Handlung
Ausgangssituation
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Der junge Mann Christian ist der Sohn eines Schlossgärtners und wächst in einer friedlichen, flachen Landschaft auf.
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Sein Vater möchte ihn nach seinem Vorbild in der Gartenkunst ausbilden.
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Christian empfindet jedoch eine Abneigung gegen die Pflanzenwelt und fühlt sich von den Bergen angezogen.
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Er verlässt sein Elternhaus, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
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Versucht verschiedene Tätigkeiten (u. a. Fischer, Kaufmannslehre), wird schließlich von einem Förster als Jäger in einer Bergregion angestellt.
Begegnung mit dem Unheimlichen
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Eines Abends wird Christian von tiefer Traurigkeit und Heimweh ergriffen.
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Er zieht eine Alraunenwurzel aus dem Boden, die klagend schreit – erstes deutliches Zeichen des Unheimlichen.
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Plötzlich erscheint ein fremder Mann und spricht mit ihm.
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Der Fremde weist ihm den Weg zum sagenumwobenen Runenberg, wo angeblich die Erfüllung aller Wünsche wartet.
Aufstieg zum Runenberg
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Christian steigt mühsam den gefährlichen Berg hinauf.
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Er gelangt zu einer Mauer mit einem Fenster und blickt in einen kristallgeschmückten Saal.
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Dort sieht er eine geheimnisvolle Frau, die sich entkleidet – Sinnbild verführerischer Natur- und Steinwelt.
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Die Frau überreicht ihm eine mit Edelsteinen besetzte Tafel.
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Christian verliert das Bewusstsein; am nächsten Morgen erwacht er im Tal – die Tafel ist verschwunden.
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Er zweifelt an der Realität des Erlebten.
Integration ins bürgerliche Leben
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Christian erreicht ein Dorf und besucht einen Gottesdienst.
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Er lernt Elisabeth kennen, die Tochter eines wohlhabenden Mannes.
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Er wird von ihren Eltern als Gärtner angestellt.
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Christian und Elisabeth heiraten.
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Geburt der Tochter Leonore (später weitere Kinder).
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Christian holt seinen verwitweten Vater zu sich.
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Die Familie lebt zunächst glücklich und in bescheidenem Wohlstand.
Der Fremde und das Geld
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Fünf Jahre später erscheint ein Fremder, der längere Zeit bei der Familie wohnt.
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Er vertraut Christian eine große Geldsumme an mit der Vereinbarung, dass er innerhalb eines Jahres zurückkehren wird.
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Der Fremde kommt nach dem Jahr nicht zurück.
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Christian investiert das fremde Geld in Grundbesitz und wird wohlhabend.
Beginn des inneren Zerfalls
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Christian entwickelt eine Zwangsvorstellung, kontrolliert ständig das Geld.
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Seine Persönlichkeit verändert sich:
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wird verschlossen, träumt wirr, redet irre
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vernachlässigt Familie und Arbeit
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Er fühlt sich erneut zur Frau vom Runenberg hingezogen.
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Er verherrlicht die Welt der Steine und verachtet die Pflanzenwelt.
Erneute Begegnung mit der Naturmacht
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Beim Erntedankfest zieht sich Christian in den Wald zurück.
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Er begegnet einer unheimlichen Gestalt, dem Waldweib.
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In ihr glaubt er Züge der schönen Frau vom Runenberg zu erkennen.
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Er findet die verlorene Steintafel wieder.
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Sie bestätigt für ihn die Realität seiner Visionen.
Endgültiger Bruch
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Christians Vater warnt ihn: Die Tafel werde sein Herz „versteinern“.
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Christian folgt dennoch dem Ruf der Berg- und Steinwelt.
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Er verschwindet im Wald.
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Der Vater stirbt ein halbes Jahr später aus Kummer.
Niedergang der Familie
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Elisabeth bleibt mit den Kindern allein zurück.
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Sie heiratet zwei Jahre später erneut einen alten Jugendfreund.
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Unglück und wirtschaftlicher Verfall treffen die Familie.
Letzte Begegnung
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Jahre später erscheint Christian als verwahrloste Gestalt im Dorf.
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Er hält wertlose Kieselsteine für Edelsteine.
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Verabschiedet sich von Elisabeth und Leonore.
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Geht zurück in den Wald zur geheimnisvollen Frau.
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Wird nie wieder gesehen.