Inhalt
Smarter Learning!
Inhalt
Bundesland, Schulart & Klasse
Bundesland, Schulart & Klasse
BW, Gymnasium (G9)
Baden-Württemberg
Berufl. Gymnasium (AG)
Berufl. Gymnasium (BTG)
Berufl. Gymnasium (EG)
Berufl. Gymnasium (SGG)
Berufl. Gymnasium (TG)
Berufl. Gymnasium (WG)
Berufskolleg - FH
Gemeinschaftsschule
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Hauptschule
Realschule
Werkrealschule
Bayern
Fachoberschule
Gymnasium
Mittelschule
Realschule
Berlin
Gymnasium
Integrierte Sekundarschule
Brandenburg
Gesamtschule
Gymnasium
Oberschule
Bremen
Gymnasium (G8)
Oberschule (G9)
Hamburg
Gymnasium
Stadtteilschule
Hessen
Berufl. Gymnasium
Gesamtschule
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Haupt- und Realschule
Hauptschule
Realschule
Mecklenburg-Vorpommern
Gesamtschule
Gymnasium
Niedersachsen
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Integrierte Gesamtschule
Kooperative Gesamtschule
Oberschule
Realschule
NRW
Gesamtschule
Gymnasium
Hauptschule
Realschule
Sekundarschule
Rheinland-Pfalz
Gesamtschule
Gymnasium
Saarland
Gemeinschaftsschule
Gesamtschule
Gymnasium
Realschule
Sachsen
Gymnasium
Oberschule
Sachsen-Anhalt
Fachgymnasium
Gesamtschule
Gymnasium
Sekundarschule
Schleswig-Holstein
Gemeinschaftsschule
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Thüringen
Berufl. Gymnasium
Gemeinschaftsschule
Gesamtschule
Gymnasium
Regelschule
Klasse 13
Klasse 13
Klasse 12
Klasse 11
Klasse 10
Klasse 9
Klasse 8
Klasse 7
Klasse 6
Klasse 5
Fach & Lernbereich
Fachauswahl: Deutsch
Mathe
Deutsch
Englisch
Bio
Chemie
Physik
Geschichte
Geo
Lernbereich
Lektürehilfen
Digitales Schulbuch
Abitur
VERA 8
Abitur
Prüfung
wechseln
Abitur
VERA 8
Smarter Learning!
Schneller lernen mit deinem SchulLV-Zugang
  • Zugang zu über 1.000 Original-Prüfungsaufgaben mit Lösungen von 2004-2019
  • Alle Bundesländer und Schularten, empfohlen von über 2.300 Schulen in Deutschland
  • Digitales Schulbuch: Über 1.700 Themen mit Aufgaben und Lösungen
  • Monatlich kündbar, lerne solange du möchtest
Jetzt Zugang freischalten!
Inhaltsverzeichnis
Lernbereich Lektürehilfen
Übersicht
Agnes
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Romanstruktur
Intertextualität
Handlung
Kapitel 1
Kapitel 2-8
Kapitel 9 - 17
Kapitel 18 - 23
Kapitel 24 - 29
Kapitel 30 - 35
Kapitel 36 Schluss
Charaktere
Agnes
Erzähler
Louise
Themen und Orte
Fiktion und Wirklichk...
Bildnis und Identität...
Isolation und Anonymi...
Motive und Symbole
Punkte und Glück
Kälte
Tod
Wärme
Spuren
Schöpfung
Erzählweise
Prüfungsaufgaben zur ...
Corpus Delicti
Übersicht
Handlung
Kap. 1 - 10
Kap. 11 - 16
Kap. 17 - 22
Kap. 23 - 33
Kap. 34 - 40
Kap. 41 - 50
Aufbau
Charakterisierung
Mia Holl
Moritz Holl
Heinrich Kramer
Die ideale Geliebte
Anwalt Rosentreter
Richterin Sophie
Richter Hutschneider
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Erzählperspektive
Kontext
Moderne
Zukunftsliteratur
Persönliche Einflüsse
Rezeption
Interpretation
Diktatur - Die Method...
Körper höchstes Gut
Gericht ohne Recht
Totale Überwachung
Kampf um Freiheit
Science Fiction oder ...
Prüfungsaufgaben zur ...
Dantons Tod
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Handlung
Akt 1
Akt 2
Akt 3
Akt 4
Personen
Figurenkonstellation
Danton
Die Dantonisten
Robespierre und der W...
Interpretation
Der politische Aspekt
Der weltanschauliche ...
Fazit
Realismus in Dantons ...
Prüfungsaufgaben zur ...
Das Fräulein von Scud...
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Handlung
Die Geheimnisse der M...
Paris, die Stadt des ...
Die Herkunft des Käst...
Ein weiterer Mord
Oliviers Erzählung
Tugend siegt am Ende ...
Charaktere
Magdaleine von Scuder...
René Cardillac
Das Paar Olivier Brus...
Der Hofstaat - Ludwig...
Das Gesetz - la Regni...
Themen
Der Mensch - zum Gute...
Schuld, Unschuld und ...
Illusion und Wirklich...
Motive und Symbole
Tag und Nacht, Himmel...
Der Schmuck und die J...
Prüfungsaufgaben zur ...
Das Parfum
Handlung
Erster Teil
Zweiter Teil
Dritter Teil
Vierter Teil
Formaler Aufbau
Charakterisierungen
Grenouille
Pater Terrier
Madame Gaillard
Grimal
Baldini
Marquise
Antoine Richis
Laure Richis
Druot
Stil
Erzählperspektive
Sprache
Rhetorische Mittel
Kontext
Epoche
Parfüm-Geschichte
Interpretation
Grenouille als Monste...
Genie-Gedanke
Innere Duftwelt
Duft als Macht
Bildungsroman
Schauerroman
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Besuch der alten ...
Kontext und Einordnun...
Handlung
Charaktere
Claire Zachanassian
Alfred Ill
Der Lehrer
Der Pfarrer
Der Polizist
Familie Ill
Die Güllener
Interpretation
Themen
Symbole
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Bürgermeister
Der goldne Topf
Handlung
1. Vigilie
2. Vigilie
3. Vigilie
4. Vigilie
5. Vigilie
6. Vigilie
7. Vigilie
8. Vigilie
9. Vigilie
10. Vigilie
11. Vigilie
12. Vigilie
Kontext
Epoche
Entstehung und Rezept...
Modernes Märchen
Personen
Aufbau
Antithetik
Erzähltechnik
Stil und Sprache
Sprache
Mythen
Interpretation
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Proceß
Entstehung und Einord...
Inhalt
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
Figuren
Josef K.
Onkel K.
Advokat Huld
Kaufmann Block
Gerichtsmaler Titorel...
Die Frauenfiguren
Einführung
Fräulein Bürstner
Frau des Gerichtsdien...
Leni
Struktur
Sprache und Stil
Erzählperspektive
Interpretation
Einführung
Das Gericht
Die Türhüterparabel
Verschiedene Interpre...
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Sandmann
Handlung
Personen
Kontext und Einordnun...
Motive
Doppelgängermotiv
Augenmotiv
Sprache
Interpretation
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Steppenwolf
Handlung
Zusammenfassung
Vorwort des Herausgeb...
Harry Hallers Aufzeic...
Tractat vom Steppenwo...
Harry Hallers Aufzeic...
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Vorwort des Herausgeb...
Harry Hallers Aufzeic...
Tractat vom Steppenwo...
Charaktere
Hauptperson
Kontrast- und Spiegel...
Hermine
Pablo
Maria
Nebenfiguren
Die Bürger
Die unsterblichen Kün...
Stil und Sprache
Vorwort des fiktiven ...
Harry Hallers Aufzeic...
Tractat vom Steppenwo...
Motive, Symbole und B...
Der Steppenwolf
Der Spiegel
Die Ewigkeit und der ...
Die Unsterblichen
Die Musik
Der Tanz
Der Humor
Die Bedeutung des Mag...
Interpretation
Zeit- und Kulturkriti...
Entwicklung der Persö...
Parallelen zu Goethes...
Autobiographische Sel...
Die Marquise von O...
Übersicht
Handlung
Abschnitt 1
Abschnitt 2
Abschnitt 3
Abschnitt 4
Abschnitt 5
Aufbau
Charakterisierung
Die Marquise von O...
Herr von G...
Frau von G...
Graf F...
Stil
Erzählperspektive
Stilmittel
Kontext
Zeitgeschichte
Das Frauenbild um 180...
Interpretation
Gesellschaftskritik
Emanzipation
Tiefenpsychologie
Die Verwandlung
Kontext und Einordnun...
Inhalt
1. Teil
2. Teil
3. Teil
Struktur
Sprache und Stil
Figuren
Der Vater
Die Mutter
Die Schwester
Gregor
Interpretation
Die biographische Int...
Die psychoanalytische...
Die sozialkritische I...
Motive
Welche Verwandlung?
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Faust I
Kontext und Einordnun...
Autor
Epocheneinordnung
Inhalt der Vorspiele
Inhalt der Gelehrten-...
Nacht
Vor dem Tor
Studierzimmer (I)
Studierzimmer (II)
Brückenszenen
Auerbachs Keller in L...
Hexenküche
Inhalt der Gretchen T...
Straße I
Abend
Spaziergang
Der Nachbarin Haus
Straße II
Garten
Ein Gartenhäuschen
Wald und Höhle
Gretchens Stube
Marthens Garten
Am Brunnen
Zwinger
Nacht
Dom
Walpurgisnacht
Walpurgisnachtstraum
Trüber Tag, Feld
Nacht, offen Feld
Kerker
Figuren
Figurenübersicht
Faust
Gretchen
Mephisto
Nebencharaktere
Struktur
Sprache und Stil
Interpretation
Faust und die Konzept...
Faust und Gretchen
Der Pakt mit dem Teuf...
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Hamlet
Übersicht
Handlung
Akt 1
Akt 2
Akt 3
Akt 4
Akt 5
Aufbau
Charakterisierung
Hamlet
Gertrude
Claudius
Polonius
Ophelia
Laertes
Horatio
Geist
Figurenkonstellation
Stil
Sprache
Stilmittel
Monologe
Motive
Kontext
Epoche
Rezeption
Geschichtlicher Hinte...
Interpretation
Schein
Wahnsinn
Rache
Machtgier
Mutter-Problematik
Liebe
Krimi
Homo Faber
Kontext und Einordnun...
Gliederung
Erste Station
Zweite Station
Handlung
Erste Station
Zweite Station
Figuren
Walter Faber
Hanna Piper
Elisabeth Piper
Ivy
Formales und sprachli...
Ein Bericht? Formaler...
Sprechende Namen
Sprache und Stil
Interpretation
Themen
Orte
Motive und Symbole
Frischs Kritik am Typ...
Prüfungsaufgaben zur ...
Irrungen, Wirrungen
Übersicht
Handlung
Kapitel 1 - 15
Kapitel 16 - 26
Aufbau
Charakterisierung
Lene Nimptsch
Botho von Rienäcker
Frau Nimptsch
Frau Dörr
Käthe von Sellenthin
Gideon Franke
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Erzählperspektive
Motive
Kontext
Epoche
Rezeption
Geschichtlicher Hinte...
Interpretation
Entwicklungsroman
Gesellschaftskritik
Zeitroman
Psychologischer Roman
Kabale und Liebe
Kontext und Einordnun...
Inhalt
Auf einen Blick
Akt I
Akt II
Akt III
Akt IV
Akt V
Struktur
Sprache und Stil
Figuren
Auf einen Blick
Miller
Millers Frau
Luise
Sekretär Wurm
Ferdinand von Walter
Präsident von Walter
Hofmarschall von Kalb
Lady Milford
Interpretation
Auf einen Blick
Sozialkritik in Kabal...
Elemente des Sturm un...
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Klein Zaches genannt ...
Kontext und Einordnun...
Inhalt
Figuren
Allgemeines
Balthasar
Zaches
Struktur
Interpretation
Klein Zaches und das ...
Klein Zaches - eine S...
Fazit
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Landnahme
Übersicht
Handlung
Prolog
Thomas Nicolas
Marion Demutz
Peter Koller
Katharina Hollenbach
Sigurd Kitzerow
Epilog
Aufbau
Charakterisierung
Bernhard Haber
Thomas Nicolas
Marion Demutz
Peter Koller
Katharina Hollenbach
Sigurd Kitzerow
Stil
Erzählperspektive
Stilmittel
Kontext
Geschichtlicher Hinte...
Rezeption
Interpretation
Heimat
Fremdenfeindlichkeit
Gesellschaftskritik
Lenz
Übersicht
Handlung
Gebirgswanderung
Leben im Pfarrhaus
Treffen mit Kaufmann
Oberlins Abwesenheit
Selbstmordversuche
Aufbau
Charakterisierung
Lenz
Oberlin
Kaufmann
Stil
Sprache
Erzählperspektive
Interpretation
Motive
Lenz' Weltanschauung
Prüfungsaufgaben zur ...
Maria Stuart
Handlung
1. Aufzug
2. Aufzug
3. Aufzug
4. Aufzug
5. Aufzug
Kontext
Epoche
Rezeption
Geschichtlicher Hinte...
Personen
Charakterisierungen
Personenkonstellation
Aufbau des Dramas
Stil und Sprache
Stilmittel
Metrum und Reim
Interpretation
Prüfungsaufgaben zur ...
Medea
Übersicht
Handlung
Prolog
Einzugslied
1. Aufzug
1. Standlied
2. Aufzug
2. Standlied
3. Aufzug
3. Standlied
4. Aufzug
4. Standlied
5. Aufzug
5. Standlied
Auszug
Aufbau
Charakterisierung
Medea
Jason
Amme
Kreon
Aigeus
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Figurenrede
Kontext
Euripides' Werk
Mythos Medea
Interpretation
Rachsucht aus Liebe
Patriarchale Welt
Vergleich mit Medea. ...
Medea. Stimmen
Übersicht
Handlung
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Aufbau
Charakterisierung
Medea
Jason
Leukon
Akamas
Agameda
Presbon
Glauke
Kreon
Lyssa
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Erzählperspektive
Kontext
Zeitgeschichtlicher H...
Mythos Medea
Interpretation
Autobiografisch
Sündenbock-Thematik
Feminismus
Vergleich mit Euripid...
Woyzeck
Handlung
Zusammenfassung
Szene 1 - 2
Szene 3 - 7
Szene 8 - 10
Szene 11 - 15
Szene 16 - 21
Szene 22 - 26
Szene 27
Aufbau des Dramas
Charakterisierungen
Franz Woyzeck
Marie Zickwolf
Nebenfiguren
Stil und Sprache
Kontext
Epoche
Geschichtlicher Hinte...
Interpretation
Woyzecks Motive
Armut und Arbeit
Das Erbsenexperiment
Zurechnungsfähigkeit

Struktur

Lektürehilfen
Download als Dokument:PDF
Auf einen Blick
  • Die Verwandlung ist in drei Teile von gleicher Länge eingeteilt; die Handlung des 1. Teils umfasst nur einen Tag, die des 2. und 3. Teils mehrere Monate
  • Im 2. und 3. Teil sind die Zeitangaben oft ungenau, das entspricht dem eintönigen, isolierten Leben Gregors
  • Ein unvermittelter Anfang (die Ursache der Verwandlung wird nie eindeutig geklärt) und ein offenes Ende rahmen die Erzählung ein, die sich zwischen Spätherbst und Ende März abspielt
  • Die Raumstruktur ist wichtig für die Interpretation: Zu Gregors Zimmer öffnen drei Türen (wenig Privatsphäre), er ist in seinem Raum eingeschlossen und wird von der Familie „ver-drängt“, nur das Fenster erinnert ihn an die Freiheit
Auf einen Blick
  • Die Verwandlung ist in drei Teile von gleicher Länge eingeteilt; die Handlung des 1. Teils umfasst nur einen Tag, die des 2. und 3. Teils mehrere Monate
  • Im 2. und 3. Teil sind die Zeitangaben oft ungenau, das entspricht dem eintönigen, isolierten Leben Gregors
  • Ein unvermittelter Anfang (die Ursache der Verwandlung wird nie eindeutig geklärt) und ein offenes Ende rahmen die Erzählung ein, die sich zwischen Spätherbst und Ende März abspielt
  • Die Raumstruktur ist wichtig für die Interpretation: Zu Gregors Zimmer öffnen drei Türen (wenig Privatsphäre), er ist in seinem Raum eingeschlossen und wird von der Familie „ver-drängt“, nur das Fenster erinnert ihn an die Freiheit
Kafka ist für seine eigenwillige Strukturen bekannt: Das „Kafkaeske“ (= laut Duden „auf unergründliche Weise bedrohlich[e]“), über das du mehr im Kapitel Sprache und Stil lesen kannst, wird in der Verwandlung durch eine komplizierte und den Leser bisweilen verwirrende Struktur widergespiegelt. Die Erzählung beginnt ungewöhnlich, nämlich völlig unvermittelt: Wir als Leser sind wie Gregor Samsa damit konfrontiert, dass er in einen Käfer verwandelt wurde. Die Verwandlung ist schon geschehen, wir erfahren ihre Gründe nicht und müssen sie als absurde Tatsache akzeptieren, die mit Gregor Samsas Alltag in Einklang gebracht werden muss. Nur stückweise erfahren wir von Gregors Vergangenheit, der finanziell schwierige Lage seiner Familie, der Unterdrückung durch seinen Chef, dem Stress auf der Arbeit, der Distanz zur Familie und „ein[em] nie herzlich werdender menschliche[n] Verkehr“ (S. 8) – hierin kann man die Gründe für die Verwandlung Gregors zumindest vermuten. Die Entwicklung eines harten Panzers könnte eine Schutzreaktion vor einer bedrückenden Umwelt gewesen sein. Genau wissen wir es nicht, der Moment der Verwandlung wird an keiner Stelle thematisiert, nach deren Gründen wird nicht geforscht, sodass diese Frage letztlich offen bleibt, auch wenn es Indizien gibt, wie oben genannt. Dem unvermittelten Anfang steht ein offenes Ende gegenüber. Wir erfahren ebenso wenig über die Zukunft der Familie wie über die konkrete Ursache der Verwandlung.
Zwischen diesen zwei „Eckpfeilern“ der Erzählung stehen drei Teile von ungefähr gleicher Länge. Der erste Teil behandelt das Bemerken der Verwandlung Gregors und die ersten Reaktionen darauf. Gregor wird im ersten Teil bereits „entmenschlicht“. Diese Entmenschlichung schreitet im zweiten Teil voran, Gregor gewöhnt sich an seinen neuen Körper, die Familie versucht, gemeinsam mit ihm zu leben, empfindet aber Angst und Ekel. Im dritten Teil schließlich öffnet sich die Familie Gregor anfangs ein wenig, doch vernachlässigt sie ihn mehr und mehr; schließlich stirbt Gregor. Der dritte Teil behandelt im Besonderen das neue Leben der Familie und ihre Loslösung von Gregor. Auffallend ist, dass Gregor am Ende eines jeden Teils eine Kränkung durch die Familie erfährt oder verletzt wird, nachdem er seinem Zimmer entkommen ist. Im ersten Teil versucht Gregor, den Prokuristen zu beschwichtigen und wird von seinem Vater in sein Zimmer zurückgestoßen, im zweiten Teil wird Gregor mit Äpfeln beworfen, nachdem die Mutter bei seinem Anblick in Ohnmacht gefallen ist, im dritten Teil beschließt die Familie nach seinem Ausbruch während eines Konzerts von Grete Gregor loszuwerden, weshalb er in sein Zimmer kriecht und stirbt. Trotz des schwankenden Verhältnisses begegnet man Gregor am Ende jeden Teils mit gesteigerter Feindseligkeit; seine Menschlichkeit wird ihm mehr und mehr aberkannt (während die Mutter im zweiten Teil noch Bedenken äußert, Gregor seiner menschlichen Vergangenheit zu berauben, verneinen der Vater und die Schwester am Ende des dritten Teils, dass im Käfer ein Mensch steckt). Trotz der vereinzelten Besserungen im Familienverhältnis verschlechtert sich dieses im Großen und Ganzen der Erzählung zunehmend.
Zeitlich decken die drei Teile etwa ein halbes Jahr ab. Die Erzählung beginnt ungefähr im Spätherbst und schließt Ende März. Im Folgenden wird die Zeitstruktur der Verwandlung detailliert betrachtet:
Abschnitt im Buch Zeitangabe Handlung
Erster Teil „Eines Morgens“, vmtl. Spätherbst, vor 6:30 Uhr
  • Gregor wacht in einen Käfer verwandelt auf und denkt über sein Leben nach
Ca. 8 Uhr
  • Der Prokurist erscheint in der Wohnung, Gregor entkommt seinem Zimmer
  • Die Verwandlung wird bemerkt, er wird vom Vater zurückgetrieben
Zweiter Teil Am selben Abend
  • Gregor erwacht, in der Wohnung ist es still
Am nächsten Morgen
  • Gregor wird von der Schwester gefüttert
  • Der Vater klärt die Vermögensverhältnisse (Rückblick)
Mehrere Tage
  • Gregor isst und schläft immer weniger
  • Er belauscht die Familie
  • Finanzielle Sorgen bestimmen das Familienleben
14 Tage nach der Verwandlung (Rückblick)
  • Die Schwester wird von der Familie anerkannt
  • Sie ist die einzige, die sich in Gregors Zimmer traut
Einen Monat nach der Verwandlung
  • Die Schwester erblickt Gregor am Fenster und erschreckt sich
  • Gregor bedeckt das Kanapee mit einem Leinentuch
Zwei Monate nach der Verwandlung
  • Gregors Schwester und seine Mutter räumen die Möbel aus seinem Zimmer
  • Gregor schützt sein Bild, die Mutter sieht ihn und fällt in Ohnmacht
  • Der Vater erfährt davon, bewirft Gregor mit Äpfeln und verletzt ihn schwer
Dritter Teil Ca. ein Monat nach Apfelwurf,
längere, unbestimmte Zeitspanne danach
  • Man arrangiert sich mit Gregor, die Tür wird abends aufgelassen
  • Die Familie arbeitet bis zur Erschöpfung, die finanzielle Lage ist schlecht
  • Gregor leidet mit, schläft kaum
  • Drei Untermieter ziehen ein, Gregors Zimmer wird zur Abstellkammer
Das Frühjahr kommt
  • Die knochige Bedienerin kennt keine Scheu vor Gregor
  • Gregor isst kaum mehr etwas
Unbestimmte Zeit danach, eines Abends
  • Die Schwester gibt ein Konzert für die Untermieter
  • Gregor kriecht hervor, die Familie will ihn loswerden
  • Gregor kriecht in sein Zimmer zurück und stirbt
Nächster Morgen, Ende März
  • Die Familie kündigt den Untermietern und nimmt sich einen Tag frei
  • Die Familie macht einen Spaziergang und denkt optimistisch an die Zukunft
Abschnitt im Buch Zeit-
angabe
Handlung
Erster Teil „Eines Morgens“, vmtl. Spät-herbst, vor 6:30 Uhr Gregor wacht in einen Käfer verwandelt auf und denkt über sein Leben nach
Ca. 8 Uhr Der Prokurist erscheint in der Wohnung, Gregor entkommt seinem Zimmer Die Verwandlung wird bemerkt, er wird vom Vater zurückgetrieben
Zweiter Teil Am selben Abend Gregor erwacht, in der Wohnung ist es still
Am nächsten Morgen Gregor wird von der Schwester gefüttert Der Vater klärt die Vermögens-
verhältnisse (Rückblick)
Mehrere Tage Gregor isst und schläft immer weniger Er belauscht die Familie Finanzielle Sorgen bestimmen das Familienleben
14 Tage nach der Ver-wandlung (Rück-blick) Die Schwester wird von der Familie anerkannt Sie ist die einzige, die sich in Gregors Zimmer traut
Einen Monat nach der Ver-wandlung Die Schwester erblickt Gregor am Fenster und erschreckt sich Gregor bedeckt das Kanapee mit einem Leinentuch
Zwei Monate nach der Ver-wandlung Gregors Schwester und seine Mutter räumen die Möbel aus seinem Zimmer Gregor schützt sein Bild, die Mutter sieht ihn und fällt in Ohnmacht Der Vater erfährt davon, bewirft Gregor mit Äpfeln und verletzt ihn schwer
Dritter Teil Ca. ein Monat nach Apfel-wurf,
längere, unbe-stimmte Zeit-spanne danach
Man arrangiert sich mit Gregor, die Tür wird abends aufgelassen Die Familie arbeitet bis zur Erschöpfung, die finanzielle Lage ist schlecht Gregor leidet mit, schläft kaum Drei Untermieter ziehen ein, Gregors Zimmer wird zur Abstellkammer
Das Früh-jahr kommt Die knochige Bedienerin kennt keine Scheu vor Gregor Gregor isst kaum mehr etwas
Unbe-stimmte Zeit danach, eines Abends Die Schwester gibt ein Konzert für die Untermieter Gregor kriecht hervor, die Familie will ihn loswerden Gregor kriecht in sein Zimmer zurück und stirbt
Nächster Morgen, Ende März Die Familie kündigt den Untermietern und nimmt sich einen Tag frei Die Familie macht einen Spaziergang und denkt optimistisch an die Zukunft
Während der zweite und der dritte Teil in etwa eine gleiche erzählte Zeit abdecken (jeweils mehrere Monate), deckt der erste Teil nur ein paar Stunden ab, obwohl er eine ähnliche Länge aufweist wie die anderen Teile. Der erste Teil behandelt Gregors menschliche Vergangenheit auch am längsten und genauesten. Dieser erste Tag nach der Verwandlung ist also von besonderer Bedeutung und wird vom Erzähler akribisch beschrieben – hier erfahren wir wichtige Details über mögliche Ursachen der Verwandlung und über die Figuren. Zugleich muss vor allem dieser Tag für Gregor selbst sehr lang erscheinen, da er sich mit seiner neuen Rolle abfinden muss. Das wird durch die lange Erzählung einer kurzen Zeitspanne erreicht. Während der nächsten Teile werden schnell mehrere Monate übersprungen, was dem eintönigen Leben Gregors entspricht. Die Zeitangaben sind oft ungenau oder fehlen völlig, schließlich hat sie auch für Gregor immer weniger Bedeutung. Zudem gibt es in zweiten Teil einige Rückblenden bzw. Brüche im linearen Erzählen. Die Ungenauigkeit der Zeitangaben erschwert es zudem, die einzelnen Ereignisse in eine geordnete Reihenfolge zu bringen.
Es lohnt sich auch, neben der Zeitstruktur auch die Raumstruktur der Verwandlung genauer zu betrachten. Der größte Teil der Handlung spielt sich in Gregors Zimmer ab, zu dem sich drei Türen öffnen. Eine Tür führt ins Wohnzimmer, eins zum Zimmer der Schwester, eins ins Vorzimmer, von dem aus eine Treppe abgeht (das Wohnzimmer öffnet wohl zum Vorzimmer hin). Gregor ist in seinem Zimmer isoliert und versteckt sich zudem bei Besuch seiner Schwester unter dem Kanapee, wo er sich zwar eingeengt, aber sicher fühlt. Selbst das abgeschlossene Zimmer ist für Gregor zu groß. Dennoch nutzt er auch die Wände und die Decke, um sich mit dem Kriechen abzulenken. Somit ist das Zimmer Gefängnis und Ort der Privatsphäre zugleich; wenn andere Personen Gregors Zimmer betreten, hat er es jedoch nicht mehr für sich alleine und muss sich in seinem Gefängnis noch zusätzlich einschränken. Gregor wird also nicht nur sozial, sondern auch ganz konkret räumlich „ver-drängt“. Die Türen verdeutlichen, dass Gregor im Zentrum der Familie steht (finanzielle Rolle), aber von dieser auch eingeengt wird, er kann sich nicht frei bewegen und steht unter Beobachtung. Die Erinnerung an Freiheit erlebt er nur durch das Kriechen (gewissermaßen betont er damit seine Privatsphäre) und den Blick durch das Fenster. Doch seine Sehkraft nimmt nach, sodass er das Krankenhaus auf der anderen Seite nicht mehr sehen kann. Gregors Wahrnehmung bleibt also auf sein Zimmer beschränkt.
Immer, wenn Gregor sein Zimmer verlässt und somit ins Reich der Familie tritt, erfährt er eine Kränkung, es kommt zum Konflikt und er wird verletzt. Ein Platz in der Familie wird ihm aberkannt. Gregor lebt also vereinsamt und von aller menschlichen Nähe entrissen in seinem Zimmer, auf eigene Veranlassung darf er nichts tun, die Familie muss es ihm erst zugestehen.
Erst nach dem Tod Gregors verlässt die Handlung die Wohnung; wir als Leser folgen der Familie auf ihrem Ausflug in die Stadt. Die Familie ist nun „frei“ von Gregor und beschließt umzuziehen. Dies betont noch einmal, welch zentrale Rolle die Raumstruktur in der Verwandlung einnimmt. Der Raum der Wohnung ist der spezifische Raum der Familie, die mit Gregor zusammenlebt. Ohne ihn verliert die Wohnung ihre Funktion.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
Jetzt freischalten
Infos zu SchulLV PLUS
Ich habe bereits einen Zugang
Zugangscode einlösen
Login
Folge uns auf
SchulLV als App