeitsdatum fest, welches auf den 3. Oktober datiert ist
Bei einer Unterhaltung mit ihrer Mutter über ihren zukünftigen Gatten in der Idylle des heimatlichen Gartens gibt Effi zu, sie „fürchte [sich] vor ihm“ (Z. 353). Auf die Frage von Luise Briest, ob sie den Baron von Instetten liebt, antwortet sie mit „warum soll ich ihn nicht lieben?“ (Z. 318). Effi bemerkt allerdings auch, „ich liebe alle, die's gut mit mir meinen und gütig gegen mich sind und mich verwöhnen.“ (Z. 320 f.)
Kapitel 5
Infos
Zeile: 2-237
Ort: Herrenhaus in Hohen-Cremmen
Zeit: 3., 4. und 6. Oktober
Personen: Die Mutter, der Vater
Inhalt
Noch am Tage der Hochzeit reist das frisch vermählte Ehepaar ab und begibt sich für die Hochzeitsreise zunächst nach München und dann nach Italien
Effis Eltern unterhalten sich Zuhause in Hohen-Cremmen über ihre Tochter und erhalten bereits drei Tage nach der Feier den ersten Brief ihres Schützlings aus München. Herr Briest vermutet, dass der Baron seine Tochter „mit seinem Kunstenthusiasmus etwas quälen wird“ (Z. 73 f.), womit er recht behalten soll, da Geert ein sehr kunstbegeisterter Herr ist
Im Laufe des Gesprächs zwischen den Vater und Mutter Briest erzählt Luise ihrem Mann von dem Plausch, welchen Effi und sie im vorhergehenden Kapitel gehalten haben, erwähnt jedoch nicht die Furcht des Mädchens gegenüber ihrem neuen Gatten. Vielmehr merkt die Mutter an, das Mädchen würde „Vergnügungssucht und Ehrgeiz“ (Z. 150) besitzen
Aus den Briefen der Protagonistin geht hervor, dass sie sich in der Gegenwart des Barons wohlfühlt, da sich dieser „engelsgut“ (Z. 187) und „gar nicht überheblich“ (Z. 209) zu ihr verhält, die vielen Unternehmungen sie jedoch auch erschöpfen
Kapitel 6
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Zeile: 2-299
Ort: Berlin, Kessin, das Haus von Geert von Instetten
Am 14. November kehren Effi und Geert aus ihren Flitterwochen zurück und bei einem kurzen Zwischenstopp in Berlin lernt der Baron Effis Vetter Dagobert kennen. Die drei sehen sich die Ausstellung St.-Privat-Panorama an und frühstücken zusammen
Anschließend wird das junge Paar vom Kutscher Kruse vom Bahnhof in Klein-Tantow abgeholt und nach Kessin chauffiert. Während der Fahrt durchs brandenburgische Land berichtet der Baron von den zahlreichen unterschiedlichen Persönlichkeiten in Kessin, angefangen vom schottischen „Baggermeister Mcpherson“ (Z. 123 f.) über den „alten Wundarzt Beza [...] aus Lissabon“ (Z. 129 f.) bis hin zu einem bereits verstorbenen „Chinesen“ (Z. 95). Effi äußert sich dazu mit: „Ein Chinese, find ich, hat immer was Gruseliges“ (Z. 113)
Angekommen im Heim des Ehemannes werden sie zunächst einmal von den Bediensteten, dem Dienstmädchen, dem Butler und der Köchin begrüßt und Instetten gibt seiner jungen Frau eine Führung durch sein Zuhause
Effi, die „gebannt von allem, was sie sah, und dabei geblendet von der Fülle von Licht“ (Z. 235) ist, freut sich insbesondere über den „Blumentisch“ (Z. 270), welcher mit einer Willkommenskarte des „Apothekers Gieshübler“ (Z. 275) versehen ist