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Der Gärtner

Der Gärtner (R 73)

Historischer Hintergrund und Erweiterung des Grundstücks

  • Das Kapitel knüpft an den vorherigen Abschnitt an, in dem das Grundstück durch den Ankauf des Nachbargrundstücks erweitert wurde. Nun ist explizit vom „dazugewonnenen Grund“ die Rede (R 73.2), was eine Veränderung in der Besitzstruktur verdeutlicht.
  • Während zuvor der Tuchfabrikant als Eigentümer genannt war, legt die Formulierung nun stärker nahe, dass er das Grundstück verloren hat. Damit verdichtet sich im Text die Andeutung von Enteignung.

Der Gärtner als stiller Akteur in Kriegszeiten

  • Im Zentrum dieses Kapitels steht der Gärtner, der weiterhin mit größter Ruhe seiner Tätigkeit nachgeht. Neben den Obstbäumen errichtet er auf dem ehemals jüdischen Grundstücksteil ein Bienenhaus, siedelt dort zwölf Bienenvölker an und raucht dabei seelenruhig Zigarre – ein Bild für seine stoische Lebensweise und seine distanzierte Haltung gegenüber dem Weltgeschehen.

Symbolische Überlagerung von Natur und Geschichte

  • Die Naturbeobachtungen gehen in diesem Kapitel erneut in eine metaphorische Deutung über. Die im Gespräch mit polnischen Zwangsarbeitern erwähnte Ausbreitung des Kartoffelkäfers, die sich von Osten her über die Oder zieht, wird zum Sinnbild für die politischen Ereignisse der Zeit.
  • Die Formulierung verstärkt den Eindruck, dass die Beschreibung der Insekteninvasion eine subtile Parallele zur militärischen Invasion Deutschlands in Polen (September 1939) ist.
  • Die Verbindung zwischen biologischem Schädlingsbefall und politischer Aggression lässt sich als implizite Anklage und feine, kritische Kommentierung der NS-Zeit verstehen.

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