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Inhaltsverzeichnis
Lernbereich Lektürehilfen
Übersicht
Agnes
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Romanstruktur
Intertextualität
Handlung
Kapitel 1
Kapitel 2-8
Kapitel 9 - 17
Kapitel 18 - 23
Kapitel 24 - 29
Kapitel 30 - 35
Kapitel 36 Schluss
Charaktere
Agnes
Erzähler
Louise
Themen und Orte
Fiktion und Wirklichk...
Bildnis und Identität...
Isolation und Anonymi...
Motive und Symbole
Punkte und Glück
Kälte
Tod
Wärme
Spuren
Schöpfung
Erzählweise
Prüfungsaufgaben zur ...
Corpus Delicti
Übersicht
Handlung
Kap. 1 - 10
Kap. 11 - 16
Kap. 17 - 22
Kap. 23 - 33
Kap. 34 - 40
Kap. 41 - 50
Aufbau
Charakterisierung
Mia Holl
Moritz Holl
Heinrich Kramer
Die ideale Geliebte
Anwalt Rosentreter
Richterin Sophie
Richter Hutschneider
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Erzählperspektive
Kontext
Moderne
Zukunftsliteratur
Persönliche Einflüsse
Rezeption
Interpretation
Diktatur - Die Method...
Körper höchstes Gut
Gericht ohne Recht
Totale Überwachung
Kampf um Freiheit
Science Fiction oder ...
Prüfungsaufgaben zur ...
Dantons Tod
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Handlung
Akt 1
Akt 2
Akt 3
Akt 4
Personen
Figurenkonstellation
Danton
Die Dantonisten
Robespierre und der W...
Interpretation
Der politische Aspekt
Der weltanschauliche ...
Fazit
Realismus in Dantons ...
Prüfungsaufgaben zur ...
Das Fräulein von Scud...
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Handlung
Die Geheimnisse der M...
Paris, die Stadt des ...
Die Herkunft des Käst...
Ein weiterer Mord
Oliviers Erzählung
Tugend siegt am Ende ...
Charaktere
Magdaleine von Scuder...
René Cardillac
Das Paar Olivier Brus...
Der Hofstaat - Ludwig...
Das Gesetz - la Regni...
Themen
Der Mensch - zum Gute...
Schuld, Unschuld und ...
Illusion und Wirklich...
Motive und Symbole
Tag und Nacht, Himmel...
Der Schmuck und die J...
Prüfungsaufgaben zur ...
Das Parfum
Handlung
Erster Teil
Zweiter Teil
Dritter Teil
Vierter Teil
Formaler Aufbau
Charakterisierungen
Grenouille
Pater Terrier
Madame Gaillard
Grimal
Baldini
Marquise
Antoine Richis
Laure Richis
Druot
Stil
Erzählperspektive
Sprache
Rhetorische Mittel
Kontext
Epoche
Parfüm-Geschichte
Interpretation
Grenouille als Monste...
Genie-Gedanke
Innere Duftwelt
Duft als Macht
Bildungsroman
Schauerroman
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Besuch der alten ...
Kontext und Einordnun...
Handlung
Charaktere
Claire Zachanassian
Alfred Ill
Der Lehrer
Der Pfarrer
Der Polizist
Familie Ill
Die Güllener
Interpretation
Themen
Symbole
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Bürgermeister
Der goldne Topf
Handlung
1. Vigilie
2. Vigilie
3. Vigilie
4. Vigilie
5. Vigilie
6. Vigilie
7. Vigilie
8. Vigilie
9. Vigilie
10. Vigilie
11. Vigilie
12. Vigilie
Kontext
Epoche
Entstehung und Rezept...
Modernes Märchen
Personen
Aufbau
Antithetik
Erzähltechnik
Stil und Sprache
Sprache
Mythen
Interpretation
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Proceß
Entstehung und Einord...
Inhalt
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
Figuren
Josef K.
Onkel K.
Advokat Huld
Kaufmann Block
Gerichtsmaler Titorel...
Die Frauenfiguren
Einführung
Fräulein Bürstner
Frau des Gerichtsdien...
Leni
Struktur
Sprache und Stil
Erzählperspektive
Interpretation
Einführung
Das Gericht
Die Türhüterparabel
Verschiedene Interpre...
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Sandmann
Handlung
Personen
Kontext und Einordnun...
Motive
Doppelgängermotiv
Augenmotiv
Sprache
Interpretation
Prüfungsaufgaben zur ...
Der Steppenwolf
Handlung
Zusammenfassung
Vorwort des Herausgeb...
Harry Hallers Aufzeic...
Tractat vom Steppenwo...
Harry Hallers Aufzeic...
Kontext und Einordnun...
Formaler Aufbau
Vorwort des Herausgeb...
Harry Hallers Aufzeic...
Tractat vom Steppenwo...
Charaktere
Hauptperson
Kontrast- und Spiegel...
Hermine
Pablo
Maria
Nebenfiguren
Die Bürger
Die unsterblichen Kün...
Stil und Sprache
Vorwort des fiktiven ...
Harry Hallers Aufzeic...
Tractat vom Steppenwo...
Motive, Symbole und B...
Der Steppenwolf
Der Spiegel
Die Ewigkeit und der ...
Die Unsterblichen
Die Musik
Der Tanz
Der Humor
Die Bedeutung des Mag...
Interpretation
Zeit- und Kulturkriti...
Entwicklung der Persö...
Parallelen zu Goethes...
Autobiographische Sel...
Die Marquise von O...
Übersicht
Handlung
Abschnitt 1
Abschnitt 2
Abschnitt 3
Abschnitt 4
Abschnitt 5
Aufbau
Charakterisierung
Die Marquise von O...
Herr von G...
Frau von G...
Graf F...
Stil
Erzählperspektive
Stilmittel
Kontext
Zeitgeschichte
Das Frauenbild um 180...
Interpretation
Gesellschaftskritik
Emanzipation
Tiefenpsychologie
Die Verwandlung
Kontext und Einordnun...
Inhalt
1. Teil
2. Teil
3. Teil
Struktur
Sprache und Stil
Figuren
Der Vater
Die Mutter
Die Schwester
Gregor
Interpretation
Die biographische Int...
Die psychoanalytische...
Die sozialkritische I...
Motive
Welche Verwandlung?
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Faust I
Kontext und Einordnun...
Autor
Epocheneinordnung
Inhalt der Vorspiele
Inhalt der Gelehrten-...
Nacht
Vor dem Tor
Studierzimmer (I)
Studierzimmer (II)
Brückenszenen
Auerbachs Keller in L...
Hexenküche
Inhalt der Gretchen T...
Straße I
Abend
Spaziergang
Der Nachbarin Haus
Straße II
Garten
Ein Gartenhäuschen
Wald und Höhle
Gretchens Stube
Marthens Garten
Am Brunnen
Zwinger
Nacht
Dom
Walpurgisnacht
Walpurgisnachtstraum
Trüber Tag, Feld
Nacht, offen Feld
Kerker
Figuren
Figurenübersicht
Faust
Gretchen
Mephisto
Nebencharaktere
Struktur
Sprache und Stil
Interpretation
Faust und die Konzept...
Faust und Gretchen
Der Pakt mit dem Teuf...
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Hamlet
Übersicht
Handlung
Akt 1
Akt 2
Akt 3
Akt 4
Akt 5
Aufbau
Charakterisierung
Hamlet
Gertrude
Claudius
Polonius
Ophelia
Laertes
Horatio
Geist
Figurenkonstellation
Stil
Sprache
Stilmittel
Monologe
Motive
Kontext
Epoche
Rezeption
Geschichtlicher Hinte...
Interpretation
Schein
Wahnsinn
Rache
Machtgier
Mutter-Problematik
Liebe
Krimi
Homo Faber
Kontext und Einordnun...
Gliederung
Erste Station
Zweite Station
Handlung
Erste Station
Zweite Station
Figuren
Walter Faber
Hanna Piper
Elisabeth Piper
Ivy
Formales und sprachli...
Ein Bericht? Formaler...
Sprechende Namen
Sprache und Stil
Interpretation
Themen
Orte
Motive und Symbole
Frischs Kritik am Typ...
Prüfungsaufgaben zur ...
Irrungen, Wirrungen
Übersicht
Handlung
Kapitel 1 - 15
Kapitel 16 - 26
Aufbau
Charakterisierung
Lene Nimptsch
Botho von Rienäcker
Frau Nimptsch
Frau Dörr
Käthe von Sellenthin
Gideon Franke
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Erzählperspektive
Motive
Kontext
Epoche
Rezeption
Geschichtlicher Hinte...
Interpretation
Entwicklungsroman
Gesellschaftskritik
Zeitroman
Psychologischer Roman
Kabale und Liebe
Kontext und Einordnun...
Inhalt
Auf einen Blick
Akt I
Akt II
Akt III
Akt IV
Akt V
Struktur
Sprache und Stil
Figuren
Auf einen Blick
Miller
Millers Frau
Luise
Sekretär Wurm
Ferdinand von Walter
Präsident von Walter
Hofmarschall von Kalb
Lady Milford
Interpretation
Auf einen Blick
Sozialkritik in Kabal...
Elemente des Sturm un...
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Klein Zaches genannt ...
Kontext und Einordnun...
Inhalt
Figuren
Allgemeines
Balthasar
Zaches
Struktur
Interpretation
Klein Zaches und das ...
Klein Zaches - eine S...
Fazit
Rezeption
Prüfungsaufgaben zur ...
Landnahme
Übersicht
Handlung
Prolog
Thomas Nicolas
Marion Demutz
Peter Koller
Katharina Hollenbach
Sigurd Kitzerow
Epilog
Aufbau
Charakterisierung
Bernhard Haber
Thomas Nicolas
Marion Demutz
Peter Koller
Katharina Hollenbach
Sigurd Kitzerow
Stil
Erzählperspektive
Stilmittel
Kontext
Geschichtlicher Hinte...
Rezeption
Interpretation
Heimat
Fremdenfeindlichkeit
Gesellschaftskritik
Lenz
Übersicht
Handlung
Gebirgswanderung
Leben im Pfarrhaus
Treffen mit Kaufmann
Oberlins Abwesenheit
Selbstmordversuche
Aufbau
Charakterisierung
Lenz
Oberlin
Kaufmann
Stil
Sprache
Erzählperspektive
Interpretation
Motive
Lenz' Weltanschauung
Prüfungsaufgaben zur ...
Maria Stuart
Handlung
1. Aufzug
2. Aufzug
3. Aufzug
4. Aufzug
5. Aufzug
Kontext
Epoche
Rezeption
Geschichtlicher Hinte...
Personen
Charakterisierungen
Personenkonstellation
Aufbau des Dramas
Stil und Sprache
Stilmittel
Metrum und Reim
Interpretation
Prüfungsaufgaben zur ...
Medea
Übersicht
Handlung
Prolog
Einzugslied
1. Aufzug
1. Standlied
2. Aufzug
2. Standlied
3. Aufzug
3. Standlied
4. Aufzug
4. Standlied
5. Aufzug
5. Standlied
Auszug
Aufbau
Charakterisierung
Medea
Jason
Amme
Kreon
Aigeus
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Figurenrede
Kontext
Euripides' Werk
Mythos Medea
Interpretation
Rachsucht aus Liebe
Patriarchale Welt
Vergleich mit Medea. ...
Medea. Stimmen
Übersicht
Handlung
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Aufbau
Charakterisierung
Medea
Jason
Leukon
Akamas
Agameda
Presbon
Glauke
Kreon
Lyssa
Figurenkonstellation
Stil
Stilmittel
Erzählperspektive
Kontext
Zeitgeschichtlicher H...
Mythos Medea
Interpretation
Autobiografisch
Sündenbock-Thematik
Feminismus
Vergleich mit Euripid...
Woyzeck
Handlung
Zusammenfassung
Szene 1 - 2
Szene 3 - 7
Szene 8 - 10
Szene 11 - 15
Szene 16 - 21
Szene 22 - 26
Szene 27
Aufbau des Dramas
Charakterisierungen
Franz Woyzeck
Marie Zickwolf
Nebenfiguren
Stil und Sprache
Kontext
Epoche
Geschichtlicher Hinte...
Interpretation
Woyzecks Motive
Armut und Arbeit
Das Erbsenexperiment
Zurechnungsfähigkeit

Harry Hallers Aufzeichnungen Teil 2

Lektürehilfen
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Die Lektüre des Tractat vom Steppenwolf erinnert Harry Haller plötzlich an ein Gedicht, das er einige Zeit zuvor als Selbstbildnis verfasst hatte. Während dies aber traurig und angstvoll ist, ist das Traktat mit hoher Objektivität verfasst. Es macht Harry klar, dass er sich verändern muss, wenn er seiner trostlosen Existenz entkommen will. Einen solchen persönlichen Wandel hat er allerdings schon mehrmals versucht. Damals verlor er seinen guten Ruf, sein Vermögen und seine geisteskranke Ehefrau hat ihn aus dem Haus vertrieben. Die Freiheit und geistige Tiefe, die er jedes Mal dazugewonnen hat, konnte den bürgerlichen Abstieg nicht ausgleichen. Noch einmal will Haller soetwas nicht mehr durchmachen. Er entscheidet sich daher für Selbstmord als Ausweg. Und anders als im Traktat geschrieben, will er damit nicht noch zwei Jahre bis zu seinem 50. Geburtstag warten.
Haller entscheidet sich gegen Veränderung als Heilung, sondern für Selbstmord
Nach diesem weitreichenden Entschluss lebt Harry Haller zunächst gleichgültig weiter. Sein Ekel auf das Leben aber steigt immer mehr an und gipfelt durch eine Abendeinladung bei einem jungen Professor im Höhepunkt. Zu Gast bei dem Bekannten beleidigt Harry zunächst versehentlich dessen Ehefrau, indem er ihr liebstes Bildnis von Goethe kritisiert. Später dann kommt es zum Streit über einen Hetzartikel in einer Zeitung, bei dem sich Harry gegenüber dem kriegsbefürwortenden Professor als Vaterlandsverräter zu erkennen gibt. Diesen Eklat bewertet Harry als sein letztes Misslingen und Abschied von der bürgerlichen Welt.
Besuch beim Professor als letztes Misslingen in der bürgerlichen Welt
Anstatt aber nach Hause heimzukehren und sich wie geplant umzubringen, wandelt Harry voller Selbsthass und Todesfurcht durch die Stadt. In einem Wirtshaus trifft er auf ein käufliches, junges Mädchen. Es durchschaut seine Selbstmordpläne und behandelt ihn daraufhin schonend, beinahe wie einen kleinen Jungen. Auf lockere Art und Weise macht die Dame ihm klar, dass das Leben eigentlich ganz leicht sei. Dass er klug und gebildet ist, aber die normalsten Dinge wie Tanzen nicht durchprobiert hat. Harry fühlt sich deshalb verstanden von ihr. Und als sie ihm befiehlt, zu schlafen, hört er auf sie. Dabei träumt er von Goethe und erkennt, dass dieser in Wahrheit wusste, wie vergänglich das Leben ist. Er tat nur so, als könne er den Augenblick verewigen, obwohl man Dichtung nicht zu ernst nehmen darf. Als Harry eine Stunde später wieder erwacht, verabschiedet sich das Mädchen von ihm und verabredet sich mit ihm für ein Abendessen. Harry sieht die junge Frau als eine Tür, durch die endlich wieder Leben zu ihm kommt: „Ein lebendiger Mensch, der die trübe Glasglocke meiner Abgestorbenheit zerschlug“ (S. 132). Anstatt in seine Dachgeschosskammer zu gehen, in der er sich noch wenige Stunden zuvor umbringen wollte, übernachtet Harry in einem Fremdenzimmer.
Erstes Treffen mit Hermine
Er spürt neue Hoffnung
Als er am nächsten Tag heimkehrt, ist aller Schrecken vergessen. Seine Vermieterin warnt Harry sogar, sich selbst als Fremdkörper im Haus zu bezeichnen und lädt ihn auf einen Tee zu sich ein. Danach verbringt Harry seine Zeit damit, an seine junge Bekannte zu denken, spürt neue Lebenslust. Zwar hat er sich nicht in das Mädchen verliebt, doch wäre seine Welt wieder leer, wenn es ihre Verabredung für Dienstag Abend absagen würde. Ohne die junge Frau wäre wieder das Rasiermesser der einzige Ausweg für Harry. Genau davor aber hat Harry eine herzzerdrückende Angst. Einerseits kann er nicht mehr leben, andererseits will er nicht sterben. Dass er diesen Zwiespalt so deutlich spürt, ist eine Qual für ihn und er sehnt sich nach einer Entscheidung.
Zwiespalt zwischen Lebenslust und Todessehnsucht
Umso unvergesslicher ist der Augenblick des Wiedersehens für Haller. Das Mädchen erinnert ihn plötzlich an seinen alten Jugendfreund Hermann, wodurch Harry erst jetzt seinen Namen errät: Hermine. Nach einigem lockerem Geplauder über das Tanzen, wechselt Hermine von lustig zu ernst und erklärt ihm: „Ich bin wie eine Art Spiegel für dich!“ (S. 140) Obwohl sie eigentlich genau das Gegenteil von ihm ist, könne er in ihr Antworten auf seine Fragen finden. Dazu soll er ihren Befehlen folgen, damit sie ihm zeigen kann, wie man das Leben genießt und wie man liebt. Im Gegenzug soll er sie auf ihren letzten Befehl hin töten. Schließlich ist sie genauso unglücklich wie Harry selbst, wenn auch aus entgegengesetztem Grund. Harry kommt diese Bitte so unwirklich vor, dass er darüber hinweggeht und Hermine stattdessen vom Tractat vom Steppenwolf erzählt. Hermine erkennt die Ähnlichkeit zwischen Harry und dem Steppenwolf und erklärt ihm, dass sie die Bestie in ihm mag. Tiere seien so viel „richtiger“ als Menschen, weil sie sind, wie sie sind. Doch dann wechselt sie abrupt das Thema und verabredet sich mit Harry zu einer Tanzstunde.
Pakt mit Hermine
Sie ist ein Spiegel für ihn
Als sich Harry wenige Tage später widerwillig mit Hermine zum Tanzen trifft, spricht sie ihn auf einen Artikel an, in dem er als vaterlandsloser Geselle kritisiert wird. Da offenbart er ihr, dass ihn die Kritik nicht ärgert, dass er aber daran verzweifelt, wie gedankenlos und kriegsversessen die Welt ist. Hermine tut seinen Kampf jedoch für sinnlos ab. Während Harry erklärt, das Leben sei dumm, wenn alles egal ist, meint sie: „Sind denn Ideale zum Erreichen da?“ (S. 153) Also beenden sie das Gespräch und üben gemeinsam den Foxtrott. Und mit der Zeit gewinnt Harry sogar Gefallen daran.
Belehrung von Hermine: Ideale sind nicht zum Erreichen da
Nach einiger Zeit besucht Haller mit Hermine sogar eines der Tanzlokale, die er bisher so sehr gehasst hatte. Dort macht sie ihn zunächst mit dem attraktiven, südamerikanischen Saxophonspieler Pablo bekannt. Dieser ist Harry mit seiner lockeren, temperamentvollen und lebenslustigen Art allerdings nicht sympathisch, er empfindet sogar eine „Freundschaftseifersucht“ (S. 157) Pablo gegenüber. Doch dann befiehlt Hermine Harry, er solle eine junge, hübsche Dame zum Tanz auffordern. Ihre Freundin Maria, die wie sie ihr Geld mit Prostitution verdient. Und siehe da: Harry hat Spaß mit ihr, genießt den Rausch des Tanzes und verliebt sich sofort in die sinnliche Maria. Hermine entgeht das nicht, woraufhin sie Harry erklärt, er solle lernen, gewöhnlich zu lieben, sich auf Maria einlassen und seiner Geliebten Erika nicht treu sein.
Kennenlernen mit Pablo
Innige Begegnung mit Maria
Nach diesem Abend denkt Harry viel nach und erkennt, dass das Traktat und Hermine recht haben. Während er bisher das Chaos seiner lästigen Fähigkeiten als Steppenwolf abgetan hat, weiß er nun, dass in Wahrheit tausende Seelen in ihm stecken. Durch diese Bekehrung wird Haller aber auch schmerzlich bewusst, dass er bisher überall in seinem Leben gescheitert ist. Er predigte zwar gegen den Krieg, aber nur, solange er selbst nicht in Gefahr kam. Er wetterte gegen den Kapitalismus und lebte zeitgleich von den Zinsen seiner Geldanlagen. Und er hasste die kleinbürgerliche Welt, suchte sich aber immer die saubersten Häuser als Unterkunft aus. Er war also genauso verlogen wie der Rest des Bürgertums.
Haller erkennt, wie verlogen sein Leben war
Mit dieser veränderten Sichtweise revidiert Harry auch sein Urteil über Pablo, den er durch Hermine häufig trifft. Der Saxofonist macht ihm klar, dass es nicht darum geht, die Musik und das Leben generell zu analysieren, sondern intensiv den Moment auszukosten. In diesem Zuge bietet er Harry auch von seinen Drogen an. Und Haller genießt die Leichtigkeit, die Pablo in seinen Alltag bringt - auch wenn sein altes und sein neues Ich immer wieder in bitterem Streit miteinander sind und er Glück und Leid zugleich empfindet.
Pablo bringt Leichtigkeit in sein Leben
Dann ist da noch Maria, die dank Hermine auch eine wichtige Rolle in seinem neuen Leben spielt. Als Harry eines Abends traurig nach Hause kommt, liegt Maria überraschend in seinem Bett und verführt ihn. Sie weiht ihn in ihre erotischen Künste ein, lehrt ihn Verständnis für ein vergnügsames Leben und gibt ihm Bestätigung. So beflügelt kommen Harry Bilder aus seiner Vergangenheit vor Augen. Plötzlich erkennt er, dass er ein reiches Leben hatte und glücklich war. Maria tut Harry also gut. Zwar ist sie eine ungebildete Frau, aber sie sieht die Dinge als Magie und inspiriert Harry damit. Immer wieder treffen sich die beiden zu Schäferstündchen in einem extra angemieteten Zimmer. Harry ist es dabei egal, dass er nicht der einzige Mann in Marias Leben ist. Und als Hermine ihm beim Tanz-Training von ihrer innigen, erotischen Beziehung zu Maria erzählt, entdeckt Harry sogar neue Liebesmöglichkeiten.
Maria lehrt ihn Vergnügen und Sinnlichkeit
Harry ist glücklich mit seinem neuen Leben. Aber er weiß auch, dass alles nur eine Art Vorspiel zum Tod ist. Er kann schließlich kein solch großes Glück empfinden, als dass er deshalb sterben wollte. Also sehnt er sich nach einem Leid, das ihn den Tod wünschen lässt. Hermine erklärt ihm daraufhin, dass er ein falsches Bild vom Leben hat. Er sei ein Mensch, mit einer Dimension zu viel. Doch Harry sieht trotzdem die Ewigkeit als seine Heimat. In einer innigen Nacht nimmt er gedanklich bereits Abschied von Maria und verbringt einen sentimentalen Abend in seinem Stammlokal.
Harry sieht das Glück nur als Vorspiel zum Tod
Dann ist der große Maskenball gekommen, für den Harry mit Hermine geübt hat. Er hat aber eigentlich keine allzu große Lust, vor allem, weil er nicht mit Hermine gemeinsam dorthin gehen darf und nicht einmal ihr Kostüm kennt. Umso mehr enttäuscht ihn der Ball. Harry fühlt sich unwohl und fremd, wie er da so alleine durch die verschieden benannten Säle wandelt. Auch das Tanzen fühlt sich nur erzwungen an, bereitet ihm keine Freude. Doch als er nachts um ein Uhr enttäuscht gehen will, bekommt er an der Garderobe eine Münze mit einer Einladung und einem Hinweis: „Heute nacht von vier Uhr an Magisches Theater - nur für Verrückte - Eintritt kostet den Verstand. Nicht für jedermann. Hermine ist in der Hölle“ (S. 211). Eilig läuft er in ebendiesen Saal im Keller. Dort entdeckt er Hermine, die sich als sein Jugendfreund Hermann verkleidet hat. Durch diese Maskierung schafft Hermine es, Harry zu verzaubern und Begehren in ihm zu wecken. Erstmals erlebt Haller nun den Rausch des Festes, tanzt mit allerlei Frauen, genießt die Musik und fühlt sich zum ersten Mal in seinem Leben als Teil der Gesellschaft. Schließlich erscheint Hermine - plötzlich als Pantomimen-Figur mit weißem Gesicht verkleidet - und Harry verliebt sich doch noch in sie.
Maskenball
Harry fühlt sich fremd
Erst mit Hermine genießt er den Rausch
Als der Ball sich leert, treffen Hermine und Harry auf ihren Freund Pablo. Dieser lädt die beiden in sein Magisches Theater ein und konsumiert mit ihnen Opium. Pablo erklärt Haller, dass seine andere Wirklichkeit nur in seiner Seele besteht. Harry müsse sich aus diesem Gefängnis seines alten Selbstbildes befreien und das Lachen lernen. Durch die Schule des Humors könne er den Steppenwolf auslöschen. Und beim Blick in einen magischen Spiegel erkennt Harry zunächst auch viele Figuren, die alle Facetten seiner Seele darstellen. Dann beginnt er, einige der unzähligen Logentüren des Theaters zu öffen.
Magisches Theater
Harry erkennt die vielen Facetten seiner Seele
In der ersten Fantasiewelt kämpft Harry gemeinsam mit seinem alten Schulfreund Gustav in einem Krieg der Menschen gegen die Technik. Von einem Baum aus schießen sie auf vorbeifahrende Autos und töten die Insassen. Hinter der nächsten Tür erhält Harry eine „Anleitung zum Aufbau der Persönlichkeit“ (S. 244). Ein Schachspieler ordnet die verschiedenen Seelenteile wie Spielfiguren immer wieder neu auf dem Brett an und überlässt sie Harry für spätere Übungen. Im dritten Raum dann beobachtet Haller einen Mann, der einen Wolf dressiert und sich danach aber selbst dem Tier unterwirft. Nach dieser Fantasie erscheinen Harry all die Mädchen und Frauen, in die er früher vergeblich verliebt war. Anders als im echten Leben erwidern sie hier jedoch seine Gefühle. Nach und nach kommt in Harry wieder Verzweiflung auf. In dem magischen Spiegel sieht er sich nun wieder als Wolf, dann als ermüdeten Mann. Eine Illusion von Wolfgang Amadeus Mozart führt ihn daraufhin an die Logenbrüstung und zeigt ihm die Welt der Unsterblichen. Als Harry fassungslos feststellt, dass dort Brahms und Wagner umherwandeln, macht Mozart sich über ihn lustig. Er solle endlich alle Fantasien als Schule des Humors auffassen.
Haller betritt verschiedene Fantasiewelten
Wenig später kommt Harry im Korridor des magischen Theaters wieder zu sich, ist voll und ganz gefangen in seiner alten Zerrissenheit und zertritt wütend sein Spiegelbild. In dieser Stimmung öffnet er eine weitere Tür und findet dahinter Hermine und Pablo vor, die erschöpft vom Liebesspiel nackt nebeneinander schlafen. Unter Hermines Brust entdeckt er sogar die Spuren eines sinnlichen Bisses von Pablo. Genau auf diese Stelle sticht er mit einem Messer ein. Hermine öffnet kurz die Augen, blickt ihn „schmerzvoll, tief verwundert“ (S. 268) an und stirbt. Und obwohl es einst Hermines Wunsch war, dass Harry sie tötet, fühlt sich dieser nicht erlöst. Pablo ist dem ratlosen Harry in diesem Moment jedoch keine Hilfe. Er läuft nur lachend davon. Stattdessen tritt ein modern gekleideter Mozart in den Raum und schaltet ein Radio an. Aus diesem tönt „jene Mischung von Bronchialschleim und zerkautem Gummi“ (S. 270), die Harry nie als Musik bezeichnen würde. Mozart macht ihm allerdings klar, dass die unzulängliche Technik den Geist von großer Musik nicht zerstören kann. Es verhalte sich dabei genauso wie mit der unzerstörbaren Idee vom Leben und spiegle den Urkampf von Idee und Erscheinung oder Ewigkeit und Zeit wider. Harry solle lernen, nur das Wichtige ernst zu nehmen und über den Rest zu lachen. Mozarts Meinung nach war auch Hermines Wunsch, umgebracht zu werden, sicher nicht ernst gemeint.
Harry tötet Hermine aus Eifersucht
Mozarts Belehrung: Nur das Wichtige ernst nehmen
Daraufhin stimmt Harry seiner Hinrichtung zu. Die Anklage lautet, er habe das Magische Theater als „Selbstmordmechanik“ (S. 275) missbrauchen wollen. Seine Strafe ist aber nicht der Tod, sondern das ewige Leben, die zwölfstündige Verbannung aus dem Magischen Theater und Ausgelachtwerden. Danach soll er Humor und Galgenhumor lernen und endlich leben. „Natürlich sind Sie zu allem in der Welt bereit, nur nicht zu dem, was von Ihnen verlangt wird“ (S. 276), erklärt ihm Mozart. Dieser verwandelt sich daraufhin in Harrys Freund. Pablo zeigt sich enttäuscht, weil Harry „die hübsche Bilderwelt mit Wirklichkeitsflecken besudelt“ (S. 278) hat und erklärt: „Nun, es läßt sich korrigieren“ (S. 278). Hermine wird in Pablos Fingern plötzlich zu einer Schachfigur, die er in seine Westentasche steckt. Aus dieser hat er zuvor eine Zigarette geholt, deren Rauch Harry einnebelt. Und endlich begreift Haller alles, spürt die hunderttausend Figuren des Lebensspiels in seiner Tasche und ist gewillt, alle Qualen nochmals zu kosten, die Hölle seines Inneren noch oft zu durchwandern: „Einmal würde ich das Figurenspiel besser spielen. Einmal würde ich das Lachen lernen.“ (S. 278)
Harrys Anklage
Ewiges Leben als Strafe
Haller will das Lachen lernen
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