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Der Gärtner

Der Gärtner (R 59)

Umgestaltung des ehemaligen Tuchfabrikantengrundstücks

  • Das Kapitel beschreibt die landschaftliche Veränderung des Grundstücks, das zuvor im Besitz des Tuchfabrikanten war und nun dem Architekten gehört. Es spielt zeitlich nach dem Verkauf im Jahr 1939, also noch vor der Deportation und Ermordung von Arthur und Hermine, den Eltern des Tuchfabrikanten.

Verdrängung durch Gestaltung

  • Unmittelbar nach dem Verkauf zum halben Wert beginnt der Gärtner mit umfassenden Umgestaltungsmaßnahmen auf dem Gelände. Schritt für Schritt entfernt er zunächst die bestehenden Begrenzungen: Zaun, Kiefern, Büsche – alles, was den bisherigen Charakter des Gartens prägte, wird beseitigt.
  • Diese gezielte Auslöschung vorheriger Spuren verweist sinnbildlich auf den Verlust jüdischer Identität und Geschichte, die sich mit dem Grundstück verband.

Tiefe Eingriffe in den Boden

  • Im Zuge der Arbeiten wird auch der natürliche Bodenaufbau zerstört: Der Gärtner durchdringt die Ortsteinschicht, um die Erde für den Obstbau aufzubereiten. Durch das Einfrieren von Komposterde, das Aufschütten von Mutterboden sowie das Anlegen eines Bewässerungssystems greift er massiv in die Natur ein.
  • Die Umgestaltung dient dabei keinem symbolischen oder ästhetischen Zweck, sondern allein der Zweckmäßigkeit und Effizienz.

Symbolische Entwurzelung

  • Besonders bitter erscheint, dass diese tiefgreifenden Veränderungen bereits erfolgen, bevor Arthur und Hermine ermordet wurden – also während sie sich noch in Deutschland befinden. Der Garten wird also neu modelliert, noch bevor die Erinnerung an die ehemaligen Besitzer verblassen konnte. Als der Gärtner schließlich Gras säht, das im Frühling wieder aufgehen soll, schließt sich das Kapitel mit einem fast zynischen Bild von Wachstum über dem Verschwinden.

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