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Der Gärtner

Der Gärtner (R 102–106)

Aufräumarbeiten nach dem Krieg

  • Im Frühjahr 1945 beginnt für den Gärtner die Phase des Wiederaufbaus. Zunächst unterstützt er die Frau des Architekten beim Bergen der in Kisten verpackten Wertgegenstände, die einst im See versenkt worden waren, und repariert den beschädigten Steg (R 102).
  • Dies markiert den Beginn einer Phase alltäglicher Tätigkeiten, die sich über mehrere Jahre erstreckt und vor allem durch Routinearbeiten wie das Gießen der Pflanzen geprägt ist.

Gleichförmigkeit und untergründige Störung

  • Die Beständigkeit dieser Arbeiten wird durch das Umstürzen einer Blaufichte unterbrochen, das der Gärtner als tiefen Einschnitt erlebt. Er verarbeitet das Holz der Fichte zu Brennholz und entdeckt beim Pflanzen von Rosen eine Kiste mit Silberbesteck, die er unberührt neben den Honiggläsern im Schleuderraum abstellt (R 103).
  • Auffällig ist, dass der Gärtner seine Arbeiten so verrichtet, als sei das mittlerweile versiegelte Haus noch bewohnt – ein Verhalten, das seine völlige Identifikation mit dem Ort erkennen lässt. Die Figur wirkt dadurch wie ein Teil des Grundstücks selbst, losgelöst von dessen rechtlichen Besitzverhältnissen.

Veränderung durch neue Eigentümer

  • Erst über ein Jahr nach Kriegsende zieht ein Schriftstellerehepaar aus Berlin in das Haus ein (R 104). Der Gärtner erhält von der neuen Eigentümerin Anweisungen zur Umgestaltung des Gartens.
  • Er hebt Pflanzlöcher aus und durchstößt dabei die harte Ortsteinschicht – eine Handlung, die sinnbildlich für tiefgreifende gesellschaftliche und geschichtliche Umbrüche gelesen werden kann (R 104). Ein Drittel der Ernte führt er nun an eine staatliche Handelsorganisation ab, wobei er erneut auf Weisung der neuen Hausherrin handelt.

Der Gärtner als Konstante im Wandel

  • Trotz der historischen Umbrüche und der politischen Veränderungen bleibt der Gärtner in seinem Handeln unangetastet von ideologischen Einflüssen. Seine Arbeit richtet sich einzig auf die Pflege des Gartens sowie die Instandhaltung der Bauwerke (R 105).
  • In dem Sohn der neuen Eigentümer, der sich für Bienen interessiert, findet der Gärtner schließlich einen Gesprächspartner – ein zart angedeuteter menschlicher Kontakt inmitten seiner ansonsten isolierten Tätigkeit.

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