Epoche
Die Romantik
Zeitraum der Romantik (Deutschland):
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Frühromantik: ca. 1795–1804 (Jena)
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Hochromantik: ca. 1804–1815 (Heidelberg)
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Spätromantik: ca. 1815–1835 (Berlin, Wien)
Allgemeine Einordnung des Werks: Spätromantik
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Die Bergwerke zu Falun (1819) gehört zur Spätromantik.
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E.T.A. Hoffmann gilt als einer der zentralen Autoren der Epoche.
Typische Merkmale der Spätromantik
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stärkere Betonung des:
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Unheimlichen und Dämonischen
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Wahnsinns und der Ich-Spaltung
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Unbewussten
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häufig:
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Verschmelzung von Realität und Fantastik
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Auflösung klarer Wirklichkeitsgrenzen
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pessimistischere Grundstimmung als in der Frühromantik
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Literatur wird:
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komplexer
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psychologisch differenzierter
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weniger harmonisch
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→ Übergang zur Schwarzen Romantik
Zentrale romantische Merkmale im Werk
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Sehnsucht („Sehnsucht ins Unendliche“)
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Elis strebt nach absoluter Erfüllung
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Natur als Spiegel der Seele
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Bergwerk = innerer Raum / Unbewusstes
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Subjektivität
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Fokus auf Elis’ Wahrnehmung
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Verschränkung von Realität und Fantastik
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Falun (real) ↔ Visionen / Bergkönigin
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Motiv der inneren Spaltung
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Konflikt zwischen zwei Welten
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→ Die Erzählung ist ein typisches Beispiel romantischer Literatur, aber bereits stark zugespitzt.
Unterschied zur früheren Romantik
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Früh-/Hochromantik:
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oft Hoffnung auf Einheit und Harmonie
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Spätromantik / Schwarze Romantik:
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Betonung von Spaltung und Scheitern
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→ In Die Bergwerke zu Falun: keine Versöhnung, sondern radikaler Untergang
Schwarze Romantik
Grundidee
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Strömung innerhalb der Spätromantik
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Fokus auf:
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Unheimliches, Bedrohliches, Dämonisches
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Abgründe der menschlichen Psyche
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Merkmale im Werk
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Wahnsinn und psychische Zerrissenheit
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Elis verliert den Realitätsbezug
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Unheimliche Figuren
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alter Bergmann
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Bergkönigin
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Dämonische Verführung
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Hinabziehen in die Unterwelt
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Tod und Untergang
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keine Auflösung, keine Rettung
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Unbewusstes
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Bergwerk als Symbol des Inneren
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→ Die Erzählung zeigt die gefährliche Seite romantischer Sehnsucht.
Deutung im Kontext der Epoche
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Hoffmann zeigt:
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Sehnsucht ist nicht nur positiv, sondern auch zerstörerisch
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Die Erzählung kann gelesen werden als:
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Kritik an einer entgrenzten, maßlosen Imagination
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→ typisch Spätromantik:
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Interesse am Unbewussten
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Darstellung von Grenzüberschreitung und Wahnsinn