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Die Unterpächter

Die Unterpächter (R 137–149)

Ein Ehepaar in der Wochenendwerkstatt

  • Bei den Unterpächtern handelt es sich um ein Ehepaar, das seit etwa dreißig Jahren verheiratet ist und in einer zur Wochenendwohnung ausgebauten Werkstatt auf dem Seegrundstück lebt. Die Handlung spielt nach dem Mauerfall 1989.
  • Das Paar sitzt häufig gemeinsam auf einer Hollywoodschaukel mit Blick auf den See; die Szene wird aus der Perspektive des Ehemannes erzählt. Während er auf den See blickt, erinnert er sich an wichtige Momente seines Lebens (vgl. R 137 ff.).

Fluchtversuch aus der DDR

  • Der Mann war früher inhaftiert, weil er versucht hatte, aus der DDR zu fliehen. Gemeinsam mit einem Studienfreund plante er, sich zu betrinken und nachts die kalte Elbe zu durchschwimmen, um in den Westen zu gelangen und dort sein Studium wieder aufzunehmen (R 147,9 f.). Seine zukünftige Frau ließ er bei der Planung außen vor und hatte sie „einfach vergessen“ (R 147,10).
  • Der Fluchtversuch scheiterte: Der Mann wurde festgenommen, während sein Freund die Flucht nicht überlebte. Seine spätere Frau wurde als Zeugin verhört, verneinte jedoch wahrheitsgemäß, von dem Plan gewusst zu haben. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis heiraten die beiden. Der Mann arbeitet anschließend in einer Möbelfabrik und nimmt sein Studium nicht wieder auf.

Alltag am See

  • Das Paar hält sich seit Jahren regelmäßig in der Gegend auf. Zunächst zelten sie dort, später ziehen sie in die ausgebaute Werkstatt.
  • In der Nähe befinden sich ein Steg und ein Segelboot. Besonders im Frühling fahren sie häufig mit dem Boot auf den Scharmützelsee hinaus. Während dieser Segeltouren sprechen sie allerdings nur wenig miteinander.

Weinen der Frau und fehlender Beistand

  • Zu Beginn des Kapitels führen die beiden ein kurzes Gespräch, dessen Inhalt nicht vollständig mitgeteilt wird. Danach bricht die Frau plötzlich in Tränen aus. Als der Mann ihr Weinen bemerkt, steht er auf und geht zum Steg. Statt sie zu trösten, blickt er in die Nacht über den See und denkt über einen Wortwitz nach („Heulend auf der Heullywoodschaukel“, R 137,29 f.).
  • Der Grund für das Weinen liegt in einer erschütternden Nachricht: Die Frau hat erst kurz zuvor erfahren, dass sie adoptiert wurde und eine leibliche Schwester hat, während ihre bisherigen Eltern nicht ihre biologischen Eltern sind. In dieser emotional belastenden Situation erhält sie von ihrem Mann keinen Beistand. Seine Distanz erinnert zugleich daran, dass er sie früher bei seiner Fluchtplanung „vergessen“ hatte (R 147,10), was auf eine Entfremdung zwischen den beiden hindeutet.

Bedrohter Sehnsuchtsort

    Dem Mann ist bewusst, dass ihre Unterpacht bald enden könnte. Die Erben der früheren Eigentümerin – der Frau des Architekten – melden Ansprüche auf das Grundstück an. Sollte das Grundstück an die Erben zurückgehen, würde der Unterpachtvertrag wahrscheinlich aufgelöst werden.
  • Die Frau verbindet das Wort „Unterpächter“ mit dem Begriff „Unkraut“ (vgl. R 148 f.). Für den Mann hingegen ist die Unterpacht eng mit seinem persönlichen Glück verbunden, weil sie ihm das regelmäßige Segeln auf dem Scharmützelsee ermöglicht. Er denkt sogar, es wäre schön, wenn er und seine Frau sterben könnten, bevor endgültig über das Eigentum entschieden wird (R 149,27 f.). Bis dahin möchte er weiterhin seiner Leidenschaft – dem Segeln – nachgehen.

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