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Der Kinderfreund

Der Kinderfreund (R 151–163)

Arbeit auf dem Grundstück

  • Der Kinderfreund ist ein Mann Mitte fünfzig, der seit seiner Kindheit eng mit der Enkelin der Schriftstellerin befreundet war.
  • In der Gegenwart steht er auf einer Leiter am Badehaus des ehemaligen Grundstücks seiner Freundin und bringt eine Folie auf dem Dach an, um es für den Herbst wetterfest zu machen.

Kennenlernen des Kinderfreundes und der Enkelin

  • Die erste Begegnung fand statt, als er fünf und sie vier Jahre alt waren. Auf dem Weg, um für seinen Vater Bier von einer Baustelle zu holen, wurde er vom Sohn der Schriftstellerin (dem Vater des Mädchens) zum Himbeerpflücken eingeladen. Da sich auch die Väter gut verstanden, wurden die beiden zu Spielgefährten. Der Kinderfreund misst dieser Begegnung rückblickend einen hohen Stellenwert für seinen Lebensweg bei.

Positive und negative Kindheitserinnerungen

Die Kinder verbrachten viel Zeit im Garten, schwammen im See oder schauten bei ihm zu Hause fern.
  • Gemeinsame Erlebnisse: Sie vergruben ein Kästchen mit Aluminiumpfennigen von der Hochzeit seiner Schwester und fanden dabei Zinnkrüge, die ein Architekt dort versteckt hatte. An diesem Tag sprachen sie erstmals vom Heiraten (R 155.6).
  • Geheimnisse: Sie versteckten sich oft im „Geheimschrank in ihrem Kinderzimmer“ (R 156.2 f.), wo es vermutlich auch zu ersten Küssen kam.
  • Traumatische Erfahrung: Sie wurden Zeugen von etwas, das sie „besser nicht hätten sehen sollen“ (R 157.2). Ein Junge namens René vergewaltigte seine 12-jährige Cousine in einem Schuppen. Der Kinderfreund und seine Freundin beobachteten dies aus einem Versteck hinter Holzscheiten, verpassten jedoch den Moment, helfend einzugreifen.

Entfremdung zwischen der Enkeltochter und ihrem Kinderfreund

  • Nach seiner Jugendweihe besuchte er sie erstmals in Berlin und bemerkte seine Gefühle für sie. Er wurde eifersüchtig, als er einen Zettel eines Schulfreundes in ihrem Zimmer fand, woraufhin sie klarstellte, dass sie in Berlin tun könne, was sie wolle. Später brachte sie verschiedene Freunde mit zum Haus ihrer Großmutter. Die Begegnungen wurden seltener und distanzierter.
  • Schließlich heiratete sie einen dieser Freunde. Der Kinderfreund bot dem Paar zwar weiterhin Unterstützung bei der Arbeit auf dem Grundstück an, doch die Beziehung wandelte sich von einer engen Freundschaft zu einem „entfremdeten“ Verhältnis, das „nicht mehr auf Augenhöhe stattfindet“; er wurde im Grunde zum Gärtner (R 161.24).

Leerstand des Hauses

  • In der Gegenwart ist die Schriftstellerin verstorben, und das Haus steht leer, nachdem ein Investor begonnene Baumaßnahmen abgebrochen hat. Auch für das Haus des Kinderfreundes liegt ein Antrag auf Rückübertragung vor. Er plant, in eine kleine Wohnung in der Kreisstadt zu ziehen, da er kein Geld für ein eigenes Grundstück und keine Erben hat.

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