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Der Gärtner

Der Gärtner (R 43f.)

Symbolischer Kampf gegen den Verfall

  • In diesem kurzen Kapitel steht der Gärtner im Zentrum, der sich intensiv der Pflege und Gestaltung seines Gartens widmet. Während er einerseits erfolgreich Walnüsse erntet und damit die natürliche Fruchtbarkeit und Kontinuität seines Tuns unter Beweis stellt, wird zugleich ein zerstörerisches Gegenelement eingeführt: der Kartoffelkäfer.
  • Dieser Schädling, der sich unaufhaltsam von Westen nach Osten über das Land ausbreitet, wird zum Symbol für den Verfall, der trotz aller Bemühungen nicht aufzuhalten ist. Der Text schildert, wie der Gärtner vergeblich versucht, die Eier und Puppen des Käfers zu finden und zu vernichten.

Der Kartoffelkäfer als historische Allegorie

  • Trotz der gezielten Bekämpfung befällt der Kartoffelkäfer eine Engelstrompete – eine Pflanze mit giftiger Schönheit – und hinterlässt nur ein Skelett. Diese drastische Metapher verweist auf die Grenzen menschlichen Handelns im Angesicht von zerstörerischen Entwicklungen.
  • An ihre Stelle setzt der Gärtner eine Zypresse, womit ein Neuanfang angedeutet wird. Der unaufhaltsame Vormarsch des Schädlings – vergleichbar mit dem zeitgleichen Vordringen der Nationalsozialisten – wird dabei nicht nur als ökologisches, sondern auch als politisches Phänomen lesbar gemacht.
  • Der Text verknüpft damit Naturbeobachtung und Geschichtsbewusstsein, wobei das Scheitern des Gärtners eine allgemeine Ohnmachtserfahrung spiegelt.

Motiv des Vergehens und der Wiederholung

  • Wie schon im Prolog zieht sich auch hier das Motiv von Entstehen, Vergehen und Neuanfang durch das Kapitel. Der Garten wird zum Ort zyklischer Prozesse, in denen menschliches Eingreifen sowohl Gestaltungskraft als auch Hilflosigkeit offenbart.

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